Gefahr im Straßenverkehr Vorfahrt für den Fischotter

Heimlich, still und leise kehrt ein Tier in den Main-Kinzig-Kreis zurück, das in Hessen rund 50 Jahre lang als ausgestorben galt: der Fischotter (Lutra lutra). Diese Nachricht freut uns! Denn unsere Stiftung fühlt sich dem Fischotter ganz besonders verbunden. Der Otter war das Lieblingstier von Heinz Sielmann. Zeit seines Lebens setzte er alles daran, das Aussterben des Fischotters zu verhindern. Aus diesem Grund engagiert sich die Heinz Sielmann Stiftung seit ihrer Gründung intensiv für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiere. Mit Erfolg! Die Zahl der Otter hat sich dank vieler Schutzmaßnahmen in den vergangenen 20 Jahren nahezu verdoppelt. 

Vorfahrt für den Fischotter!

Wir wollen den Fischotter dabei unterstützen, aus eigener Kraft in die wunderbare, urtümliche Natur an der Kinzig zurückzukehren. Durch seine dünne Besiedelung, große verkehrsarme und unzerschnittene Gebiete und natürlich strukturierte Fließgewässer, ist der östliche Teil des Main-Kinzig-Kreises ein idealer Otter-Lebensraum. Eine wissenschaftliche Studie belegt, dass dieses Gebiet zu einem wichtigen Knotenpunkt werden könnte. Isolierte, europäische Otterpopulationen werden hier zukünftig aufeinandertreffen und sich fortpflanzen, was den genetischen Austausch fördert. Dennoch benötigt der Heimkehrer unsere Hilfe, denn es lauert eine tödliche Gefahr auf ihn.

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Immer mehr Fischotter werden überfahren

Fischotter besitzen eine angeborene Scheu, unter Brücken und Querbauwerken hindurch zu schwimmen. Gibt es keinen Uferstreifen, auf dem die Tiere das Hindernis sicher unterqueren können, wählen sie den Weg über die Straße – mit oftmals tödlichen Folgen.

Jedes Jahr kollidieren nach offiziellen Erhebungen etwa 150 bis 200 dieser seltenen Tiere mit Fahrzeugen und sterben einen grausamen Tod. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich sogar noch höher, denn viele der angefahrenen Tiere versterben nicht sofort am Unfallort, sondern schleppen sich schwer verletzt an einen ruhigen Ort, wo sie nach oft tagelangen Qualen verenden. Der Straßenverkehr ist mit rund 75 % die häufigste Todesursache von Fischottern.

Es gibt Hoffnung!

Um den Lebensraum für Otter sicherer zu machen, müssen wir die Gefahrenstellen entlang der Kinzig künftig entschärfen. Dafür werden wir zusammen mit den erfahrenen Partnern der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e.V.) mit einer innovativen Kartierungsmethodik zunächst auf einer 47 Kilometer langen Strecke alle Brückenbauwerke bezüglich ihrer Passierbarkeit überprüfen. Alle Querbauwerke werden erfasst und alle gewässernahen Seen und Teiche kartiert. So wird nötiges Grundlagenwissen geschaffen, um später konkrete Maßnahmen effektiv und zielgenau umsetzten zu können. Die Kartierungen werden rund 30.000 Euro kosten.

Wir hoffen sehr, dass auch Ihnen die Zukunft des Fischotters am Herzen liegt und bitten um die Unterstützung dieses wichtigen Projektes. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, die natürliche Ausbreitung des Fischotters an der Kinzig zu unterstützen.

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Rückblick Heinz Sielmann über sein Lieblingstier

"Seit der Grenzöffnung, zwischen 1990 und 1994, wurden 253 Otter im Land Brandenburg tot aufgefunden. Zwar zeigt diese alarmierende Zahl, dass es in Brandenburg vermutlich die meisten Fischotter in Deutschland geben muss, sie belegt aber auch, dass diese Tiere besonders gefährdet leben.

Jeder Fischotter braucht einen Aktionsradius von zwanzig Kilometern, und weil ein solches Gebiet fast immer von Straßen durch­schnitten wird, gehen siebzig Prozent der toten Otter auf das Konto der Autofahrer. Mit Unterstützung meiner Stiftung sollen Ottertunnel an Totfundschwerpunkten gebaut werden, damit die Fischotter gefahrlos die Straße passieren können."