Spenden Spenden Veranstaltungen Veranstaltungen Newsletter

Bestandserfassung und Schutz des Eurasischen Luchses in NordhessenDen Luchsen auf der Spur

In den letzten Jahren konnten im hessisch-niedersächsischen Grenzbereich vermehrt Zufallsbeobachtungen von Eurasischen Luchsen (Lynx lynx) gemacht werden, die die Vermutung nahe legten, dass sich in diesem Gebiet eine eigenständig reproduzierende Teilpopulation des Luchses im Aufbau befand. Diese Teilpopulation wäre deutschlandweit das erste Luchsvorkommen, das ohne direkte Einwirkung des Menschen zustande gekommen ist. Es wäre außerdem ein wichtiger erster Schritt zur Vernetzung der Harzer Luchspopulation mit der zweiten größeren Luchspopulation in Deutschland im Bayerischen Wald.

Luchse im Klassenzimmer

Daneben wurden 11 sogenannte Kamerapatenschaften an Schulen in der Region vergeben, bei denen den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Projektarbeit vermittelt und anschaulich ein Stück hessischen Waldes in die Klassenzimmer der Region transportiert wurde. Ziel des Schulprojektes ist es, das Bewusstsein der Kinder für den Naturschutz im Allgemeinen, und für den Luchs im Besonderen, zu schärfen und auf diese Weise zur Akzeptanz des Luchses in der Bevölkerung beizutragen. Gesellschaftliche Akzeptanz ist eine der wichtigsten Voraussetzung für die erfolgreiche Ausbreitung des Luchses in der deutschen Kulturlandschaft.

weiterlesen

Achtung, Fotofalle!

Im Rahmen einer Pilotstudie von November 2014 bis Oktober 2015 konnten gemeinsam mit den Projektpartnern sechs adulte Luchse in Nordhessen und Südniedersachsen nachweisen. Ziel des von der Heinz Sielmann Stiftung geförderten Projektes ist es, diese kleine aber hoffnungsvolle Teilpopulation zu überwachen und mögliche Bestandsentwicklungen aufzuzeigen. Während des Berichtszeitraums wurden von November 2015 bis einschließlich März 2016 80 automatische Kameras, sogenannte Fotofallen, in einem etwa 650 km² großen Untersuchungsgebiet südöstlich von Kassel im Einsatz.

Das Luchsprojekt der Universität Göttingen ist als Citizen Science Projekt konzipiert, in dem im Berichtszeitraum sieben ehrenamtliche Mitarbeiter, die sogenannten Luchsscouts, die Forscher bei der Erhebung und Analyse der Daten unterstützen.

weniger

Projektträger und -standortKontakt

Dr. Markus Port
Abteilung Verhaltensökologie
Georg-August-Universität Göttingen

Kellnerweg 6
37077 Göttingen