Heinz Sielmann Stiftung und EUROPARC Deutschland ermöglichen Flächenkauf im Müritz-Nationalpark

Hohenzieritz – Im Müritz-Nationalpark gelang der Ankauf von rund11 ha besonders wertvoller Naturschutzflächen südlich der Stadt Waren (Müritz) durch eine Spende der Heinz Sielmann Stiftung. Über die online Angebotsplattform für Natur- und Umweltschutz-projekte „Marktplatz Natur“ konnten diese Flächen durch EUROPARC Deutschland e.V. vermittelt werden.

Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, nahm heute im Nationalparkamt Müritz aus den Händen der Vorstände der Heinz Sielmann Stiftung, Michael Beier, und EUROPARC Deutschland, Guido Puhlmann, den Scheck für diesen Flächenkauf entgegen. „Der Ankauf von Privatflächen zu Gunsten des Landes in einem Nationalpark ist eine Investition in die Zukunft, um die Naturschutzziele auf diesen Flächen zu sichern“, betonte der Minister. „Hier handelt es sich um besonders wertvolle Flächen am Ostufer der Feisneck, die Arten enthalten, die in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland sehr selten oder zum Teil sogar vom Aussterben bedroht sind. Ich bin der Heinz Sielmann Stiftung und EUROPARC Deutschland für ihr Engagement außerordentlich dankbar, diese besondere Verantwortung unseres Landes an dieser Stelle zu unterstützen!“  

Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist im Müritz-Nationalpark zu 67% Flächen-eigentümer. Das ist im Bundesvergleich der Nationalparke ungewöhnlich wenig. Daher besteht das Interesse des Landes, diesen Anteil schrittweise zu erhöhen. Andere wichtige öffentliche Eigentümer sind der Bund (13 %) und die Stadt Waren (6%). Die anderen Anteile teilen sich Stiftungen, Kirche und Privateigentümer.  

Ein besonders wichtiger Meilenstein im vorigen Jahr war z.B. der Abschluss der Nationalparkplanung für die Bundesflächen. Damit ist der Bund seinen Verpflichtungen für das Nationale Naturerbe (NNE) im Müritz-Nationalpark gerecht geworden. Das Ostufer der Feisneck ist eine historische Kulturlandschaft, die durch den Weidebetrieb der Warener Ackerbürger entstand. Auf den kargen Sandböden entwickelten sich Trockenrasen mit wärmeliebende Arten, die auch dem ständigen Fraßdruck der Weidetiere standhalten konnten bzw. diesen für ihren Fortbestand sogar benötigen.  

1979 wurde das Gebiet aufgrund seiner einmaligen Artenausstattung Naturschutzgebiet, nach dem hier keine Beweidung mehr stattfand. Durch unzählige Einsätze ehrenamtlicher Helfer wurden deshalb Wiesen gemäht und Büsche beseitigt. Seit 1990 ist das Gebiet Teil des Müritz-Nationalparks. Aktuell ist der Landschaftspflegeverband Mecklenburger Endmoräne mit der Gebietspflege betraut. Das Ostufer der Feisneck gehört zu den schönsten Naherholungs-bereichen der Stadt Waren (Müritz).  

Der Minister dankte bei dieser Gelegenheit den vielen Partnern und Ehren-amtlichen bei der Erhaltung dieser wertvollen Kulturlandschaft: „Nur das Engagement der gesamten Gesellschaft lässt unsere Verantwortung für Natur und Umwelt als Zukunftsinvestition wachsen!“, so der Minister heute in Hohenzieritz.