Artenschutz im Donauried – Heinz Sielmann Stiftung engagiert sich für den Schutz einzigartiger Feuchtwiesen in Bayern Wertvolle Biotope im Donautal enthalten äußerst seltene Arten

Duderstadt. Im Donaugebiet zwischen Neu-Ulm und Donauwörth startet ein Projekt zur Sicherung fast schon verlorener Biotope - der Streu- und Feuchtwiesen. Eine Allianz bestehend aus Bayerischem Naturschutzfonds, Bund Naturschutz Bayern und Heinz Sielmann Stiftung plant, in den kommenden Jahren bis zu 50 Hektar im Donauried zu erwerben und für seltene Arten zu sichern. Vom geplanten Kaufvolumen in Höhe von 800.000 Euro wird der Naturschutzfonds 85% und der Bund Naturschutz und die Heinz Sielmann Stiftung zusammen 15% tragen. Feuchtwiesen sind jahrhundertealte ländliche Lebensräume und zählen zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas.

Im Donaugebiet zwischen Neu-Ulm und Donauwörth startet ein Projekt zur Sicherung fast schon verlorener Biotope - der Streu- und Feuchtwiesen. Eine Allianz bestehend aus Bayerischem Naturschutzfonds, Bund Naturschutz Bayern und Heinz Sielmann Stiftung plant, in den kommenden Jahren bis zu 50 Hektar im Donauried zu erwerben und für seltene Arten zu sichern. Vom geplanten Kaufvolumen in Höhe von 800.000 Euro wird der Naturschutzfonds 85% und der Bund Naturschutz und die Heinz Sielmann Stiftung zusammen 15% tragen. Feuchtwiesen sind jahrhundertealte ländliche Lebensräume und zählen zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas.

„Die Fähigkeit von Feuchtwiesen, hohe CO2-Raten zu speichern, spricht auch im Hinblick auf den Klimaschutz für den Erhalt dieser Kleinode“, erklärt Walter Stelte, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung. Auf den nährstoffarmen Nasswiesen finden sich noch seltene Arten wie der Ameisenbläuling und Vögel wie Blau- und Braunkehlchen. Doch bei anderen Arten wie dem Großen Brachvogel oder dem Kiebitz waren in den letzten Jahrzehnten Bestandseinbrüche um bis zu 90% zu verzeichnen. Auch die Zukunft vieler Pflanzenarten wiedem Lungenenzian und bestimmten Orchideen- und Veilchenarten ist bedroht.

Die Streuwiesen im Donauried entwickelten sich seit dem Mittelalter im Zuge extensiver kleinbäuerlicher Nutzung. Das Heu der Streuwiesen diente als Einstreu im Viehstall, wurde aber mit der Rationalisierung in der Landwirtschaft seit den 1960er Jahren sukzessive durch Stroh ersetzt. Viele Streuwiesen wurden entwässert, in Futtergrünland oder Äcker umgewandelt oder fielen brach. Nur 1% der einstigen Streuwiesen ist heute noch vorhanden. „Gemeinsames Ziel der Projektpartner ist es, mit dem Erwerb und der Pflege von weiteren Feuchtwiesen die Tier- und Pflanzenbestände überlebensfähig zu erhalten, sie aufzuwerten und zu vernetzen und einen genetischen Austausch zwischen ihnen zu gewährleisten“, ergänzt Uli Simmat, Projektmitarbeiter der Heinz Sielmann Stiftung.

Auch die extensiven Feuchtwiesen mit typischen Stromtalarten der Donau, etwa dem Moorveilchen, sind durch Intensivierungen oder Umbruch mittlerweile selten geworden. Mit dem nun beginnenden Kauf von Feuchtwiesen wird ein Naturschutzprojekt fortgeführt, das schon in den vergangenen Jahren mit dem Erwerb von annähernd 80 Hektar Wiesenfläche sehr erfolgreich war. Zusammen mit den zusätzlich geplanten 50 Hektar entsteht ein regionaler Biotopverbund in Naturschutzhand, der Tier- und Pflanzenarten eine solide Überlebensgarantie bietet.

Wichtige Projektpartner sind die Landwirte der Region. Sie haben als Bewirtschafter immer schon eine wichtige Rolle gespielt und werden auch weiterhin im Auftrag der Flächeneigentümer die Wiesen naturschutzgerecht pflegen. Die Streuwiesen des östlichen Donaurieds haben für das schwäbische Donautal eine herausragende gesamtökologische Bedeutung: Sie erfüllen besonders im Überflutungsraum der Donau eine wichtige Funktion als Wasser- und C02-Speicher und haben bei intakten Grundwasserverhältnissen eine Schutzfunktion für die sensiblen Moorböden, die von angrenzenden landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen nicht erfüllt wird.

Die Heinz Sielmann Stiftung wurde 1994 von Professor Heinz Sielmann und seiner Frau Inge Sielmann als gemeinnützige und öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts unter dem Leitsatz „Naturschutz als positive Lebensphilosophie“ gegründet. Die Stiftung betreibt eigene Großprojekte wie die brandenburgischen „Sielmanns Naturlandschaften“ und weitere Biotopverbunde am Bodensee und dem Grünen Band. Sie unterstützt außerdem eine Vielzahl von Biotop- und Artenschutz-Projekten in ganz Deutschland. Außerdem arbeitet sie mit Partnern im europäischen Aus­land zusammen. Die Finanzierung ihre Arbeit wird ermöglicht durch die jährliche Unterstützung vieler Förderer und Spender.

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