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Naturnahe Gartengestaltung im Jahreslauf

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Naturnahe Gartengestaltung kann viel für den Naturschutz und heimische Arten tun. In den meisten deutschen Gärten dominieren der für Insekten uninteressante Rasen sowie Exoten wie Thuja oder Kirschlorbeer. Mit ökologischem Gärtnern hat das wenig zu tun. Unsere neue Blogserie zur Natur im Garten wendet sich an alle, für die Gartenarbeit nicht nur Pflicht, sondern Leidenschaft ist.

Im naturnahen Garten ergänzen sich Nutz- und Wildpflanzen zur Freude des Gärtnerns und der tierischen Gartenbewohner.

Wir geben Ihnen Tipps für Umwelt und Nachhaltigkeit im Garten sowie auf dem Balkon. Unter anderem erklären wir, wie Sie zu verschiedenen Jahreszeiten Ihren Garten fit machen, welche Pflanzen wann gesät und geerntet werden und welche Tiere sich jeweils im Garten aufhalten.

Zuerst mit kleinen Dingen im Garten für Veränderung sorgen

Der einfachste Beitrag zum Klimaschutz ist das Pflanzen eines Baumes. Der bindet große Mengen an Kohlenstoff und gibt Sauerstoff ab. So tut er viel für das Klima in seiner Umgebung. Und auch sonst können Sie im Garten mit kleinen Veränderungen viel bewirken. Im Gegensatz zu konventionellem Dünger wird selbst gemachter Kompost ohne Erdöl erzeugt. Selbst hergestellter Dünger aus Küchen- und Gartenabfällen enthält alle Nährstoffe für die Pflanzen und stellt keine Belastung für das Klima dar. Regentonnen sammeln wertvolles Wasser und Mulchschichten verhindern die Verdunstung an heißen Tagen. Auch bei der Gartenarbeit geht es klimaangepasst: Statt Rasentraktor mit Benzinmotor kommen Spindelmäher, Gartenschere und Handrechen zum Einsatz.

Standortangepasste Pflanzen sind ein Eldorado für Nützlinge

Ökologisch zu gärtnern bedeutet, gemeinsam mit der Natur zu gärtnern. Ein Garten ist immer ein Stück gestaltetes Land, auf dem sich Mensch und Natur im Einklang befinden. Stattdessen geht es bei der naturnahen Gartengestaltung darum, die Pflege des Gartens im Hinblick auf die Natur und die ihr eigenen Gesetze anzugehen. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die Verwendung heimischer und standortgerechter Pflanzen. Sieht man sich die Gärten in Deutschland diesbezüglich an, ist die Bilanz ernüchternd: Im Durchschnitt wachsen hier zu etwa 70 Prozent nicht-einheimische Pflanzen.

Das heißt selbstverständlich nicht, dass alle nicht-einheimischen Pflanzen aus dem Garten verschwinden müssen. Dahlien und Rhododendren dürfen gerne bleiben. Bei der neuen Bepflanzung sollten Sie aber darauf achten, dass einheimische Gewächse die Beete ergänzen. So lässt sich leicht ein natürliches Gleichgewicht herstellen. Heimische Pflanzen sind nicht nur optimal an den jeweiligen Standort angepasst, sondern auch der hiesigen Insektenwelt durch ihren Geschmack und Geruch vertraut. Das ist besonders für die Larven- und Raupenstadien wichtig. Die Larven sind jeweils auf eine bestimmte Pflanzenart oder Gattung spezialisiert und fressen nur diese. Wenn es die Pflanze nicht gibt, können die Larven nicht überleben. Bioversandhandel oder lokale Bio-Gärtnereien bieten viele heimische Sorten und Sämereien an. Es gibt auch Vereine, die sich auf den Erhalt alter Sorten spezialisiert haben.

Bei der naturnahen Gartenpflege darf Mut zum Unkraut nicht fehlen. Es ist faszinierend, eine zwar heimische, aber unbekannte Pflanze dabei zu beobachten, wie sie diverse Insekten anlockt. Soll es bei der Hecke immergrün und blickdicht sein, bieten sich Efeupflanzen und die Stechpalme an, deren Beeren gerne von Vögeln gefressen werden. Der Rasen bietet einen angenehmen Ruhepunkt und Ausgleich für das ansonsten ziemlich bunte Treiben in einem Garten. Wer noch mehr tun will, bietet mit heimischen Weißdornarten, dem Haselnuss-Strauch oder dem Schwarzen Holunder Vögeln ein Refugium.

Balkon oder kleiner Garten: kein Hindernis für Artenvielfalt

Ein kleiner Garten oder ein Balkon erlauben ebenfalls jede Menge Natur. Für die Umwelt und die Tierwelt wertvolle kleinwüchsige Gehölze sind zum Beispiel ginsterartige und gelbblühende Pflanzen wie Geißkleearten oder die für Bienen wertvolle Alpenjohannisbeere, die an jedem Standort gedeiht. Bienen und Hummeln wissen zudem Wildblumen aus regionalen Saatenmischungen zu schätzen. Der Balkon scheint bislang die Domäne von Geranien oder Petunien zu sein. Wählen Sie stattdessen einheimische Wildstauden, funktioniert es auch hier, ökologisch zu gärtnern, und Ihr Balkon zieht Schmetterlinge, Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und zahlreiche Vögel an, die hier sogar eine Nistgelegenheit finden. Wildpflanzen im Topf können das ganze Jahr über stehen bleiben, haben ihre eigenen besonderen ästhetischen Reize und sind ideal für alle, die nicht zu viel Zeit investieren möchten.

Natur im Garten fängt immer im Kleinen an

Die Heinz Sielmann Stiftung setzt sich dafür ein, die immer seltener werdenden Rückzugsgebiete für heimische Tier- und Pflanzenarten zu bewahren. Die Sensibilisierung für den Naturschutz fängt im Kleinen an – jeder, der einen Garten hat, kann dazu einen Beitrag leisten. Dafür ist weder ein Expertenstatus noch der berühmte „grüne Daumen“ notwendig. Mit unserer neuen Blogserie holen wir Garten- und Balkonbesitzer dort ab, wo sie aktuell stehen, und gehen mit ihnen gemeinsam durch das Gartenjahr. Wir beantworten Fragen zur Aussaat und Ernte, Rasenpflege und den besten Pflanzen für Zier- und Nutzgärten. Zudem erhalten Sie wertvolle Informationen, wie sich die tierischen Bewohner in der kleinen Oase wohl fühlen.