Wilde Weiden - Wo Natur sich selbst gestaltet
Der Fokus der Exkursion liegt auf der extensiven Beweidung durch historische Nutztierrassen und der biologischen Vielfalt, die diese Form der Nutzung mit sich bringt. Gallowayrinder und Konikpferde sind seit Jahrhunderten an raue Lebensräume angepasst und benötigen weder Kraftfutter noch aufwändige Stallhaltung. Als Weidetiere imitieren sie das Verhalten einstiger Wildtiere wie Auerochse und Tarpan: Sie fressen selektiv, wühlen im Boden und schaffen so eine kleinräumige Lebensraumvielfalt aus kurz- und langrasigen Bereichen, offenen Bodenstellen und Gehölzgruppen. Diese Strukturen sind Lebensgrundlage für zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, die auf intensiv bewirtschafteten Flächen längst verschwunden sind.
Auf den Flächen des Ferbitzer Bruchs finden sich seltene Pflanzengesellschaften feuchter Wiesen, blütenreiche Magerrasen und vielfältige Saumstrukturen. Diese Lebensräume bieten Wildbienen, Heuschrecken, Schmetterlingen, Bodenbrütern und Amphibien Rückzugsräume und Lebensgrundlagen. Die Artenvielfalt steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Beweidungsregime: Geringe Besatzdichten und das Fehlen von Dünger und Pestiziden sind entscheidende Voraussetzungen für das Überleben dieser Artengemeinschaften.
Die Fachexkursion „Wilde Weiden" macht erfahrbar, wie traditionelle Nutzungsformen und moderne Naturschutzziele zusammenwirken können – Sielmann-Experte Jörg Fürstenow, der die Flächen genau kennt, zeigt es Ihnen.
Veranstaltungsdetails
Treffpunkt: Natur-Erlebniszentrum Döberitzer Heide, Zur Döberitzer Heide 9, 14641 Wustermark
Zielgruppe: Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren
Themen: Renaturierung, Biodiversität, Beweidung, historische Nutztierrassen, Lebensraumvielfalt, biologische Vielfalt
Anmeldung hier
Telefonnummer: +49 5527 914-444
E-Mail-Adresse: elstal@sielmann-stiftung.de
Wichtiger Hinweis: Festes Schuhwerk, dem Wetter angepasste Kleidung, Getränk empfohlen, ggf. Mückenschutz.