Spechte
In Sielmanns Naturlandschaften finden Spechte perfekte Bedingungen. Erfahren Sie hier mehr über Arten und Lebensweise der Zimmerleute des Waldes.
In Sielmanns Naturlandschaften finden Spechte perfekte Bedingungen. Erfahren Sie hier mehr über Arten und Lebensweise der Zimmerleute des Waldes.
Man muss kein Vogelexperte sein, um das markante Klopfen in Wald, Park oder Garten zu erkennen: Hier ist ein Specht unterwegs. Doch warum hämmert er so laut - und bekommt er davon keine Kopfschmerzen? Mit ihren Baumhöhlen erweisen Spechte anderen Tieren einen wichtigen Nutzen. Deshalb gehören sie zu den wichtigsten Baumeistern des Waldes. In unseren Sielmanns Naturlandschaften finden Spechte ideale Lebensbedingungen. Unsere Teammitglieder vom Naturschutz erfassen dort regelmäßig ihren Bestand und beobachten, wie sich die Populationen entwickeln.
kann der Grünspecht (Picus viridis) seine Zunge herausstecken.
brüten Buntspechte (Dendrocopos major) durchschnittlich, bis ihre Nachkommen schlüpfen.
schafft der Schwarzspecht (Dryocopus martius) in einer Sekunde.
bringt der Kleinspecht (Dryobates minor) höchstens auf die Waage.
beträgt die Aufprallgeschwindigkeit des Schnabels beim sogenannten Trommeln.
verschiedene Spechtarten gibt es annähernd weltweit.
Warum Spechte trommeln, wie sie ihre Jungen großziehen und weshalb ihnen das Hämmern keine Kopfschmerzen bereitet.
Spechte hämmern aus verschiedenen Gründen: Während der Paarungszeit machen Spechtmännchen durch extrem schnelles Trommeln Weibchen auf sich aufmerksam. Eine einzelne Trommelsequenz - auch Wirbel genannt - dauert bis zu drei Sekunden und kann aus bis zu 40 Einzelschlägen bestehen. Besonders aktive Spechtmännchen schlagen mehrere Hundert solcher Wirbel pro Tag. Gleichzeitig warnt dieses Klopfen zudem männliche Konkurrenten, dass dieses Revier schon besetzt ist.
Spechte gehören zu den wenigen Vogelarten, die ihre Bruthöhlen selbst in Bäume hämmern. Für den Höhlenbau wählen sie gezielt geschwächte oder bereits teilweise vermoderte Bäume. Bevor sie mit dem Hämmern beginnen, prüfen sie verschiedene Stellen und entscheiden sich für das Holz, das sich am besten eignet. Dort entsteht innerhalb von nur zwei bis drei Wochen ein neues Zuhause. Die vergleichsweise kleine Öffnung der Höhle hoch oben im Stamm bietet viele Vorteile: Sie schützt die Jungen vor Kälte und Regen und erschwert Fressfeinden wie dem Fuchs und Baummarder den Zugang. Dadurch schlüpfen 90 Prozent aller Spechtküken erfolgreich.
Außerdem hackt der Specht auf die Baumrinde ein, um an Insekten und Larven zu gelangen, die sich darunter verbergen. Entdeckt ein Specht in einem Loch oder Spalt leckere Beute, fährt er seine lange, klebrige Zunge aus und spießt das Futter mit Widerhaken auf.
Das Gehirn des Spechts ist nur von sehr wenig Gehirnflüssigkeit umgeben und hat durch seine Neigung eine sehr große Kontaktfläche zur Schädelinnenseite. In Kombination mit seiner geringen Größe wird die Belastung deutlich besser verteilt als bei uns Menschen. Der Specht leidet also keine Schmerzen beim Hämmern.
Zusätzlich verschließt eine spezielle Nickhaut kurz vor Auftreffen des Schlages die Augenlider des Spechts, sodass die Augen nicht hervortreten können und vor herumfliegenden Holzstückchen geschützt sind.
Heinz Sielmann war bekannt für seine Tricks, um den Tieren möglichst nahezukommen. Für die Sendung Zimmerleute des Waldes präparierte er eine Spechthöhle mit einer Glasscheibe. Durch diese gelangen ihm bis dahin einzigartige Aufnahmen eines Spechts, der seine Jungen fütterte. Seine Aufnahmen verschafften ihn bei den Briten den Namen Mister Woodpecker, nachdem er dort seinen Spechtfilm bei der BBC präsentierte.
Blick hinter die KulissenVom winzigen Kleinspecht bis zum imposanten Schwarzspecht: Zehn Spechtarten sind in Deutschland heimisch und besiedeln ganz unterschiedliche Lebensräume. Hier stellen wir sie ihnen vor.
Naturnahe Wälder mit alten Bäumen und Totholz sind für viele Spechtarten unverzichtbar. Deshalb schützt die Heinz Sielmann Stiftung unter anderem in der Schwäbischen Alb wertvolle Waldlebensräume. Im Biotopverbund Bodensee und entlang des Grünen Bands erhält und entwickelt sie zudem Streuobstwiesen, von denen besonders Wendehals, Grün- und Grauspecht profitieren.