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Wildkräuter im Sommer: köstlich und heilsam

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Wildkräuter haben im Sommer Hochsaison. Neben zahlreichen Pflanzen, die Ihren Speiseplan bereichern, können Sie auch die Hausapotheke füllen und heimisches Wildobst genießen. Hier erfahren Sie, was sich in Juli und August im Wald und auf Wiesen sammeln lässt.

Im Hochsommer blühen artenreiche Wiesen.

  

Wildkräuter im Sommer für Teemischungen und Salat

Im Juli schlägt die große Stunde des Johanniskrauts, das nun in voller Blüte steht. Sie können die Blüten trocknen und daraus einen Tee zubereiten oder Johanniskrautöl herstellen. Weitere Wildkräuter im Sommer, die sich getrocknet für die Teezubereitung eignen, sind Gänseblümchen und der an Vitamin C, Eisen, Kalium und Phosphor reiche weiße Gänsefuß. Ansonsten ist der Juli ideal, um Ihren Speiseplan mit Wildkräutern zu bereichern. Dost, auch wilder Majoran genannt, kann frisch oder getrocknet als feines Gewürz verwendet werden. Brennnesseln sind nun aufgrund ihrer Samenbüschel begehrt, die Sie Salaten und Müslis zugeben. Da die Brennnessel eine äußerst wehrhafte Pflanze ist, sollten Sie bei der Ernte eine Schere benutzen und Handschuhe tragen. Als milde Zugabe im Salat eignet sich das Labkraut, von dem Sie nur die Blüten und oberen Triebe abernten. Die Vogelmiere als typischer Bodendecker breitet sich im Sommer rasant aus. Sie wartet mit viel Kalzium, Magnesium, Eisen und den Vitaminen A und C mit deutlich mehr Nährstoffen auf als die handelsüblichen Salate und lässt sich in der Küche vielseitig einsetzen. Vogelmiere schmeckt in Kräuterquark und lässt sich getrocknet im Winter als Zugabe in Smoothies verwenden.

Sammeln Sie jetzt heimisches Wildobst

Giersch – viele Hobbygärtner fürchten ihn, doch Liebhaber von Wildkräutern freuen sich jetzt auf eine reiche Ausbeute. Mit Glück können Sie seine Blüten in Ihrem Garten ernten und roh oder gekocht damit Salate, Suppen und Eintöpfe aufpeppen. Die jungen Blätter eignen sich hervorragend als Spinatersatz. Roh essen können Sie die Blüten des Weidenröschens. Getrocknet wird daraus ein Tee, der gegen Magenbeschwerden hilft. Wenn Sie durch den Wald streifen, halten Sie auch Ausschau nach heimischem Wildobst. Süße Walderdbeeren wachsen fast überall, mit Glück finden Sie zudem wilde Brombeeren.

Mädesüß für feine Kräuterlimonaden

Giersch begleitet Sie auch im August. Nun sind die Früchte reif, die Sie frisch oder getrocknet als Gewürz nutzen. Die proteinreichen Samenstände von Spitzwegerich und Breitwegerich lassen sich trocknen und bilden eine gute Beigabe für Müslis. An feuchten Stellen finden Sie das weiß blühende Mädesüß. Die Blüten schmecken leicht nach Mandel und lassen sich zu Backwerk, Desserts und Kräuterlimonade verarbeiten. Vergessen Sie nicht, eine gute Portion Mädesüß zu trocknen, um im Winter eine hochwirksame Zutat für Erkältungstee zu haben. Wildkräuter, die Sie im Sommer im Garten finden, sind Ringelblumen, die Sie zu Aufgüssen, Tinkturen oder Salben verarbeiten. Für ein wohltuendes Kräuterbad verwenden Sie den blühenden Beifuß komplett.

So sammeln Sie Wildkräuter richtig

Wenn Sie im Sommer losziehen, um Wildkräuter zu sammeln, sollten Sie zur Sicherheit ein Bestimmungsbuch in den Rucksack packen, da sich manche Pflanzen zum Verwechseln ähnlich sehen. Falls Sie das erste Mal auf Kräutersuche gehen, schauen Sie nach, ob in Ihrer Region geführte Kräuterwanderungen angeboten werden. So lernen Sie, Pflanzen zielsicher zu bestimmen. Ansonsten beherzigen Sie beim Sammeln ein paar einfache Regeln. Sind Sie sich trotz Buch bei der Identifikation einer Pflanze unsicher, lassen sie diese besser stehen. Manche Fundorte entpuppen sich als eine wahre Goldgrube. Die Heinz Sielmann Stiftung rät, dass Sie beim Ernten ein Drittel der Kräuter stehenlassen, damit sich Bestände wieder erholen können. Sammeln Sie nur soviel, wie Sie auch sicher verarbeiten können. Nicht gesammelt werden zudem Pflanzen mit Fäulniserscheinungen oder Flecken. Wildkräuter können mit den Fingern abgeknipst oder mit dem Messer geschnitten werden. Vermeiden Sie es, die Pflanzen einfach auszureißen. Am besten ziehen Sie mit einem Weidenkorb los. Bei kleinen Mengen reicht ein Leinenbeutel aus. Plastiktüten bekommen weder der Umwelt noch den Kräutern – die machen darin schnell schlapp. Sammeln Sie auf möglichst unbelasteten Böden. Industriegebiete, Straßengräben oder landwirtschaftliche Flächen sollten Sie aufgrund von Abgasen, Düngemitteln und ausgebrachter Jauche meiden.