Auswilderung in der Döberitzer Heide Rückkehr der Wisente & Wildpferde

Wustermark/OT Elstal (Brandenburg). Seltene Przewalski-Wildpferde und Wisente (Europäische Bisons) ziehen ein in die „Wildniskernzone“ von Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Hier werden sie auf rund 2.000 Hektar im Herdenverband wie in freier Wildbahn leben – nahezu unbeeinflusst vom Menschen. In Europa gibt es gegenwärtig kein vergleichbares Großprojekt dieser Art.

Am kommenden Samstag bietet ein Besuchertag erstmals Gelegenheit, das landschaftlich eindrucksvolle Areal auf 21 Kilometern wandernd zu umrunden.

Am Nachmittag eröffneten Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Inge Sielmann, Stiftungsratsvorsitzende der Heinz Sielmann Stiftung, gemeinsam mit Prof. Dr. Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes, und Brigadegeneral Peter Braunstein, Kommandeur des Standortkommandos Berlin, die so genannte „Wildniskernzone“.
Sie ist Teil des insgesamt rund 3.500 Hektar großen Naturschutzgebietes Döberitzer Heide. Damit rückt die Vision eines wildnis-ähnlichen Naturschutz- und Naherholungsgebiets unmittelbar vor den Toren Berlins in greifbare Nähe.

Der Ministerpräsident betonte, Brandenburg habe mit der Heinz Sielmann Stiftung einen starken Partner an seiner Seite. Platzeck wörtlich: „Die Stiftung hat sich dreier Schmuckstücke des brandenburgischen Naturschutz-Tafelsilbers mit großem ideellen, personellen und materiellen Engagement angenommen. Und sie hat ihre Projekte publikumswirksam geöffnet und gezeigt, wie Naturschutz-, Anwohner- und Besucherinteressen in Einklang gebracht werden können – auch unter den Besonderheiten belasteter Konversionsflächen. Was in der Döberitzer Heide in den vergangenen Jahren zu Wege gebracht wurde, belegt erneut eindrucksvoll: Die Heinz Sielmann Stiftung war und ist ein äußerst verlässlicher, hoch engagierter Partner des Landes im Naturschutz.“

Matthias Freude bekräftigte diese Einschätzung: „Für Naturschützer ist die Döberitzer Heide einer der reichsten aller ehemaligen Truppenübungsplätze und wie ich hinzufügen möchte, einer der schönsten. Es hat sich ganz sicher gelohnt, die Stiftung hier für ein Engagement zu gewinnen.“

Vom kaiserlichen Heer 1895 bis zum Abzug der Roten Armee 1991 nutzte das Militär das Gelände als Truppenübungsplatz. Nahezu unbeeinträchtigt von Besiedelung, Land- und Forstwirtschaft entwickelte sich in der Döberitzer Heide mit mehr als 5.000, andernorts vielfach verdrängten Tier- und Pflanzenarten ein Naturparadies von unvergleichlicher Vielfalt. Die Nachbarschaft der Döberitzer Heide mit der Bundeswehr, die eine Restfläche des Areals als Eigentum hält, bewertete Brigadegeneral Braunstein als folgerichtig und durchweg positiv: „Die Beseitigung militärischer Altlasten und Munition auf ehemaligen Truppenübungsplätzen ist eines der wichtigsten Themen im Rahmen landesweiter Konversionsmaßnahmen. Aufgrund ihrer jahrelangen spezifischen militärischen Nutzung weisen diese Flächen häufig eine besonders wertvolle Naturausstattung auf. Insofern sind der Erhalt und die Pflege solcher Flächen besonders wichtig. In diesem Sinne freuen wir uns auf eine gute Nachbarschaft.“

Inge Sielmann bedankte sich abschließend bei ihren prominenten Gästen mit einer exklusiven Einladung zur Freilassungs-Safari in die Wildniskernzone.

Besuchertag am 8. Mai – Wildnis und Artenvielfalt erleben

Am Samstag, dem 8. Mai, lädt Sielmanns Naturlandschaft anlässlich der Eröffnung der Wildniskernzone von 10.00 bis 18.00 Uhr zu einem großen Besuchertag. In Anwesenheit von Ministerpräsident Matthias Platzeck wird der rund 21 Kilometer umfassende Naturwanderweg zur erstmaligen Umrundung des Wildnisareals freigegeben. Außerdem stehen geführte Safari-Schnuppertouren auf dem Programm sowie ein musikalischer Frühschoppen, verschiedene Mitmachaktionen für Kinder und Besucher, Verkaufs- und Informationsstände, Live-Musik und deftige Spezialitäten aus der Region.


Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide
Ökologisch wertvolle Offenlandschaft zu erhalten und damit Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten zu schaffen – dies setzte sich die Heinz Sielmann Stiftung mit dem Erwerb der Döberitzer Heide 2004 zum Ziel und legte damit den Grundstein für ein einzigartiges Wildnisgroßprojekt. Neben dem Erhalt biologischer Vielfalt ist die Heinz Sielmann Stiftung bestrebt, Naturschutz mit Umweltbildung und sanftem Tourismus zu verbinden und auf diese Weise einmalige Naturlandschaften für den Menschen zu erhalten. Rund 60 Kilometer wird das Wanderwegenetz umfassen, das den Besuchern in den nächsten Jahren zugänglich gemacht wird. Von Aussichtsplattformen erhält man faszinierende Einblicke in die Wildniskernzone, ohne das sensible Ökosystem zu beeinträchtigen. Schaugehege, Informationszentrum, Themenveranstaltungen und -führungen sowie ein Streichelzoo für die jüngsten Besucher ergänzen das Angebot, das im letzten Jahr rund 30.000 Besucher anlockte.

Anfahrt
Bundesstraße 5, Abfahrt Olympisches Dorf/Heinz Sielmann Stiftung; Regionalbahn RE 4 in Richtung Rathenow bis Bahnhof Elstal, weiter mit dem Bus 663 oder 20 Minuten Fußweg.

Öffnungszeiten
Im Sommer (Anfang April bis Ende Oktober) täglich 10.00 bis 18.00 Uhr; im Winter (Anfang November bis Ende März) täglich 10.00 bis 16.00 Uhr.

Spendenkonto Sparkasse Duderstadt
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