Schmetterlinge auf Blütem im bunten Garten
Gartentipps

Ein Garten für Schmetterlinge

Bedrohte Schönheiten

Sie sind selten geworden in unseren Gärten und in der freien Landschaft: Schmetterlinge. Wissenschaftliche Studien belegen, was für viele schon lange trauriges Bauchgefühl ist - unsere Schmetterlinge verschwinden.

Die Roten Listen werden immer länger und immer mehr Arten sind sogar vom Aussterben bedroht. Die Gründe sind der Verlust von Lebensräumen und Futterpflanzen. Auch Überwinterungsmöglichkeiten für Arten, die nicht in den Süden fliegen, sind rar.

Schmetterlinge entwickeln sich in unterschiedlichen Lebensstadien – Raupe, Puppe und Falter – die verschiedenste Lebensbedingungen brauchen.

Die Raupen der meisten Schmetterlingsarten sind auf wenige manchmal sogar nur auf eine Futterpflanze spezialisiert. Als Falter saugen sie dann jedoch meist Nektar unterschiedlicher Blüten.

Bläuling an pinker Blüte

Beeindruckend, aber mittlerweile selten ist der Schwalbenschwanz. Er zählt mit einer Flügelspannweite bis zu sieben Zentimetern zu den größten Tagfaltern Deutschlands.

Die Weibchen legen ihre Eier nicht nur an Wilder Möhre ab, sondern beispielsweise auch sehr gern an Speisemöhren, Fenchel und Dill in Gemüsegärten.

Schwalbenschwanz-Schmetterling an lila Blüte
Große und kleine Raupe mit schwarz-grün-gelben Streifen kriechen auf Stängel

Was die meisten Menschen vergessen: Bevor ein Schmetterling zum bunten Falter werden kann, ist jeder von ihnen eine Raupe - und auch diese brauchen die richtige Raupennahrung!

Die Raupen vieler Schmetterlingsarten fressen an Brennnesseln. Admiral, Tagpfauenauge, Landkärtchen und Kleiner Fuchs legen ihre Eier fast ausschließlich an Brennnesseln ab.

Eine Ecke, in der Brennnesseln gedeihen dürfen, ist leicht umzusetzen und ein enorm wichtiger Schritt für einen schmetterlingsfreundlichen Garten. Ohne Raupennahrung keine Schmetterlinge.

Raupe des Tagpfauenauges an Brennnessel
Taubenschwänzchen fliegt an Natternkopf zum Trinken

Viele Schmetterlinge fliegen - im wahrsten Sinne des Wortes - auf Violett

Dost, Blutweiderich, Flockenblume, Natternkopf, Disteln, Skabiosen und Wilde Karde stehen daher hoch im Kurs.

Auch rote, orange und gelbe Blüten werden vor allem im Hochsommer auf Nektar untersucht. Alant, Fetthenne, Herbstastern, einige Malvenarten oder Sonnenhut überbrücken dann eine Durststrecke für die Falter.

Schmetterling der Art Widderchen auf lila Blüte

Im Herbst berauschen sich die ausgewachsenen Falter gern an Fallobst. Vor allem Admiral, C-Falter und Nierenfleck saugen an heruntergefallenen Pflaumen, Mirabellen oder Birnen. Ist das Obst leicht angegoren, wird die Flugbahn schonmal kurvenreicher!

Der Alkohol macht die Schmetterlinge langsam, behäbig und orientierungslos. Ist der Rausch verflogen, suchen sie nach einem passenden Winterquartier.

Admiral an runtergefallenen Pflaumen

Wenn es kalt wird, ziehen sich Raupen und Puppen in Laubhaufen, zwischen Gras oder in Stein- und Asthaufen und auch in verblühten Stauden zurück und überwintern dort. Darum sollten Stauden erst im warmen Frühjahr zurückgeschnitten werden, wenn die jungen Falter geschlüpft sind.

Einige Arten überwintern als ausgewachsene Falter. Sie suchen Zuflucht in trockenen Garagen, Schuppen, Scheunen oder Dachböden. Im zeitigen Frühjahr sollten Sie unbedingt eine Ausflugmöglichkeit schaffen, sonst finden die Falter den Weg ins Freie nicht und verenden.

 

Haufen braunes Laub auf Wiese
Zitronenfalter auf einem Eichenblatt, das mit Raureif bedeckt ist

Dank Frostschutzmittel im Blut übersteht der Zitronenfalter die kalte Jahreszeit

In naturnahen Gärten finden Schmetterlinge alles, was sie zum Leben brauchen: Futterpflanzen, Nektarangebote und Überwinterungsmöglichkeiten. Strukturvielfalt und heimische Pflanzen sowie der Verzicht auf chemische Insektenvernichtungsmittel bilden die Grundsätze des Naturgartens.

Clever geplante Gärten, die ein ganzjähriges Nektarangebot von heimischen Pflanzenarten bieten, sind also willkommene Quartiere für Schmetterlinge. Gestalten Sie Ihren Garten naturnah und erfreuen Sie sich an farbenfrohen Besuchern.

Hellblauer Schmetterling sitzt auf roter Blüte zwischen Gräsern