Ökologisches Monitoring in Äthiopien

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Gemeinsam mit der Stiftung Menschen für Menschen realisiert die Heinz Sielmann Stiftung in Äthiopien ein großangelegtes Wiederbewaldungsprojekt. Elisabeth Hüsing, Referentin für internationale Projekte der Heinz Sielmann Stiftung, bereiste das Projektgebiet Wogidi, um mit äthiopischen Kollegen ein angepasstes ökologisches Monitoringkonzept zu entwickeln.

Projektgebiet in Wogidi, Äthiopien. Foto: MfM/Henning Neuhaus

 

Achtung! Überwachung!

Mit einem Monitoring beobachtet man, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt im Laufe der Zeit entwickelt. So wird dokumentiert, ob sich die Wiederbewaldung der Flächen positiv auf die Artenvielfalt auswirkt. Die Methoden sind standardisiert, damit die Daten über die Zeit und auch über verschiedene Gebiete vergleichbar sind.

Die Projektflächen in bei Wogidi wurden intensiv für Landwirtschaft, Viehweide und zur Brennholzgewinnung genutzt. Die Bäume verschwanden, der Boden trocknete aus oder wurde bei starken Regenfällen weggeschwemmt. Die Menschen konnten die Fläche nur noch bedingt zur Lebensmittelgewinnung nutzen. Auch die typischen Tier- und Pflanzenarten verschwanden.

Ziel der Wiederbewaldung ist es, den Schutz der biologischen Vielfalt und die gleichzeitige nachhaltige Nutzung der Landschaft möglich zu machen. Das Monitoring hilft dabei zu bewerten, ob die ausgewählten Maßnahmen eine Wirkung zeigen. Elisabeth Hüsing betreut das Projekt und bringt das Know-How der Heinz Sielmann Stiftung mit ein.

Projektgebiet Wogidi: Wie sieht‘s aus?

Um das Projektgebiet in Wogidi zu besuchen, muss man eine 580 km lange 10-stündige Autofahrt über Schlaglöcher, Schotterpisten, durch Rinderherden und an Straßensperren vorbei auf sich nehmen. Begleitet wurde Elisabeth Hüsing von Yilma Taye und Henning Neuhaus, die vor Ort für Menschen für Menschen arbeiten, und Dr. Ermias Lulekal von der Addis Abeba University. Er ist Botaniker arbeitet in der Abteilung für Pflanzenökologie und Biodiversitätsmanagement. Gemeinsam begutachteten sie die ersten Pflanzungen und besprachen die Details zum Start des ökologischen Monitorings. 

Terrassen für die Artenvielfalt

Weil der Boden stark erodiert war, mussten zuerst Maßnahmen zu Sicherung des Bodens umgesetzt werden. Die Hänge wurden terrassiert, also kleine Stufen eingebaut, damit der Boden bei Regen nicht wegschwimmt. Dann können die Bäume gepflanzt werden. Auch ihre Wurzeln halten später den Boden fest. In der Zeit, in der die jungen Bäume anwachsen, dürfen die Flächen nicht beweidet werden. Menschen für Menschen hat die Bevölkerung entsprechend geschult. Es müssen also keine Zäune zum Schutz der Bäume errichtet werden. Bereits 15 ha Land konnten so für die biologische Vielfalt und die Bevölkerung gesichert und wiederbewaldet werden. In den nächsten Jahren folgt die Renaturierung von weiteren 135 ha.

Ein Wiedersehen mit alten Bekannten

Die Landschaft ist schon jetzt, kurz nach der Wiederaufforstung, eine Heimat für Zugvögel. Elisabeth Hüsing konnte gleich am ersten Tag einen rastenden Würger beobachten. Der Neuntöter gehört beispielsweise zu dieser Vogelfamilie und ist Wintergast in Afrika. Neuntöter brüten in Europa und können etwa in Sielmanns Naturlandschaften beobachtet werden.

Insekten in Transekten

Dr. Ermias Lulekal wird nun vor Ort das ökologische Monitoring  gemeinsam mit weiteren Experten, etwa Entomologen und Ornithologen, durchführen. Wichtig ist, schon zu Projektbeginn Daten zu sammeln, um die Veränderungen zu dokumentieren. Eine Grundlage dabei ist, sich an bereits bestehenden Monitoring-Standards zu orientieren, um  eine Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten.

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