Singvögel
Singvögel begeistern mit ihrem Gesang und ihrer Vielfalt. Erfahren Sie mehr über heimische Arten und wie Sie sie schützen können.
Singvögel begeistern mit ihrem Gesang und ihrer Vielfalt. Erfahren Sie mehr über heimische Arten und wie Sie sie schützen können.
Besonders in den Frühlingsmonaten erfüllen Singvögel mit Pfeifen, Zwitschern und vielstimmigem Gesang die Luft. Mit ihrem ausdauernden Symphoniekonzert kündigen sie eine hellere, wärmere Jahreszeit an. Singvögel sind Vogelarten, deren Gesang besonders ausgeprägt ist. Viele bekannte Arten haben sich an vom Menschen geprägte Kulturlandschaften angepasst. Dazu gehören die Blaumeise (Cyanistes caeruleus), die Nachtigall (Luscinia megarhynchos) und das Rotkehlchen (Erithacus rubecula). Neben diesen vertrauten Arten gibt es Singvögel, die eher abseits menschlicher Gefilde leben. Dazu zählen der Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) und die Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria). Doch die Melodien einiger Singvogelarten ertönen immer seltener. Der Bestand des Baumpiepers (Anthus trivialis) sank in den vergangenen Jahren in einigen Gebieten um bis zu 80 Prozent.
Wenn Singvögel verschwinden, verliert die Landschaft ein Stück ihrer Stimme. Ihr Rückgang zeigt, wie eng Artenvielfalt, Lebensräume und menschliche Nutzung miteinander verbunden sind. Entdecken Sie, warum der Schutz wertvoller Lebensräume für Singvögel und viele andere Arten so wichtig ist.
singt nur noch die Nachtigall.
wiegt der kleinste deutsche Singvogel, das Goldwinterhähnchen (Regulus regulus). Soviel wie zwei Zuckerwürfel.
Körpergewicht verliert ein meisengroßer Vogel in einer Winternacht.
laut ist der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) und damit im Verhältnis zur Körpergröße der lauteste heimische Singvogel.
legt der Steinschmätzer auf seinem Zug ins Winterquartier zurück. Damit ist er Weltrekordhalter unter den Singvögeln.
Singvögel zeichnen sich durch ihre jeweils einzigartige Tonfolge aus. Ihre Gesänge unterscheiden sich je nach Art deutlich voneinander. Singvögel nutzen ihren Gesang vor allem zur Revierverteidigung und zur Partnerwahl. Dabei sind es fast ausnahmslos die Männchen, die singen. Sie behaupten damit ihr Revier gegenüber Rivalen und wollen potenzielle Partnerinnen beeindrucken. Um dabei aufzufallen, verfügen Singvögel über erstaunliche Fähigkeiten.
Singvögel besitzen ein besonderes Stimmorgan: die Syrinx. Mit ihr können sie sogar zweistimmig singen. Um die feinen Unterschiede und Botschaften im Gesang wahrzunehmen, haben sie außerdem einen ausgeprägten Hörsinn. Einige Arten können Tonfolgen speichern und wiedergeben. Damit sie im morgendlichen Konzert nicht untergehen, singen verschiedene Vogelarten zu unterschiedlichen Zeiten. Diese abgestimmte Reihenfolge wird als Vogeluhr bezeichnet
Auch in Städten behaupten sich Singvögel gegen Lärm und Hektik. Über mehrere Generationen hinweg haben sich bemerkenswerte Anpassungen entwickelt. So beginnen städtische Rotkehlchen bereits nachts oder in den frühen Morgenstunden zu singen – dann, wenn es noch ruhig ist. Nachtigallen erhöhen ihre Lautstärke deutlich. Kohlmeisen (Parus major) passen ihre Tonhöhe an und singen in höheren Frequenzen. Stare (Sturnus vulgaris) gehen noch einen Schritt weiter: Sie bereichern ihren Gesang mit fremden Geräuschen. Sie imitieren nicht nur andere Vogelstimmen, sondern auch Alltagsgeräusche wie Türglocken, Handys oder Fahrradklingeln.
Einige Singvögel kommen gut mit den durch den Menschen veränderten Landschaften zurecht. Als sogenannte Kulturfolger – also Arten, die sich an menschliche Lebensräume anpassen – finden sie Nahrung und Nistmöglichkeiten in Städten, Parks oder Gärten. Andere Singvogelarten hingegen bevorzugen ruhigere und ursprünglichere Lebensräume. Sie ziehen sich aus genutzten Landschaften zurück und nisten in abgelegenen, naturnahen Gebieten. Sie flüchten sozusagen aus unseren Kulturflächen hin in großflächige Naturlandschaften.
Singvögel bieten uns nicht nur ein musikalisches Ensemble. Indem sie vermeintliche Pflanzenschädlinge fressen und die Samen von Pflanzen über ihren Kot verbreiten, übernehmen Singvögel eine wichtige Rolle im Ökosystem. Doch der Bestand einiger Singvogelarten gerät zunehmend unter Druck.
Unsere Naturlandschaften bieten zahlreichen Vogelarten geschützte Brutplätze, Rückzugsräume und ein vielfältiges Nahrungsangebot. Mit etwas Geduld lassen sich dort sowohl häufige als auch seltene Arten beobachten. Wir stellen sechs Vögel vor und zeigen, in welchen Landschaften die Chancen besonders gut stehen, sie zu entdecken.
Luscinia svecica
In den feuchten, halb-offenen Gebieten des Biotopverbunds Nette versteckt sich das Blaukehlchen. Hier brütet es im Schutz des Schilfs am Uferrand. Besonders gut zu beobachten sind Blaukehlchen während der Balz im April, wenn sie an exponierter Stelle auf Büschen oder Schilfhalmen ihre blaue Brust präsentieren.Lullula arborea
Die Heidelerche findet in Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide und im Biotopverbund Grünes Band Eichsfeld-Werratal idealen Lebensraum. Auf sonnigen, trockenen und kahlen Flächen findet sie genügend Insekten als Nahrung. Anders als die Feldlerche singt sie nicht nur im Flug, sondern auch gern von Sitzwarten auf Bäumen und Büschen aus.Anthus campestris
In den vegetationsfreien Flächen der Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen, einem ehemaligen Braunkohletagebau, fühlt sich der Brachpieper wohl. Bis auf wenige Ausnahmen kommt er nur noch hier im Nordosten Deutschlands vor. Auf der Suche nach Insekten flitzt er flink über den Sand, ähnlich einer Bachstelze.Lanius collurio
Von Mitte Mai bis August sind Neuntöter in ihrem Brutgebiet in Sielmanns Biotopverbund Grünes Band Eichsfeld-Werratal zu finden. Fast 200 Brutpaare leben in Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide vor den Toren Berlins. Die Tiere sitzen häufig auf den obersten Ästen von Büschen und Sträuchern, um Ausschau nach Beute zu halten. Den Winter verbringen sie in Südafrika.Acrocephalus palustris / Acrocephalus scirpaceus
In den dicht aneinander gereihten Feuchtgebieten von Sielmanns Biotopverbund Bodensee leben Sumpf- und Teichrohrsänger. An Gräben bzw. im Schilfröhricht machen die sonst sehr unscheinbaren Vögel durch ihren charakteristischen Gesang auf sich aufmerksam.Anthus trivialis
Im Biotopverbund Weißenstein findet der Baumpieper eine Heimat. In der hohen Vegetation der Waldränder versteckt er sein napfförmiges Nest in Grasbüschel. Totholz bietet ein reichhaltiges Angebot an Raupen, Spinnen und Insekten. Die Bäume am Waldrand eignen sich hervorragend als Singwarten, von denen der Baumpieper seinen Singflug startet.