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Auf den Spuren von Igelhaube und Wolfsfuß

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Die Rhinslake bei Rohrbeck, Teilgebiet und Exklave der Döberitzer Heide, stellt ein Refugium für viele botanische Seltenheiten dar. Trotz eisiger Witterung kann man hier schon bemerkenswerte Pflanzen in voller Pracht bewundern – gemeint sind die Moose. Auf zwei kleinen Exkursionen in der Rhinslake konnten 45 Moosarten festgestellt werden, darunter 17 Rote-Listen-Arten.

Moosbestimmmung mit Lupe in der Rhinslake bei Rohrbeck, Döberitzer Heide. Foto: Jörg Müller

Besonders spektakulär: Der Fund der in Brandenburg sehr seltenen Art Anomodon viticulosus Der Echte Wolfsfuß

Am Rande eines Weges im Gehölz mit vielen vom Sturm zerzausten Bäumen fällt ein gelbgrünes Büschelchen Moos ins Auge. Ganz anders als die üblichen Bewüchse wirkt es drahtig, die Triebe stehen gebogen vom senkrechten Stamm ab. Schnell ist klar – das ist etwas ganz Besonderes. Die nachträgliche Bestimmung bestätigte den Verdacht. Hier wächst also der Wolfsfuß.

Für Brandenburg ist die Art sehr besonders, besitzt es doch seinen Verbrei­tungs­schwer­punkt in den kalkreichen Regionen der Mittel­gebirge, wo es häufig auf Kalk­gestein in den Berg­wäldern wächst.

Anzeiger für gute Luft

Daneben kommen zahlreiche weitere interessante Moosarten wie Seiden­moos (Homalothecium sericeum) oder Igel­hau­ben­moos (Metzgeria furcata) vor. Sie zeigen durch ihre Anwesenheit günstige Umwelt­ver­hält­nisse an. Einerseits umfasst dies eine hohe Luftfeuchte, denn bei Trockenheit stellen Moose ihren Stoffwechsel fast ein und nur bei Befeuchtung ist Wachstum und Leben möglich. Andererseits muss die Luft auch eine sehr gute Qualität aufweisen, denn Schadstoffe wie Schwefeldioxid wirken sich direkt giftig auf die kleinen Pflänzchen aus.

 

Einwanderer aus milden Regionen

Neben den Arten, die früher hier häufig waren und inzwischen wieder bei uns wachsen, finden sich in der Rhinslake auch noch Moosarten, mit deren Anwesenheit hier früher keiner gerechnet hätte.

Es handelt sich dabei um Einwanderer vornehmlich aus milden, atlantischen Regionen und könnten auf aktuelle Umwelt­verän­der­un­gen hinweisen. Ein Vertreter dieser Einwanderer ist das Hübsche Goldhaarmoos (Orthotrichum pulchellum). Dieses konnte in der Rhinslake an zahlreichen Bäumen festgestellt werden.

Für Moose ist der Winter eine sehr gute Zeit für Wachstum und Entwicklung, während die höheren Pflanzen noch ruhen.

Aber die munteren Stimmen von Garten­baumläufer, Grünfink, Kohl- und Sumpfmeise kündigen verheißungsvoll den nicht mehr so fernen Frühling an. Dann kann man hier auch wieder spannende Ent­deck­ungen bei den Blüten­pflanzen machen. Woanders soll ja sogar schon der Huflattich blühen…

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