Schwar-weißer Vogel mit langen Federn am Hinterkopf steht neben braunem Vogelküken auf grüner Wiese

Maßgeschneiderter Schutz für Wiesenbrüter

Im Frühling erklang viele Jahre in den weiten Feuchtwiesen des Ferbitzer Bruchs das typische „Kiwitt“ des nach diesem Ruf benannten Kiebitzes. Seine akrobatischen Flugmanöver während der Brutzeit gehören zum eindrucksvollen Naturerlebnis dieser Landschaft – und sind doch selten geworden.

Der Ferbitzer Bruch in Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide ist ein Mosaik aus Schilfröhrichten, Feuchtwiesen und Kleingewässern. Wegen seines außergewöhnlichen Artenreichtums steht es seit 1996 unter Naturschutz. Hier leben zahlreiche Tiere und Pflanzen, die auf Feuchtbiotope angewiesen sind.

Dazu gehören auch Wiesenbrüter wie der Kiebitz, der 2024 zum Vogel des Jahres gewählt wurde, um auf seine dramatische Gefährdung aufmerksam zu machen: Seit den 1990er‑Jahren sind die Bestände in Deutschland um fast 90 % eingebrochen.

Zwei schwarzweiße Vögel balzen im Flug miteinander

Wie auf einer Perlenkette ziehen sich normalerweise die Gewässer entlang des Ferbitzer Bruchs durch die Landschaft und glitzern verheißungsvoll aus der Vogelperspektive.

Doch die Folgen des Klimawandels machen auch vor dem ursprünglich sehr artenreichen Naturschutzgebiet nicht Halt! In den trockenen Jahren 2018 bis 2022 ist die Artenvielfalt in den Feuchtwiesen und Niedermoorflächen bedrohlich zurückgegangen.

Luftaufnahme von kleinen Tümpeln zwischen Bäumen auf winterlicher Wiese

Ferbitzer Bruch: Eine Feuchtwiese und ein ausgetrocknetes Kleingewässer

Sumpfiger Teich, im Hintergrund Wiese und Bäume
Grüne Wiese, im Vordergrund trockener Erdboden

Damit das wichtige Brutgebiet des Kiebitzes im Ferbitzer Bruch während der immer länger werdenden Trockenperioden nicht austrocknet, haben wir dort ein Klappenwehr installiert. Es handelt sich dabei um eine Sperre aus massivem Beton in einem Wassergraben, mit der wir den Wasserstand steuern können.

Es hält das wertvolle Regenwasser länger in der Fläche und verhindert, dass es ungehindert in die Havel abfließt. So bleiben Feuchtwiesen und Kleingewässer länger erhalten – ein Segen für viele Arten, darunter auch Wiesenbrüter wie der Kiebitz, die Bekassine oder das Braunkehlchen.

Erdloch, darin drei Bauarbeiter mit orangen Hosen, stellen Bauelemente aus Beton auf, die an Ketten von Kran hängen

Doch Lebensraum allein reicht nicht! Füchse, Marder und Waschbären machen sich nachts über die am Boden abgelegten Eier her. Dank der Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender konnten wir im Frühjahr 2025 einen mobilen Elektrozaun um eines der letzten Brutgebiete in der Döberitzer Heide ziehen.

Meter für Meter haben wir eine Fläche von dreieinhalb Hektar mit einem Elektrozaun eingefasst, der für die Kiebitze kein Hindernis darstellt, für hungrige Raubsäuger aber eine klare Grenze.

Elektrozaun auf der Brutfläche für den Kiebitz
Solarpanel steht auf Wiese zwischen Zäunen aus gespannten blauen Seilen
Zwei Kiebitzküken und Muttertier auf nasser Wiese

Schon in der ersten Saison blieben mehr Nester ungestört, Kiebitz-Küken konnten schlüpfen. Munter tapsten sie unter den wachsamen Augen ihrer Eltern durchs hohe Gras. Jeder gesicherte Brutplatz, jedes geschlüpfte Küken ist ein Gewinn für die Artenvielfalt

Ohne Fördermittel und private Spenden wäre das nicht möglich gewesen – vom Bau des Wehrs über die Anschaffung und Installation des Zauns bis hin zu den regelmäßigen Kontrollen vor Ort. Nun kann im Ferbitzer Bruch neues Leben wachsen. Wenn das kein Grund zur Freude ist!?

Das Beispiel zeigt einmal mehr, wie wir mit Ihrer Unterstützung Lebensräume bewahren und bedrohten Arten die Rückkehr ermöglichen können.

 

Kiebitzküken auf einer Wiese