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Die Testamentsspende – wie sie funktioniert und was man beachten kann

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Wenn man die Regelung der eigenen Erbangelegenheiten nicht dem Gesetz überlassen möchte, kann man mit seinem Testament fördern, was einem wirklich am Herzen liegt. Spätestens wenn man weiß, dass die eigene Familie oder andere nahe Angehörige versorgt sind, kann man Großes bewirken. Aber was gilt es zu beachten, wenn man seine Werte und Wünsche über das eigene Leben hinaus weitergeben möchte? Und wie kann man Spuren von sich hinterlassen?

Ein erstes persönliches Gespräch kann die Testamentsgebenden dabei unterstützen, Eckpunkte einer seriösen Nachlassabwicklung zu verstehen und für den eigenen Letzten Willen Klarheit zu erhalten.

Ralf Weelink ist Experte für Engagement, Erbschaften und Abwicklung von Nachlässen bei der Heinz Sielmann Stiftung. Gemeinsam mit einem Netzwerk aus Erbrechtsexperten berät und unterstützt er Menschen, die die Stiftung in ihrem Testament bedenken wollen. Er versteht, worauf es bei der Gestaltung des eigenen Testaments ankommt und wie kluge Lösungen zur Erleichterung und Zufriedenheit führen. Interview: Nora Künkler

Herr Weelink, viele Menschen empfinden den Schritt, ein Testament aufzusetzen als überfordernd. Ist es kompliziert seinen Letzten Willen mit Weitblick, also frühzeitig zu formulieren?

Nein, man kann jederzeit ein Testament verfassen oder ändern und so im Rahmen der gesetz­lichen Möglichkeiten bestimmen, wie das eigene Hab und Gut, was erarbeitet wurde, später einmal einge­setzt wird. Damit verschafft man sich die Gewissheit, dass der Letzte Wille respektiert wird. Und man kann rechtzeitig für Klarheit sorgen – für sich selbst und die Erben! Das Wunderbare ist, dass jeder Mensch gemeinnützige Organisationen in seinem Testament bedenken kann. Die Heinz Sielmann Stiftung ist von der Erbschaftssteuer befreit. Das heißt, dass das Erbe ohne steuerliche Abzüge den Naturschutz­projekten zugutekommt.

Das Schöne ist zudem, dass die Förderer eine große Erleichterung und Zufrieden­heit verspüren, wenn sie einmal alles durchdacht haben und dann ihr Testament beim zuständigen Amtsgericht im Bereich Nachlass­gericht hinterlegt haben. Dabei kann jeder für sich entscheiden, ob es eigenhändig (privatschriftlich) zu Hause oder notariell beziehungs­weise anwaltlich betreut aufgesetzt wird. Beide Testaments­varianten sind rechtswirksam.

Ein einmal erstelltes Testament kann übrigens, wenn wirklich gewünscht, jederzeit angepasst werden. Es sind aber insgesamt formelle Standards einzuhalten. Hierzu halten wir einen kompakten kostenfreien Ratgeber bereit, der die wichtigsten Informationen darüber zusammenfasst.

Warum ist es sinnvoll, eine gemeinnützige Stiftung wie die Heinz Sielmann Stiftung in seinem Testament zu bedenken?

Durch den Ankauf von großen, zusammenhängenden Lebensräumen schützt die Heinz Sielmann Stiftung stark bedrohte Tier- und Pflanzen­arten, bewahrt erleb­bare Naturland­schaften und erschafft dauerhafte Biotop­verbünde. Das ist nur möglich, wenn auch Vermögen vorhanden ist. Das wird häufig durch die großartige, weitsichtige Entscheidung von Menschen ermöglicht, die über das eigene Leben hinaus die Natur und ihre aktuell schwindende Arten­vielfalt vor Augen haben und uns bedenken.

Die meisten Menschen verbinden etwas sehr Positives mit der Natur, jeder auf seine Art. Meist gibt es Erlebnisse, die das Leben prägen. Diese Natur braucht eine Stimme und da können wir nur gemeinsam stark auftreten um auch zukünftigen Genera­tionen solch eine Natur zu übergeben. Drei Seiten gewinnen dabei: die mögliche Testaments­spenderin oder der mögliche Testaments­spender - die Natur und ihre Artenvielfalt - und die Stiftung als die ausführende Kraft, die Naturschutz großflächig und dauerhaft umsetzt und Refugien erschafft.

Worauf sollte man achten, wenn man eine ge­mein­nützige Organisation als Erbe einsetzt?

Der Erbe ist Rechts­nachfolger, dieser sollte auch das Vertrauen genießen, dass seriös mit dem Erbe umgegangen wird. Wir gehen beispiels­weise im Erbfall immer nur zu zweit in die Wohnung oder das Haus der verstorbenen Person und sichten und doku­men­tieren den gesamten Nachlass. Wir sichern persön­liche, private Dokumente, die nicht in Umlauf kommen sollen. Zudem wird werthaltiges von weniger Wert­haltigem getrennt. Auch Vermächtnis­wünsche an Be­kannte und Verwandte werden dabei unbüro­kratisch über unser Büro, wie im Testament formuliert, über­geben. Jeder Nachlass ist individuell. Auf Wunsch werden diese und weitere Details gesondert vorbe­sprochen und anschließend schriftlich festgehalten, je nachdem wie der Kontakt zu Lebzeiten gewünscht wird.

Menschen berichten uns, dass man von Organi­sationen hört, die einen großen Container vorfahren lassen und alles entsorgen, das fände ich nicht würdig gelöst. Unserer hohen Verpflich­tung bewusst, gehen wir sehr sorgsam mit dem Nachlass um. Es ist ja ein ganzes Leben, das uns im Nachlassfall begegnet. Das gebührt der Anstand, dass es sorgsam zu behandeln ist. Dort kommt uns unsere jahrelange Erfahrung mit der vertrauensvollen Auflösung von Wohnung, Haus und Hof zugute. Wenn gewünscht, verewigen wir zudem die Testaments­geberin oder den Testaments­geber an unserem „Brunnen der wunderbaren Erinnerungen“ auf Gut Herbigshagen, dem Geschäfts­sitz der Stiftung.

Wie kann man sich mit Ihnen austauschen, wenn man sich noch nicht sicher ist, was und wie man seine Wünsche formuliert?

Wir bieten neben einer juristischen Experten­beratung auch einen Besuch von zum Beispiel mir an, um sich kennen zu lernen oder auch die Wünsche und Vorstellungen festzuhalten. Auch darüber hinaus sind wir zu Lebzeiten gerne Ansprech­partner, falls es mal Fragen geben sollte. Wir verstehen uns als Freunde und Förderer mit dem gleichen Ziel – der Erhaltung der Artenvielfalt und dem Schutz der Natur. Wir sind doch alle auch verantwortlich für das, was wir nicht tun. Es ist so viel Gutes möglich mit dem eigenen Testament, es sollte nur auch geschrieben werden.

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Ihr Ansprechpartner für die Themen Nachlassmanagement und Vererben:

Ralf H. Weelink

Unter den Kiefern 9
14641 Wustermark / OT Elstal

Telefon: 05527 914-419
Mobil: 0151 151 56 610

E-Mail: ralf.weelink(at)sielmann-stiftung.de

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