Zwei grüne Vögel sitzen auf Nadelbaumast mit Schnee
Gartentipps

Vögel im Winter richtig füttern

Zugvögel aus dem hohen Norden sind derzeit auf Nahrungssuche in Mitteleuropa. Berg-Finken, Kreuzschnäbel, Birken- und Erlen-Zeisige, Schwanzmeisen, Seidenschwänze, Raubwürger und Kornweihen finden bei uns den verheißungsvollen Süden, für den sie eine lange Reise auf sich nehmen.

Je nach Art, Größe und Schnabelform brauchen sie sehr unterschiedliche Nahrungsquellen. Mit dem Wissen, welches Futter Ihre gefiederten Besucher benötigen, können Sie die Winterfütterung gezielt anpassen.

Meisenknödel liefern Kohlmeisen (Parus major) und Blaumeisen (Cyanistes caeruleus) reichlich Energie. Spechte picken gern an Schweineschwarte. Kleineren Vögeln kann man dünn zwischen Baumrinde gestrichenes Fett anbieten.

Blaumeise sitzt auf Winterfutter

Einige Vögel sind Spezialisten für die besonders harten Fälle. Eichelhäher (Garrulus glandarius) knacken robuste Haselnüsse, der verwandte Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) sogar die dicken Samen der Zirbelkiefer.

Will man dem Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) etwas Gutes tun, bietet man Kirschkerne an. Nur er kann die harten Kerne mit seinem kräftigen Schnabel aufbrechen.  Grünfinken (Chloris chloris) haben kräftige Schnäbel, mit denen sie selbst Kirschkerne knacken können.

Brauner Vogel sitzt auf Winterfutter und hat Korn im Schnabel

Mischungen mit Hirse, Raps, Rübensamen, Hafer, Hanf und Sonnenblumenkerne sind bei vielen Vögeln beliebt. Man kann die fertigen Mischungen mit Wildsamen von Leinsamen, Distel oder Mohn ergänzen. Grünfinken (Chloris chloris) etwa nehmen bevorzugt Hanfkörner auf.

Im Gegensatz dazu gehören Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) und Zilpzalp (Phylloscopus collybita) eher zu den "Zärtlingen". Ihre kleinen, feinen Schnäbel können nur weiche Nahrung aufpicken. Grob gequetschter Hafer ist für die Schwanzmeise fast schon zu fest. Daher sollten für sie besser Schmelzflocken auf dem Futtertisch liegen.

Person legt Handvoll Vogelfutter aus Glasschale auf schneebedeckten Baumstumpf
Drei Kohlmeisen sitzen in einem Futterhaus im Winter

Studien haben ergeben, dass die Infektionsgefahr durch den Kot der Vögel äußerst gering ist. Ein Grund dafür ist die hohe Köpertemperatur der Kleinvögel, die als natürlicher Infektionsschutz wirkt: Die winzigen Körper sind im Durchschnitt etwa 43° warm.

Hecken mit Vogelbeeren oder Hagebutten sowie abgeblüte Sonnenblumen bieten wertvolle Nahrung. Schneiden Sie Samenstände von Blumen und Stauden erst im Frühjahr. Außerdem benötigen Vögel Versteckmöglichkeiten und Aussichtspunkte. Lassen Sie totes Holz stehen, hier verstecken sich proteinreiche Insekten.

Tipps für einen naturnahen Garten
Stieglitze auf abgeblühten Staudenstengeln