Braunkehlchen findet passenden Lebensraum
Offenland gesucht
Stark gefährdet
Seit einigen Jahren steht das Braunkehlchen immer wieder auf der Roten Liste Deutschlands als stark gefährdet. In einigen Regionen ist es sogar bereits vom Aussterben bedroht.
Mit dem Titel "Vogel des Jahres" erhielt das Braunkehlchen in 2023 eine besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Ob ihm dies zu mehr Schutz und letztlich Aufwind im Bestand verhelfen kann, ist fraglich.
Liebhaber offener Flächen
Braunkehlchen bewohnen am liebsten offene, feuchte Wiesen und Brachen oder Feldränder mit niedriger, lückenhafter Strauchvegetation. Vereinzelt stehende Büsche oder Zaunpfähle dienen den etwa 13 Zentimeter großen Singvögeln als Sing- und Ansitzwarten.
Von hier aus imponieren sie mit Gesang potentiellen Partnern und suchen nach Nahrung. Taucht ein Greifvogel am Himmel auf, verharrt das Braunkehlchen mit senkrecht nach oben gestrecktem Schnabel bewegungslos in der ,Pfahlstellung'. So getarnt ist der kleine Vogel nahezu unsichtbar für Angreifer.
Versteckte Gelege
Schwindende Lebensräume
Nach wenigen Wochen schlüpfen die Küken. Damit sie ungestört flügge werden können, sollten Wiesen allerdings nicht vor Mitte Juli am Boden bearbeitet werden. Doch wo schwere Maschinen rollen, wird darauf oft keine Rücksicht genommen. In unseren Landschaften ist oft kein Platz für die zarten Eier des Wiesenbrüters:
Der zunehmende Flächenverbrauch des Menschen bedroht die Existenz des Braunkehlchens und vieler anderer seltener Wiesenvögel! Intensive Landwirtschaft hat die Braunkehlchen zunehmend aus ihrem Lebensraum vertrieben.
Pestizide vernichten seine Nahrungsgrundlage wie Spinnen, Insekten und Würmer. Zusätzlich trocknen Wasserbaumaßnahmen und regional ausbleibende Niederschläge die für das Braunkehlchen besonders geeigneten Feuchtwiesen immer stärker aus.
Lebensraum mit Seltenheitswert
Letzte Refugien für den Wiesenvogel
Die ehemaligen Truppenübungsplätze und Bergbaufolgelandschaften bieten der bedrohten Vogelart auf großen offenen Flächen mit lückenhafter Vegetation letzte Rückzugsräume.
Auch in Sielmanns Biotopverbünden und Projektgebieten an der Elbe, am Bodensee, am Grünen Band im Eichsfeld und in der Rhön sind Braunkehlchen zuhause. Durch aktive Pflegemaßnahmen in diesen Landschaften bewahrt die Heinz Sielmann Stiftung sowohl die wiesenbrütenden Vögel als auch deren Brutgebiete.
Das könnte Sie auch interessieren
Nicht nur das Braunkehlchen, sondern auch viele andere gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden eine Heimat in Sielmanns Naturlandschaften und Biotopverbünden. Sie wären überrascht, welch seltene Arten hier anzutreffen sind.