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Auf Heinz Sielmanns Spuren: Schnepfenvögel auf dem Durchzug

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Schon in frühster Jugend faszinierten Heinz Sielmann die Schnepfenvögel in seiner ostpreußischen Heimat. Mit seinem ersten Film „Vögel über Haff und Wiesen“ begeisterte er schon 1938 die Fachwelt. Heute führt die Heinz Sielmann Stiftung das Erbe des Naturfilmers und -schützers fort. In Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen finden rastende Vögel einen ruhigen Platz zum Verschnaufen und können Kraft tanken.

Früher häufig, heute bedroht

Sielmanns Vater war leidenschaftlicher Angler und Jäger. Nur zu gerne begleitete der Sohn ihn in die Natur. Es dauerte nicht lange, bis in dem Jungen eine Leidenschaft entflammte: Er begeisterte sich für Kiebitz, Rotschenkel, Uferschnepfe und Bekassine – kurzum die schnepfenartigen Wiesenvögel.

Nach dem Abitur begann Sielmann damit, die langjährigen Beobachtungen der Schnepfenvögel in seinem ersten Film „Vögel über Haff und Wiesen“ zu dokumentieren. Die Uraufführung in der Großen Aula der Albertus Universität wurde mit Beifall aufgenommen und führte dazu, dass der damals 21-jährige seinen Film im September 1938 auf der Jahrestagung der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft in Berlin präsentieren durfte.

Zu Beginn von Heinz Sielmanns Filmschaffen gehörten diese Watvögel zu den verbreiteten Brutvogelarten der Feuchtwiesen und Äcker in Deutschland. Das hat sich grundlegend geändert. Die Intensivierung der Landwirtschaft mit Entwässerung, überhöhten Düngemitteleinsatz, Anbau von Monokulturen und Zerstörung von Lebensräumen, lassen heute kaum noch Platz für sensible Arten.

Naturbeobachtung in Sielmanns Naturlandschaft

Umso mehr erfreut es den aufmerksamen Naturbeobachter, wenn jetzt zur herbstlichen Vogelzugzeit einige dieser seltenen Vogelarten während ihrer Rast in den Fokus des Fernglases geraten. In den vergangenen Tagen gelang im Borcheltsbusch bei Luckau Beobachtungen gleich mehrere Arten von Schnepfenvögeln, die im flachen Wasser einen reich gedeckten Tisch vorfanden.

Klimakrise wirkt sich auf Zugverhalten aus

Der Borcheltsbusch ist auch ein traditionell bedeutender Schlafplatz für Kraniche. Durch die lang anhaltende Trockenheit und dem daraus resultierenden Wasserverlust droht auch in diesem Jahr das Gebiet als Schlafplatz für Kraniche nicht nutzbar zu sein. Der Borcheltsbusch ist Teil von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen. Die Stiftung besitzt dort mehrere Flächen, um sie als Lebensraum für Tiere und Pflanzen langfristig zu sichern.