Heinz Sielmann Stiftung übernimmt 4000 Hektar Heide auf ehemaligem Truppenübungsplatz Teile der Kyritz-Ruppiner Heide in Nationales Naturerbe aufgenommen

Berlin. Im Land Brandenburg, etwa zwölf Kilometer südlich der Müritz, will sich die Heinz Sielmann Stiftung 2012 in einem weiteren großen Naturschutzprojekt engagieren. Von den rund 13 000 Hektar des ehemaligen Truppenübungsplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide wird die Stiftung 4000 Hektar betreuen. Möglich wurde diese Entscheidung durch den Beschluss des Bundestages, diese Fläche in das Nationale Naturerbe aufzunehmen. Ziel der Heinz Sielmann Stiftung ist es, Teile der einzigartigen Heidelandschaft zu erhalten und zu pflegen.

Gespräche über konkrete Maßnahmen und Pläne werden im Januar mit der Eigentümerin der Flächen, der Bundesanstalt für Immobilienfragen, aufgenommen.

„Zunächst müssen wir die seit 20 Jahren dichter werdenden Bäume und Sträucher nach und nach entfernen, um die Heidelandschaft zu erhalten“, erklärt Lothar Lankow, Projektleiter der Heinz Sielmann Stiftung. „Dafür ist auch die Ansiedlung von tierischen Landschaftspflegern wie Wildpferd und Wisent denkbar. Dazu müsste die Fläche aber zunächst von Munition befreit werden. Und es muss gewährleistet sein, dass die Anwohner, die jahrelang für eine freie Heide gekämpft haben, damit einverstanden sind. Denn für die Tiere müssten wir die Heide teilweise einzäunen.“

Seit Mitte 2011 fanden Abstimmungen mit dem Bundesministerium der Finanzen (BMF), dem BMU, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) statt. Auch das Land Brandenburg hat die Bemühungen der Heinz Sielmann Stiftung unterstützt.

„Wir werden das Projekt aber nur gemeinsam mit den regionalen Partnern voranbringen. Dazu zählen der Landkreis und die Kommunen ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger, die sich seit vielen Jahren gegen alle Pläne engagiert haben, das „Bombodrom" zum größten Luftwaffenübungsplatz in Mitteleuropa zu machen“, sagt Michael Spielmann, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung. „Nur mit deren Zustimmung und mit der Unterstützung von Spendern und Förderern kann die Heinz Sielmann Stiftung ein Projekt dieser Größe und Bedeutung umsetzen.“

Hintergrund-Informationen

Kyritz-Ruppiner Heide – vom Militärmanöver zum Naturschutz
In der Kyritz-Ruppiner Heide liegt der ehemalige Truppenübungsplatz Wittstock. Um seine Nutzung hatte es nach der Wiedervereinigung lange Streit gegeben. Die Bundeswehr plante, das Gelände als Luft-Boden-Schießplatz zu nutzen. Nach massivem Widerstand aus der Bevölkerung und diversen Gerichtsurteilen erklärte das Verteidigungsministerium im Juli 2009 den Verzicht. Dem Beschluss vom 14.12.2011 zufolge bleibt das Areal im Eigentum des Bundes, so dass die Liegenschaft als Ganzes erhalten bleibt. Die als „Bombodrom“ bekannte Fläche umfasst rund 12.500 Hektar und ist eines der letzten großen Refugien des Naturschutzes in Deutschland. Die Nationalen Naturerbe-Fläche von ca. 4000 Hektar wird künftig von der Heinz-Sielmann Stiftung betreut. Sie übernimmt die Kosten für das Personal vor Ort in Höhe von bis zu 320 000 Euro jährlich. Für die Räumung des mit Kampfmittel hoch belasteten Geländes ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zuständig.

Sanfter Tourismus – Wildnis & Artenvielfalt erleben
Die einzigartige Heidelandschaft bietet zahlreichen gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Arten wie Wolf, Wiedehopf und Fischadler Zuflucht. Mit geeigneten Pflegemaßnahmen will die Heinz Sielmann Stiftung in Teilen des Gebietes die ursprüngliche Offenlandschaft erhalten und wiederherstellen. An anderen Stellen soll der vorhandene Wald ökologisch umgebaut und so im Sinne des Naturschutzes aufgewertet werden. Bei der Entwicklung und dem Erhalt der Kyritz-Ruppiner Heide kann die Heinz Sielmann Stiftung auf ihre langjährigen Erfahrungen in der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide zurückgreifen. Auf dem ehemaligen Militärgelände vor den Toren Berlins, das die Stiftung 2004 erwarb, hat sich im Laufe der Jahre ein Naturparadies von unver¬gleichlicher Vielfalt entwickelt. Entstanden ist ein einzigartiges Wildnisgroßprojekt mit Wisenten und Wildpferden, die aufgrund ihres Äsungsverhaltens einen wertvollen Beitrag zur Landschaftspflege leisten und gleichzeitig als Attraktion für Besucher dienen.

Nationales Naturerbe
Zum Nationalen Naturerbe gehören herausragende, charakteristische Landschaften, für die Deutschland auf nationaler, europäischer und globaler Ebene eine besondere Verantwortung besitzt. Die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD vom 11. November 2005 sieht vor, zum Schutz des Nationalen Naturerbes bis zu 125.000 Hektar aus dem Bundeseigentum unentgeltlich an die Länder, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) oder andere Naturschutzorganisationen wie die Heinz Sielmann Stiftung zu übertragen.

 

 

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