Spurter aus Springe bringt Stuten in Stimmung Neuer Zuchthengst in der Döberitzer Heide

Elstal. Knapp ein Jahr lang waren die fünf Przewalski-Stuten im Schaugehege der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide solo. Jetzt kommt mit dem fünf Jahre alten „Spurter“ wieder ein Zuchthengst ins Gehege. Der im niedersächsischen Springe geborene Junggeselle hat zuletzt in Meppen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz auf seinen großen Einsatz gewartet. Der Umzug von „Spurter“ in die Döberitzer Heide und die erste Begegnung mit seinem Harem wurde von einem Kamerateam des Norddeutschen Rundfunks begleitet.

Zum ersten Mal in seinem Erwachsenen-Leben bekam es „Spurter“ mit weiblichen Artgenossen zu tun. Gleich nach seiner Ankunft konnte er sich einen Eindruck vom Temperament der Przewalski-Stuten machen: “Spurter ist von den Stuten stürmisch begrüßt worden mit Tritten und Bissen. Das ist bei Przewalski-Pferden aber normal und so wie ich das einschätze, wird Spurter hier bald seine Aufgabe als Zuchthengst erfüllen“, erklärt Peter Nitschke, Geschäftsführer der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Ob „Spurter“ wie sein Vorgänger bei allen fünf Stuten landen kann, wird sich in ein paar Wochen zeigen. Stuten tragen elf Monate, die ersten Spurter-Nachkommen wird es voraussichtlich in einem Jahr geben.

Spurters Vorgänger Billy ist seit letztem Sommer in der Eingewöhnungszone und bereitet sich dort auf sein verdientes Rentnerleben in der Wildnis vor. Der 18 Jahre alte Hengst hatte mit der Zeugung von zwölf Fohlen in fünf Jahren seine Pflicht als Zuchttier im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP erfüllt.

Hintergrund
Die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEP) dienen unter anderem der Erhaltung vom Aussterben bedrohter Arten wie Wisent und Przewalski-Pferd. Das nach einem russischen Expeditionsreisenden benannte Pferd ist die einzige Unterart des Wildpferdes, die in ihrer Wildform bis heute überlebt hat. Nachdem es in freier Wildbahn ausgestorben war, gibt es heute weltweit wieder rund 3.000 Exemplare. Nach erfolgreicher Zucht wird ein Teil der Pferde wieder in ihrer ursprünglichen Herkunftsregion, der Mongolei und Kasachstan ausgewildert, während die anderen Nachkommen dazu beitragen sollen, die Art zu erhalten.

In Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide leben derzeit 22 Przewalski-Pferde. Die Zucht der Tiere wird im Rahmen des EEP vom Kölner Zoo koordiniert. Im besten Fall führt ein EEP dazu, dass in den Zoos eine gesunde, sich selbst erhaltende Population besteht und zusätzlich Tiere wieder ausgewildert werden können, um die wild lebenden Populationen zu unterstützen oder neu aufzubauen.

Döberitzer Heide – Wildnis und Artenvielfalt erleben
Die rund 5.000 Fußballfelder große Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide bietet das Abenteuer Wildnis vor den Toren Berlins. Wer gleichzeitig Ruhe und Vielfalt sucht, ist hier genau richtig. Das Wanderwegenetz umfasst rund 60 Kilometer und führt entlang an Heideflächen, Feuchtwiesen, Mooren, alten Hute- und Laubmischwäldern. Von Aussichtplattformen und dem neuen 13 Meter hohen Aussichtsturm aus erhalten Besucher fas­zi­nierende Einblicke in die Wildniskernzone, ohne das sensible Ökosystem zu stören. Zusammen mit Wisenten, Rot -und Damwild sorgen die Przewalsik-Pferde als „natürliche Rasenmäher“ dafür, die ökologisch wertvollen Halboffen-Landschaften der Döberitzer Heide zu erhalten. Zu sehen sind die tierischen Landschaftspfleger außer in der Wildniskernzone auch im Schaugehege. Neben dem Informationszentrum und dem Streichelzoo für die jüngsten Besucher bietet die Heinz Sielmann Stiftung Besuchern regelmäßig interessante Veranstaltungen und Führungen an. Im letzten Jahr lockte allein das Schaugehege rund 26.000 Besucher an.