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Wildkräuter im Frühjahr

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Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen die Erde erreichen, sprießen bereits einige Kräuter hervor. Wildkräuter im Frühjahr sind voller Mineralstoffe und wertvoller Spurenelemente. Erfahren Sie, welche Kräuter Sie jetzt im Wald und auf der Wiese finden können!

Giersch (Aegopodium podagraria) hat vor allem unter Gärtnern einen schlechten Ruf, dabei ist der vielseitige Wildspinat gerade aufgrund seiner kostenlosen und ganzjährigen Verfügbarkeit eine Bereicherung für die Küche.

Nicht nur die Blätter, auch die Blüten des Gierschs sind essbar. Die Samen sind scharf im Geschmack und perfekt für Salate oder als Gewürz im Eintopf geeignet. Foto: A. Deepen-Wieczorek

Von wegen Unkraut!

Um Wildkräuter im Frühjahr zu finden, müssen Sie gar nicht weit gehen. Denn Essbares wächst bereits auf Ihren noch nicht bearbeiteten Beeten. Es wäre schade, diese Vitaminbomben auf den Kompost zu werfen. Neben vielen Vitalstoffen enthalten die wilden Kräuter im Garten jede Menge Pflanzensäfte, die das Blut reinigen und die Verdauung unterstützen. Grund genug, ein paar typische Wildkräuter im Frühling aus dem Garten in die Küche zu bringen. Zum Beispiel den robusten Giersch, der vielen passionierten Gärtnern das Leben schwer macht. Er ist reich an Vitamin C sowie Eisen, Kupfer und Calcium. Am besten schmeckt Giersch, wenn Sie die Blätter fein hacken und auf ein Butterbrot streuen oder über den Salat geben. Mit Pinienkernen, Mandeln und Parmesan gemischt macht sich Giersch auch hervorragend als Pesto. Zerquetschte Blätter als Umschlag helfen schmerzenden Gelenken.

Der frische Spitzwegerich ist mehr als nur ein Zusatz in Hustensaft. Braten Sie die frischen, jungen Blätter in etwas Butter an und geben Sie diese über Pasta. Die Vogelmiere wird ebenfalls zu Unrecht als Unkraut bezeichnet. Die saftigen Triebe können Sie mit der Schere abschneiden und für die Extraportion Vitamin A und C über Gemüse und Salate streuen. Bei einem Frühjahrsspaziergang begegnet Ihnen jetzt auch das Wiesenlabkraut mit seinen weißen, sternförmigen Blüten, das jeden Salat aufpeppt.

Scharbockskraut und Brennnessel sind weitere Wildkräuter, deren Ernte sich im Frühjahr lohnt. Achtung: Scharbockskraut blüht schon im April und sollte dann nicht mehr zum Verzehr gesammelt werden. In der Blüte sind kleine Mengen des giftigen Protoanemonins enthalten.

Tipp: Legen Sie Brennnessel vor dem frischen Verzehr zwischen zwei Lagen Küchenpapier und rollen Sie mit einem Nudelholz kräftig darüber, damit die berüchtigten Brennhaare ihre Wirkung verlieren.

 

 

Wildkräuter im Frühjahr für Leib und Seele

Der Bärlauch hat mittlerweile den Weg in die Gärten gefunden, doch macht es viel mehr Spaß, die Köstlichkeit für Knoblauchfans in der Natur zu ernten. Das aromatische Kraut hat eine stark entgiftende Wirkung auf Verdauungstrakt und Blut. Neben dem Klassiker Gründonnerstagssuppe macht sich Bärlauch auch als Suppe, Pesto oder Aufstrich gut auf dem Tisch. Ein echter Insidertipp sind die männlichen Blütenkätzchen des Haselstrauchs, die als Tee zubereitet eine Fastenkur unterstützen. Mit den jungen Blättern können Sie ab März Ihren Salat aufpeppen. Zusammen mit anderen Wildkräutern lässt sich daraus eine Art Spinatgericht zubereiten. Mit Gemüse können Sie ebenfalls junge Pappelblätter und -blüten kochen. Alternativ lässt sich daraus ein antibakteriell wirkender Tee zubereiten. Junge Ahornblätter ergeben eine gute Grundlage für einen Salat. Auf Wiesen finden Sie nun blühenden Huflattich. Blüten, Stängel und Knospen machen sich gut im Salat oder in Bratlingen und Teigtaschen. 

Falls Sie noch die letzte Erkältung der kalten Jahreszeit im Griff hat, können Sie mit einem Tee aus frischen Huflattichblüten selbst den hartnäckigsten Husten kurieren. Löwenzahn finden Sie schon ab dem späten Winter. Die Heilpflanze hilft bei Harnwegsinfekten und hat eine entwässernde Wirkung. Mit einem selbst gemachten Löwenzahn-Massageöl lösen Sie Muskelverkrampfungen. Füllen Sie Blüten in ein Schraubglas, bedecken Sie alles großzügig mit Öl und lassen Sie diesen Ansatz mindestens vier Wochen stehen. Danach filtern Sie die Flüssigkeit und bewahren das Massageöl in einer dunklen Flasche auf.

Aber bitte: nehmen Sie nur so viel mit, wie Sie verbrauchen können. Blüten sind gerade im Frühjahr die erste Nahrungsquelle für Insekten. Die Pflanzen brauchen die Energie der ersten Blätter um in die Saison zu starten. Daher sollte man Wildkräuter mit Augenmaß ernten und der Natur ihren Teil lassen.

So machen Sie Frühlingskräuter haltbar

Alle Wildkräuter, die Sie im Frühling finden, eignen sich auch für eine Teezubereitung. Als Dosierempfehlung gilt, dass Sie in eine Tasse Wasser zwei Teelöffel frisches oder einen Teelöffel getrocknetes Kraut geben. Im Frühling ist der Gehalt an den wertvollen Wirkstoffen in den Kräutern am größten, sodass Sie schon zeitig im Jahr beginnen können, sich einen Vorrat für Herbst und Winter anzulegen. Wenn Sie die Wildkräuter zu kleinen Sträußen gebunden haben, hängen Sie die Pflanzen kopfüber zum Trocknen auf. Alternativ eignen sich ein dünnes Leintuch als Unterlage oder ein Dörrgerät.

Ein typischer Frühlings-Tee besteht aus jeweils einer Handvoll getrockneter Gänseblümchen, Gundelrebe, Brennnessel, Löwenzahn und Wiesenlabkraut. Diesen Tee können Sie nicht nur trinken, sondern erkaltet auch als Gesichtstonikum nutzen. Frühlings­wild­kräuter können Sie zudem hervorragend in Öl konservieren.

Kräuter aus dem Garten können Sie ergänzend hinzufügen. Wählen Sie zum Beispiel Giersch, Sauerampfer und Labkraut oder Gundelrebe, Liebstöckel, Kerbel sowie Brennnessel und Löwenzahn. Reinigen Sie die Kräuter gründlich und schichten Sie eine einzelne Sorte oder einen Mix in ein Glas. Am Ende gießen Sie Ihre Mischung mit einem hochwertigen Pflanzenöl auf. Achten Sie darauf, dass die oberste Schicht gut mit Öl bedeckt ist, da sich sonst Schimmel bildet.

Oder Sie mischen Wildkräuter mit gerösteten Sonnenblumenkernen, etwas Zitronensaft, frischem Parmesan oder Pecorino und zerkleinern die Zutaten im Mixer bis eine homogene grüne Masse entsteht. Olivenöl geben Sie erst nach dem Mixen hinzu, sonst wird es bitter. In Gläsern abgefüllt und kühl aufbewahrt, haben Sie so eine ebenso delikate wie vitalisierende Pastasoße.