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Nützling mit unerwünschten Nebeneffekten: Der Asiatische Marienkäfer

Marienkäfer sind gern gesehen Gäste in unseren Gärten. Im unermüdlichen Kampf gegen Blattläuse sind sie die besten Verbündeten. Doch fast unbemerkt hat sich ein neuer Gartenbewohner unter die alten Bekannten gemischt.

Antony Cooper. stock.adobe.com Den Asiatischen Marienkäfer erkennt man sicher an der schwarzen W-förmigen Zeichnung auf dem weißen Halsschild.

Ein vielgestaltiger Käfer

Bereits im April wird der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) aktiv. Er besiedelt vorwiegend Bäume und Büsche und ist im Siedlungsbereich inzwischen die häufigste Marienkäferart. Die Grundfarbe der Flügeldecken reicht von kräftigem Rot bis gelblich Orange. Auch die Zahl der schwarzen Punkte ist nicht festgelegt: Oft sind es 19, manchmal fehlen sie komplett, in anderen Fällen sind sie zu einer schwarzen Fläche zusammengeflossen, die dann nur zwei bis vier rundliche rote Flecken übriglässt. Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist die schwarze W-förmige Zeichnung auf dem weißen Halsschild.

Weltweiter Siegeszug

Vor rund 100 Jahren wurde seine hohe Effektivität bei der biologischen Schädlingsbekämpfung entdeckt. Man setzte ihn in Gewächshäusern in Amerika und Europa ein. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts begann er, sich auszubreiten, seit dem Jahr 2000 auch in West- und Mitteleuropa. Inzwischen ist er nahezu weltweit zu finden.

Effiziente Blattlausjäger

An frischen Blättern von Gehölzen entwickeln sich im Frühjahr Blattläuse in Massen – die Asiatischen Marienkäfer paaren sich in direkter Nachbarschaft und legen neben den Blattlauskolonien ihre gelben Eispiegel ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen die schwarzen Larven, die sogleich über die Blattläuse herfallen. Sie wachsen schnell und häuten sich mehrmals. Nach rund zwei Wochen verpuppen sie sich – und haben bis dahin über 1.000 Blattläuse verspeist. Die bunten, tropfenförmigen Puppen, die man leicht auf Blättern entdecken kann, entlassen nach fünf weiteren Tagen die erwachsenen Käfer.

Unerwünschte Nebenwirkungen

In vielen Punkten scheint der Asiatische Marienkäfer den heimischen Arten überlegen. Seine Larven verspeisen auch den Nachwuchs anderer Blattlausräuber. Vor allem der Zweipunkt-Marienkäfer, der ebenfalls bevorzugt an Gehölzen lebt, scheint davon betroffen zu sein. Aber auch andere Marienkäfer leben kannibalisch. Dabei können sich die heimischen Arten allerdings mit tödlichen Parasiten infizieren, die für den Asiatischen Marienkäfer harmlos sind.

Gekommen um zu bleiben

Alle Marienkäfer sind durch Bitterstoffe ungenießbar und zeigen das gegenüber Fressfeinden mit ihrer bunten Farbe an – Vögel verschmähen den neuen Gartenbewohner ebenso wie die heimischen Arten. Durch die ökologischen Wechselwirkungen der Käfer untereinander, haben unsere alten Bekannten also Nachteile. Aber es nützt alles nichts: Der Asiatische Marienkäfer ist gekommen um zu bleiben. Es bleibt abzuwarten, ob sich über längere Zeit ökologische Gleichgewichte zwischen den Arten einstellen.

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