In der kasachischen Steppe verschwimmen Horizont und Himmel. Das Auge schweift über die weite Landschaft, die hier fast unendlich scheint. Kein Baum, kein Hügel stören die Weitsicht. Ist das dort hinten Wasser? Oder flimmert die Luft in der heißen Sonne? Es ist kaum auszumachen.
Die Heimat der letzten Wildpferde
Schutz für Przewalski-Pferde & Kulan-Wildesel
Unendliche Weite
Es ist ein Lebensraum der Extreme. Tagsüber wird es heiß, nachts bitterkalt. Die Temperaturen schwanken jahreszeitlich zwischen +40 und - 40 Grad Celsius. Der Wind pfeift über die offene Landschaft. Niedrige Büsche und Kräuter wachsen eng an den Boden gedrückt.
Hier streifen die Przewalski-Pferde über die weite Ebene. Einst waren sie Teil einer der größten Tierwanderungen auf der Erde. Gemeinsam mit den Saiga-Antilopen und Kulan-Wildeseln prägten sie die Graslandschaft. Heute sind sie dank internationaler Schutzbemühungen zurückgekehrt.
Przewalski-Pferde werden in ihrer ursprünglichen Heimat wieder angesiedelt.
Aus Berlin nach Kasachstan
Die Tiere stammen aus Nachzuchten aus europäischen Zoos. Der Zoo in Prag hatte bereits Przewalski-Pferde in der Mongolei ausgewildert und leitet das internationale Erhaltungszuchtprogramm. Ein Teil der Herde kommt aus dem Berliner Tierpark.
Mit Flugzeugen und Lkw wurden die Tiere in das Auswilderungsgebiet gebracht. Ein großes Team aus Naturschutzexperten, Wildtierökologen, Tierpflegern und Veterinären betreut die Pferde und Esel auf ihrer Reise.
Ein Zwischenstopp
Bevor die Przewalski-Pferd endgültig in die Freiheit entlassen werden, können sie sich im Wiederansiedlungszentrum „Alibi“ in Zentralkasachstan behutsam an die neuen Bedingungen gewöhnt. In einem 55 Hektar großen eingezäunten Gehege sollen sie sich an den rauen Lebensraum anpassen.
Die Wiederansiedlungsstation wird von der Naturschutzorganisation "Association for the Conservation of Biodiversity of Kazakhstan" (ACBK) betrieben. Unterstützt wird die Organisation von vielen internationalen Partnern und der kasachischen Regierung.
Unterbringung all inclusive
Die letzte Etappe vor der Auswilderung
Auch die Sozialstruktur der Tiere in ihrer Herde muss sich festigen. In freier Wildbahn sind sie aufeinander angewiesen. Das braucht Vertrauen und klare Regeln untereinander. Dafür bekommen sie im Eingewöhnungsgehege genügend Zeit.
Damit die Pferde später möglichst gesund in die Wildnis galoppieren, werden sie engmaschig von Tierpflegern und Veterinären umsorgt. Die Wiederansiedlungsstation bietet dafür moderne tiermedizinische Infrastruktur.
Es gibt immer etwas zu tun
Im Wiederansiedlungszentrum „Alibi“ gibt es immer etwas zu reparieren oder instand zu setzen. Doch im Frühjahr 2025 kam es besonders heftig. Eine ungewöhnliche Frühjahrsflut beschädigte große Teile des Zentrums.
Für den flutsicheren Wiederaufbau der Wildpferd-Gehege wurde zusätzliche finanzielle Unterstützung benötigt. Die Heinz Sielmann Stiftung stellte dafür Fördermittel in Höhe von 20.000 Euro bereit.
Hier finden Sie mehr Informationen zur Verwendung von Spendengeldern für das Förderprojekt.
Gekommen, um zu bleiben
Eine Bereicherung für das komplette Ökosystem
Doch wozu der ganze Aufwand? Die Wildpferde und Wildesel gestalten das Ökosystem Steppe durch ihr Verhallten maßgeblich. Die Tiere schaffen und erhalten die Biodiversität und Resilienz des Ökosystems. Davon profitieren wiederum viele kleinere Tiere und seltene Pflanzenarten.