Marienkäfer
Unser Verbündeter im Garten: Erfahren Sie mehr über den wertvollen Helfer mit den schwarzen Punkten, heimische Arten und seinen Lebensraum.
Unser Verbündeter im Garten: Erfahren Sie mehr über den wertvollen Helfer mit den schwarzen Punkten, heimische Arten und seinen Lebensraum.
Mit seinen auffällig roten Flügeln und den schwarzen Punkten ist er bei Jung und Alt bekannt: der Marienkäfer. Gartenfreunden und Großstadtfans zaubert er gleichermaßen ein Lächeln ins Gesicht, wenn eines dieser Glückssymbole vorbeifliegt oder den Finger empor krabbelt. Am bekanntesten ist der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) mit seinen roten Flügeldecken und schwarzen Punkten. Doch daneben gibt es viele weitere einheimische Arten mit roter, oranger, gelber oder schwarzer Grundfarbe und den typischen schwarzen oder roten Flecken.
wiegen sehr kleine Marienkäferarten. Für das Gewicht eines Zuckerwürfels braucht es daher circa 60 Exemplare von ihnen.
lebt ein Marienkäfer im Schnitt.
trägt der 24-Punkt-Marienkäfer und hat damit die meisten Punkte unter allen Arten.
gibt es in Deutschland.
frisst der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) täglich.
für den Marienkäfer gibt es weltweit. In Deutschland zum Beispiel Mutschäkiebschn oder Sprinzeminze.
Bunte Warnsignale und ein Faible für wilde Ecken: Hinter der bunten Fassade des Marienkäfers steckt eine Überlebensstrategie und auch bei der Wahl ihres Zuhauses haben die kleinen Käfer besondere Vorlieben.
Marienkäfer sind im Vergleich zu anderen Käfern sehr farbenfroh. Diese Farben haben auch einen ökologischen Sinn. Die Flecken auf den Flügeln in Verbindung mit leuchtender Farbe sind ein geläufiges Signal zur Warnung vor Gefahr. Und tatsächlich: Marienkäfer enthalten Giftanteile im Körper und sind nicht für alle Fressfeinde gleichermaßen verträglich. Werden junge Nestlinge von ihren Vogeleltern mit zu vielen Marienkäfern gefüttert, überleben sie das meist nicht. Ein Vogel muss auch gar nicht alle unterschiedlichen Färbungstypen von Marienkäfern durchprobieren, sondern er erkennt das Grundmuster. Marienkäfer funktionieren als Warngemeinschaft dank normierter Signale. So muss die Gemeinschaft ähnlich aussehender Marienkäferarten weniger Tiere opfern, bis die Vögel die einzelnen Arten kennengelernt haben. Die Anzahl der Punkte sagt übrigens nichts über das Alter eines Marienkäfers aus, sondern ist artspezifisch.
Marienkäfer fühlen sich wohl, wenn sie in naturnahen Gärten Beete mit heimischen Kräuter wie Schnittlauch, Kamille oder Dill vorfinden. Außerdem lieben die kleinen Nützlinge Blumen wie Scharfgabe, Ringelblumen oder Kosmeen.
Besonders unaufgeräumte Gärten locken Marienkäfer an. Hier finden sie wettergeschützte Hohlräume in Laubhaufen, unter Steinen, Rinde oder in Mauerritzen, um den Winter zu überstehen. In diesen Verstecken fallen sie oft in Ansammlungen von mehreren Dutzend bis Hunderten Käfern in Winterstarre. Mitunter suchen Marienkäfer zum Überwintern auch Häuser und Wohnungen auf.
Viele Marienkäferarten ernähren sich von Blattläusen und helfen so dabei, deren Bestände in Schach zu halten. Das macht sie auch im Garten zu gern gesehenen Gästen. Andere Arten haben dagegen Mehltaupilze auf ihrem Speiseplan, einige wenige Arten ernähren sich rein vegetarisch.
Sie alle teilen die Gemeinsamkeit, dass sie sehr wertvoll für unsere Ökosysteme und natürlich auch unsere Gärten sind. Als Gegenspieler zu Blattläusen unterstützen sie die Pflanzen, sind aber auch selbst Beute für viele Vögel, Frösche oder Eidechsen, die sich an die bunten Krabbler heranwagen.
Rot mit schwarzen Punkten? Das ist nur eine von vielen Varianten. Marienkäfer zeigen eine erstaunliche Vielfalt: Je nach Art können sie rot, gelb, orange, braun oder schwarz gefärbt sein. Auch Anzahl, Form und Anordnung ihrer Punkte unterscheiden sich – und manche Arten kommen sogar ganz ohne Punkte daher.
Nützling mit unerwünschten Nebeneffekten: Er ist gekommen, um zu bleiben: Wegen seines extremen Hungers auf Blattläuse wurde der aus Ostasien stammende Asiatische Marienkäfer vor rund 100 Jahren als Helfer in Gewächshäuser nach Europa gebracht. Der Asiatische Marienkäfer hat besonders viele Punkte und über 80 verschiedene Färbungen. Am häufigsten sind die orangefarbenen Arten. Mit 6 bis 8 Millimetern sind asiatische Marienkäfer meist größer als einheimische Arten. Als sicheres Erkennungsmerkmal gilt das schwarze "M" auf hellem Grund, das am Halsschild der meisten Asiatischen Marienkäfer prangt. Seit 2005 verbreitet sich die asiatische Art explosionsartig und ist im Siedlungsbereich inzwischen die häufigste Marienkäferart. Sie infiziert einheimische Arten mit einem Parasiten, gegen den sie selbst immun ist.
Die Heinz Sielmann Stiftung schützt Lebensräume und erhält Streuobstwiesen, auf denen Marienkäfer und andere Insekten heimisch sind.
Mit gezielten Maßnahmen in die naturnahe Gestaltung von Garten, Balkon oder grüner Straßenecke kann auch jeder Mensch zum Erhalt der heimischen Marienkäfer beitragen.