Tipps vom Experten: Vögel im Winter richtig füttern

von

Standvögel wie die Blaumeise, der Zilpzalp und der Grünfink sind im Winter gern gesehene Gäste in unseren Gärten und immer auf der Suche nach energiereicher Nahrung. Je nach Art, Größe und Schnabelform brauchen sie sehr unterschiedliche Nahrungsquellen. Mit dem Wissen, welches Futter Ihre gefiederten Besucher benötigen, können Sie die Winterfütterung gezielt anpassen.

Schwanzmeise auf einem Ast.

Mit ihrem winzigen Schnabel kann die Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) nur besonders weiche Nahrung aufnehmen. Foto: Gerd Herrmann

Zwei Grünfinken auf einem verschneiten Tannenzweig.

Grünfinken haben kräftige Schnäbel, mit denen sie selbst Kirschkerne knacken können. Foto: Ralf Donat

Specht an einem Baum.

Spechte hingegen stärken sich mit fetthaltiger Nahrung, die man z.B. in Form von Schweineschwarte anbieten kann. Foto: Ralf Donat

Bei klirrender Kälte zieht es auch eine Art aus dem hohen Norden hinab bis zu uns nach Deutschland: Den Seidenschwanz (Bombycilla garrulus). Foto Ralf Donat

Fett-Futter

Meisenknödel liefern Kohl- und Blaumeisen reichlich Energie. Spechte picken gern an Schweineschwarte. Kleineren Vögeln kann man dünn  zwischen Baumrinde gestrichenes Fett anbieten.

Nüsse und Kerne

Einige Vögel sind Spezialisten für die besonders harten Fälle. Eichelhäher knacken robuste Haselnüsse, der verwandte Tannenhäher sogar die dicken Samen der Zirbelkiefer. Will man dem Kernbeißer etwas Gutes tun, bietet man Kirschkerne an. Nur er kann die harten Kerne mit seinem kräftigen Schnabel aufbrechen.

Grobes Mischfutter   

Mischungen mit Hirse, Raps, Rübensamen, Hafer, Hanf und Sonnenblumenkerne sind bei vielen Vögeln beliebt. Man kann die fertigen Mischungen mit Wildsamen von Leinsamen, Distel oder Mohn ergänzen. Grünfinken etwa nehmen bevorzugt Hanfkörner auf.

Feines Futter

Zu den „Zärtlingen“ gehören Schwanzmeise und Zilpzalp. Die kleinen, feinen Schnäbel können nur weiche Nahrung aufpicken. Grob gequetschter Hafer ist für die Schwanzmeise fast schon zu fest. Daher sollten besser Schmelzflocken auf dem Futtertisch liegen.

Weitere Tipps

Es ist nicht nötig aus hygienischen Gründen auf das Futterhaus zu verzichten. Studien haben ergeben, dass die Infektionsgefahr durch den Kot der Vögel äußerst gering ist. Ein Grund dafür ist die hohe Köpertemperatur der Kleinvögel, die als natürlicher Infektionsschutz wirkt: Die winzigen Köper sind im Durchschnitt etwa 43° warm.

Das Winterfutter-Angebot kann mit Trockenobst, Apfelstücken und Wildfrüchten von Hagebutte oder Vogelbeere ergänzt werden.

Gestalten Sie Ihren Garten naturnah! Vögel brauchen Versteckmöglichkeiten und Aussichtspunkte. Schneiden Sie Samenstände von Blumen und Stauden erst im Frühjahr. Lassen Sie totes Holz stehen, hier verstecken sich proteinreiche Insekten.

Buchtipp

Vögel füttern, aber richtig
Peter Berthold, Gabriele Mohr
ISBN-13: 9783440156933
Preis: 9,99 Euro

Besuchen Sie uns auf allen Plattformen
Social & Media
Yotube Instagram Xing flickr