Wiedehopf

Der Wiedehopf zählt zu den auffälligsten Vogelarten Europas. Der farbenprächtige Vogel mit seiner aufstellbaren Federhaube sucht seine Nahrung am Boden und findet nur dort ein Zuhause, wo strukturreiche Landschaften und viele Insekten erhalten geblieben sind.

Der Wiedehopf zählt zu den auffälligsten Vogelarten Europas. Seine markante Federhaube, der lange Schnabel und sein ungewöhnlicher Ruf machen ihn unverwechselbar. Der Wiedehopf ist eine typische Vogelart offener und strukturreicher Kulturlandschaften. In Sielmanns Naturlandschaften Brandenburg werden wichtige Lebensräume für den seltenen Vogel geschützt und erhalten. Noch in den 1990er-Jahren wurden in Deutschland weniger als 300 Brutpaare gezählt. Inzwischen nehmen die Bestände wieder zu. Verantwortlich dafür sind vor allem verbesserte Schutzmaßnahmen und der Erhalt geeigneter Lebensräume. Auch steigende Temperaturen spielen eine Rolle, denn der Wiedehopf bevorzugt warme Regionen. In Südeuropa ist die Art deshalb deutlich häufiger anzutreffen.
7 Eier

selten mehr, legt ein Weibchen in die Nisthöhle.

23-25 Tage

bleiben die Jungvögel im Nest, bevor sie ausfliegen.

28 cm

groß wird der Wiedehopf und ist damit etwas größer als eine Amsel.

800-950 Brutpaare

gibt es derzeit etwa in Deutschland.

2022

wurde der Wiedehopf zum Vogel des Jahres gewählt.

6.000 Kilometer

weit kann der Weg ins Winterquartier südlich der Sahara sein.

Je nachdem, welche wissenschaftliche Definition man anwendet, ist Upupa epops eine der nur drei Arten innerhalb der gleichnamigen Familie. Der Afrikanische Wiedehopf und der Madagaskar-Wiedehopf werden als eigenständige Arten geführt. Genauso einzigartig sind sein Aussehen und sein Verhalten. So besteht kaum Verwechslungsgefahr mit anderen Vögeln. Mit seiner markanten Federhaube, dem orange-braunen Gefieder und den schwarz-weiß gemusterten Flügeln ist der Wiedehopf unverwechselbar. In offenen Landschaften mit sandigem Boden wirkt diese auffällige Färbung überraschend gut als Tarnung. Zwischen lockerer Vegetation und sandigem Untergrund wird der Vogel für Feinde aus der Luft beinahe unsichtbar.

Der wissenschaftliche Gattungsname Upupa geht auf den charakteristischen Ruf des Wiedehopfs zurück. Sein dumpf klingendes „up“, „u“ oder „puh“ ist weithin hörbar und dient vor allem der Balz und Reviermarkierung. Die Männchen rufen dabei meist von erhöhten Sitzwarten aus. Bei Gefahr geben Weibchen und Männchen raue Warnrufe von sich, die an den Eichelhäher erinnern. In besonders aufregenden Situationen kommt zusätzlich ein deutliches Schnabelklappern hinzu.

Wiedehopf sitzt auf bemoostem Baumstamm und ruft

Der Wiedehopf bevorzugt offene Landschaften mit trocken-warmem Klima und lockerem Bewuchs. Dazu zählen Heidelandschaften, ehemalige Truppenübungsplätze, Bergbaufolgelandschaften, Trockenhänge oder extensiv genutzte Weiden. Offene Bodenstellen sind für den Vogel besonders wichtig. Dort kann er mit seinem langen Schnabel im Erdreich nach Nahrung stochern. Einzelne Bäume, Felsen oder Pfähle dienen ihm gleichzeitig als Aussichtspunkte.

Luftbild Heidelandschaft Kyritz-Ruppiner Heide

Der Wiedehopf jagt vor allem am Boden. In sandigen Landschaften und Heiden sucht er zu Fuß nach Heuschrecken, Käfern, Grillen sowie Insektenlarven und Würmern. Auch kleine Eidechsen oder Spinnen stehen auf seinem Speiseplan. Vor allem die Kükenbenötigen diese eiweißreiche Nahrung, um schnell zu wachsen und genügend Kraft für den Zug in die Winterquartiere zu sammeln. In intensiv genutzten Agrarlandschaften fehlen jedoch häufig geeignete Insekten als Nahrungsquelle. Deshalb ist der Wiedehopf aus vielen landwirtschaftlich geprägten Regionen nahezu verschwunden.

Wiedehopf läuft im Sand mit Feldgrille im Schnabel

In Sielmanns Naturlandschaften Brandenburg findet der Wiedehopf geeignete Lebensräume. Besonders ehemalige Braunkohletagebaue und frühere Truppenübungsplätze bieten offene Landschaften mit guten Nahrungsbedingungen. Da in diesen jungen Gebieten oft alte Bäume mit natürlichen Nisthöhlen fehlen, unterstützen wir die Wiedehopfpopulation mit speziellen Nistkästen. So helfen wir der Art, bis sich genügend natürliche Brutplätze entwickeln. Das reichhaltige Nahrungsangebot in den offenen Landschaften sorgt dafür, dass viele Jungvögel erfolgreich großgezogen werden können. Besucherinnen und Besucher können den Wiedehopf bei Veranstaltungen oder entlang ausgewählter Wanderwege erleben.

Erfolg

Wir beringen Wiedehopfe, um wirksame und zielgerichtete Schutzmaßnahmen für diese besondere Vogelart zu entwickeln.

Erfolg

Der positive Trend ist das Ergebnis systematischer Arbeit. Seit fünf Jahren kontrollieren Vogelexperte Tim Funkenberg von der Heinz Sielmann Stiftung und der ehrenamtliche Vogelberinger Robert Stein regelmäßig Nistkästen, dokumentieren Bruterfolge und versehen Küken mit Ringen. Das diesjährige Monitoring markiert für die beiden einen besonderen Meilenstein: In 16 Gelegen stellten sie insgesamt 106 Eier fest und konnten später 72 Jungvögel sowie drei bisher unmarkierte Alttiere erfolgreich beringen. Zum Start des Monitorings im Jahr 2021 hatten Funkenberg und Stein noch 14 Küken beringt, 2024 waren es schon 58 Jungtiere. 2025 markiert nun einen neuen Spitzenwert.

„Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung“, sagt Tim Funkenberg: „Sie zeigt, dass Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide ein idealer Lebensraum für Wiedehopfe ist. In der offenen und halboffenen Heidelandschaft finden die Vögel ein reichhaltiges Nahrungsangebot und geeignete Brutplätze. Mit der kontinuierlichen Pflege der Landschaft und dem gezielten Ausbringen von Nistkästen leisten wir einen spürbaren Beitrag dazu. So können die Vögel teilweise sogar zwei Bruten pro Jahr erfolgreich durchbringen.“

Besserer Schutz durch fundiertes Monitoring

Das Monitoring ist eine entscheidende Grundlage für die Natur- und Artenschutzmaßnahmen der Stiftung. Jeder gefundene Jungvogel erhält von den Experten einen kleinen leichten Metallring am Bein mit einer individuellen Kennnummer. Die Beringung und Kontrollen erfolgen zügig und mit größter Sorgfalt, damit die Altvögel die Versorgung ihrer Küken in wenigen Minuten fortsetzen können.

Anhand des Ringes und entsprechender Wiederfunde lassen sich später Erkenntnisse über den Lebensweg jedes einzelnen Vogels sammeln. Wo und wann wurde er geboren, welche Route fliegt er im Herbst und Frühjahr, wie lange hat er gelebt? Zudem werden wichtige Erkenntnisse über die Brutbiologie gesammelt wie zum Beispiel Gelegegröße, Überlebensrate der Jungvögel und Anzahl an Bruten. Die Daten werden in der Beringungszentrale Hiddensee zusammengetragen. Für die Wissenschaft und den Naturschutz liefern sie wichtige Einblicke in langfristige Populationsentwicklungen, Gefährdungsursachen und vieles mehr.

Brandenburg trägt besondere Verantwortung

Der Wiedehopf ist wärmeliebend und auf strukturreiche, offene bis halboffene Landschaften angewiesen. Er jagt überwiegend am Boden in trockenen, sonnigen Bereichen mit kurzen Grasstrukturen und vegetationsfreien Stellen nach großen Insekten wie Heuschrecken und Käfern. Solche Bedingungen findet der Wiedehopf besonders in den Brandenburgischen Heidelandschaften und Sandrasen vor. Tatsächlich ist Brandenburg für die Art in Deutschland von zentraler Bedeutung, etwa die Hälfte des bundesweiten Bestands brütet hier.

Ohne menschliche Eingriffe wachsen Heidelandschaften schnell zu und verlieren ihren Offenlandcharakter. Es braucht daher regelmäßige naturschutzfachliche Landschaftspflege, um sie artenreich und offen zu halten. Die Döberitzer Heide ist dafür ein Lehrbuchbeispiel: Hier hat die Heinz Sielmann Stiftung seit 2010 wilde Pflanzenfresser wie Wisente und Przewalski-Pferde angesiedelt und extensive Beweidungskonzepte mit Nutztieren wie Rindern und Schafen entwickelt. Die Weidetiere helfen seitdem dabei, die für den Wiedehopf und viele weitere gefährdete Arten lebenswichtige Offenlandschaft zu erhalten.

Wiedehopf verbringt die kalte Jahreszeit in Afrika

Wer den Wiedehopf in der Döberitzer Heide beobachten möchte, hat die besten Chancen zur Balzzeit im April und Mai oder im Juli, wenn die Jungvögel flügge werden und mit den Eltern auf Nahrungssuche gehen. Ab Mitte August zieht der Wiedehopf in seine Überwinterungsgebiete nach Afrika. Für Tim Funkenberg kommt jetzt die Zeit zum Saubermachen: „Die Abwesenheit der Wiedehopfe im Herbst und Winter nutzen wir, um die Nisthilfen für die Rückkehr der Vögel ab Ende März vorzubereiten.“

Mehr über Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide erfahren Sie hier.

Erfolg

Trotz seiner auffälligen Erscheinung ist der Wiedehopf in Brandenburg nur noch selten zu sehen. In ganz Deutschland steht der Vogel auf der Roten Liste. Auch in Brandenburg zählt er zu den bedrohten Arten. Besonders im Umfeld der Bergbaufolgelandschaften sowie in Bereichen ehemaliger Truppenübungsplätze sucht sich der Wiedehopf geeignete Plätze. „Allerdings sind gerade in diesen Bereichen geeignete Brutmöglichkeiten rar“, sagt Ralf Donat, Projektkoordinator und Leiter von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen. Deshalb wurden bereits in den vergangenen Jahren am Rande der ehemaligen Bergbaureviere Schlabendorf-Nord und Schlabendorf-Süd mit großem Erfolg Kästen ausgebracht. Nun sollen über das gesamte Naturparkgebiet an geeigneten Orten weitere Brutmöglichkeiten geschaffen werden.

Die Identifizierung und Beurteilung wiedehopffreundlicher Flächen geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem NABU-Regionalverband Biologischer Arbeitskreis Alwin Arndt Luckau e.V. Die Vergabe der Kästen erfolgt kostenfrei direkt über das Natur-Erlebniszentrum in Wanninchen. Interessierte können sich telefonisch unter 05527-914341 oder per Mail an wanninchen@sielmann-stiftung.de anmelden.

Unterstützt wird das Projekt von der im Naturpark ansässigen Wiedehopfen GbR, die zu Ehren des Vogels seit 2022 ein besonderes Craft-Bier brauen lässt: das Wiedehopfen. Um zu verhindern, dass der hübsche Vogel zukünftig nur noch die Flaschen des alkoholischen Getränks ziert, werden aus den Einnahmen des Verkaufs Kooperationen und Artenschutzprojekte initiiert.

Wie gut die Nisthilfen angenommen werden, soll künftig in enger Abstimmung zwischen der Heinz Sielmann Stiftung und der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald kontrolliert werden. Letztere unterstützt das Projekt auch finanziell.

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, bedrohte Arten und ihre Lebensräume wirksam zu bewahren.

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