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Klimaangepasst gärtnern: Boden, Wasser und Pflanzenauswahl

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Der Garten der Zukunft verlangt Gartenfreunden eine Kursänderung ab. Planung und Gartenarbeit müssen anders aufeinander abgestimmt werden. Neue Rahmenbedingungen zwingen uns zum Umdenken. Schon bei der Gestaltung müssen verschiedene Punkte bedacht werden: Wie können Hitze und Trockenheit oder Starkregen abgemildert oder sogar im Sinne des Gartens genutzt werden?

Gute Planung ist alles

Sanfte Hügel etwa regulieren die Wasser­verfügbarkeit. Wind­schutz­hecken aus heimischen Gehölzen haben einen kühlenden Effekt. Ebenso wie Bäume, begrünte Haus­wände oder Sichtschutz aus Pflanzen. Robuste und für den Standort passende Stauden, Obst- und Gemüse­sorten sind widerstands­fähiger. Hitze kann aber auch Helfer sein. Wir werden häufiger Artischocken, Auberginen und sogar Melonen auf den Gemüse­beeten sehen.

Optimaler Standort: Hitzestress und Wasser­mangel vermeiden

Staudenbeete werden nur dann üppig und schön anzusehen sein, wenn die Pflanzen zum Standort passen. Alles andere bedeutet für die Pflanze stän­digen Kampf und Stress. Vor allem an extremen Standorten kommen nur Spezialisten zurecht. Doch gerade das kann man sich zu Nutze machen! In sonnigen, warmen Garten­ecken fühlen sich medi­terrane Kräuter und bezaubernde Trocken­rasen­pflanzen wohl. Auch hier sollten Sie heimische Arten den Exoten aus dem Garten­center vorziehen. Sie sind anpassungs­fähiger und gleich­zeitig Nektar­quelle für heimische Wild­bienen und andere Insekten.

Nehmen Sie sich einen ganzen Tag im Sommer Zeit und beobachten Sie, wie die Sonne durch Ihren Garten wandert. Machen Sie sich Notizen. Wo und wie lange scheint die Sonne auf die Beete? Wo gibt es in der prallen Mittags­sonne noch Schatten? Idealer­weise ergänzen Sie Ihre Beobach­tungen mit Temperatur­messungen. Zusammen mit der Information, welche Boden­qualität - ob lehmig, sandig oder tonig - am Standort herrscht, können Sie nun Pflanzen auswählen.

 

Eine gute Grundlage: Gesunder Gartenboden

Der Boden ist die Basis all unserer Bemühungen im Garten. Um ihn widerstands­fähig gegen die Folgen des Klimawandels zu machen, gilt ab jetzt: Mulchen, mulchen, mulchen. Was im Naturgarten seit jeher selbst­ver­ständlich ist, wird für einige Gärtnerinnen und Gärtner neu sein. In so manchem Stadt- oder Kleingarten liegt flächen­deckend die blanke Erde offen. Doch bei Starkregen wird die Erde weggespült und mit ihr wertvolle Nährstoffe. Bei Hitze trocknen die Erdkrumen leicht aus. Gartenliebhaberinnen und Liebhaber sind daher gut beraten, wenn sie den Gartenboden mit Pflanzen­material abdecken. Das hat gleich mehrere Vorteile.

Man spart sich das lästige Unkraut jäten, denn den Beikäutern fällt es schwer die Blättchen durch eine dicke Mulch­schicht zu schieben. Das Bodenleben, dass die Erde locker und gesund hält, hat ständig Futter zur Verfügung. Regen­würmer und Co. setzen die Mulch­­schicht langsam um und verbessern so kostenlos die Boden­qualität und seine Wasser­­spei­cher­fähigkeit. Die Boden­organismen produzieren Humus und der hält das Erdreich zusammen, speichert Wasser und Nährstoffe für Pflanzen. Humus kann man vom Kompost oder als Bio-Substrat aus dem Baumarkt gelegentlich hinzu­geben (wichtig: ohne Torfanteil). Die Mulch­schicht schützt den Boden und die Lebewesen vor Hitze und Trockenheit. Der Wasser­­verbrauch reduziert sich deutlich!

Also: Noch mehr Arbeit gespart, wenn man ein paar Gieß­­kannen weniger tragen muss.

Alles hängt zusammen: Betrachten Sie Ihren Garten als Kreislauf

Durch den Klimawandel verschieben sich die Jahres­zeiten. Die Vegetations­periode wird länger. Damit intensiviert sich auch die Boden­nutzung. Früh wachsen­de Pflanzen brauchen auch entsprechend Nährstoffe und verdunsten bereits an kühleren Tagen Wasser. Auf der anderen Seite können späte Kulturen im Herbst sogar gut für den Boden sein, denn sie nutzen weiter Nähr­stoffe, die sonst ins Grund­wasser ausge­spült werden würden. Um den Boden im Früh­jahr und im Herbst und Winter zu schonen, kann man Grün­­düngung einsäen. Die Pflanzen binden freie Nähr­­stoffe. Frieren sie im Winter ab, schützen sie als Mulch­schicht den Boden. Im Frühjahr werden sie ein­ge­­arbeitet und die Boden­lebe­wesen machen die gebunden Nähr­stoffe wieder für die nächste Kultur verfügbar.

Pflanzen für die Gründüngung:

Lebenselixier Wasser: Kostbar und rar

Im Winter wird es mehr regnen, in den Sommer­monaten müssen wir uns auf längere Trocken­perioden einstellen. Jeder Tropfen Nass ist dann ein kostbares Gut. Regenwasser muss man speichern können, um es zu nutzen. Nicht überall kann man einen Brunnen bohren, zumal der Grund­wasser­spiegel regional sinken wird. Und Leitungs­wasser ist schlicht zu teuer, um damit die Beete zu wässern. Daher sind clevere Lösungen für das Wasser­manage­ment gefragt.  

Grundsätzlich sollte man wasser­sparend gärtnern. Das bereits erwähnte Mulchen und die angepasste Pflanzen­auswahl sind gute Schritte in diese Richtung. Aber eine sparsame Bewäs­serung ist nötig, um den Bedarf der Pflanzen zu decken. Dabei hilft es, mehrere Grundsätze konsequent umzusetzen. Fangen Sie so viel Regen­wasser wie möglich auf und speichern Sie es. Wenn man keinen Platz für unterir­dische Zisternen hat, können große IBC-Container eine Alternative zur deutlich kleine­ren Regen­tonne sein. Die Behälter werden in der Industrie genutzt, um große Mengen Flüssig­keiten zu transpor­tieren. Achten Sie darauf, dass vorher keine Öle oder Fette im Behälter waren und dieser bereits gereinigt ist. Gießen Sie nur in den frühen Morgen­stunden. Dann ist der Boden noch taufeucht und kann zusätzliche Flüssig­keit gut aufnehmen. Sparen sie sich weitere Garten­arbeit: Seltenes, dafür durch­dringendes Gießen, regt das Wurzel­wachstum der Pflanzen an. Hacken oder Grubbern spart ebenfalls einige Gießgänge. Die Hacke kappt die Boden­kapillaren, dünne Röhrchen, die über ihre Sog­wirkung Wasser nach oben transpor­tieren. Dort würde es ungenutzt verdunsten.

Altes Gärtnerwissen im Kampf gegen Klimafolgen: Eine Olla bauen

Die Bewässerung mit Ollas (gesprochen: Ojas) ist eine Jahrtau­sende alte Technik. Es sind Wasser­speicher­gefäße aus porösem Ton. Sie geben die Flüssigkeit langsam an ihre Umge­bung ab. Man kann sie fertig kaufen oder aus ungla­sierten Blumen­töpfen selbst bauen. Wir zeigen wie: Klicken Sie auf das Bild!

Wasser sparen mit Ollas: