Wildbienen
Sie sind klein, oft unscheinbar – und für unsere Natur unverzichtbar. Wildbienen bestäuben unzählige Pflanzen und sichern so die Artenvielfalt. Doch viele Arten sind bedroht.
Sie sind klein, oft unscheinbar – und für unsere Natur unverzichtbar. Wildbienen bestäuben unzählige Pflanzen und sichern so die Artenvielfalt. Doch viele Arten sind bedroht.
Wildbienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern unserer Ökosysteme. Wenn die Sommersonne lacht und alles blüht, sind sie unermüdlich unterwegs und sammeln Pollen sowie Nektar. Die faszinierenden Insekten leisten einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Bäumen, Wildpflanzen und Nutzpflanzen. Durch ihren Einsatz bestäuben Wildbienen fünfmal so viele Pflanzen wie die domestizierte Honigbiene. Doch die kleinen Helfer geraten zunehmend unter Druck: Rund die Hälfte aller Wildbienenarten gilt laut der Roten Liste Deutschlands mindestens als gefährdet. Wildbienen zu schützen bedeutet deshalb auch, unsere Artenvielfalt und viele natürliche Lebensräume zu bewahren.
können Wildbienen groß sein.
aller Wildbienenarten stehen auf der roten Liste.
aller Wildbienenarten leben solitär, also nicht in Staaten.
der Wildbienenarten nisten unter der Erde.
gibt es in Deutschland.
Wildbienen sichern die Bestäubung vieler Wild- und Nutzpflanzen. Etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion hängt von ihrer Bestäubungsleistung ab. Damit sind sie nicht nur unersetzlich für Ernteerträge in der Landwirtschaft, sondern tragen gleichzeitig entscheidend dazu bei, die Vielfalt und Existenz zahlreicher Wildpflanzen zu erhalten.
Viele Wildbienenarten sind hoch spezialisiert. Manche sammeln ausschließlich den Pollen einer einzigen Pflanzengattung oder -familie. Andere Zuckerquellen verschmähen sie. In Sielmanns Naturlandschaft in Brandenburg leben solche spezialisierten Arten. Dazu gehört beispielsweise die Heidekraut-Sandbiene (Andrena fuscipes), die auf Besenheide (Calluna vulgaris) angewiesen ist. Verschwindet die offene Heidelandschaft, geraten auch diese Wildbienenarten in Gefahr.
Die meisten Wildbienenarten bauen ihre Nester in der Erde. Besonders geeignet sind sonnige und lockere Sandflächen. Dort graben die Tiere kleine Gänge in die Erde – sogenannte Niströhren. Diese reichen von wenigen Zentimetern bis zu einem Meter tief in den Boden. Am Ende der Niströhre legen die Wildbienen ihre Brutzellen an. Einige Arten gestalten diese besonders kunstvoll: Blattschneiderbienen (Megachile) kleiden ihre Nester mit Blattstücken aus. Die Mohnbiene (Hoplitis papaveris) verziert ihre Niströhre mit Teilen von Blüten.
Beim Sammeln tragen Wildbienen Pollen von einer Blüte zur nächsten und befruchten damit ganz nebenbei die Pflanzen, auf denen sie landen. So können einzelne Tiere täglich bis zu 5.000 Blüten bestäuben. Wildbienen sind im Gegensatz zu Honigbienen oft schon bei niedrigeren Temperaturen und geringer Sonneneinstrahlung aktiv. Dadurch bestäuben sie Pflanzen auch bei schlechtem Wetter. Außerdem fliegen auch die Wildbienen-Männchen Blüten an, was bei Honigbienen nur den Arbeiterinnen vorbehalten ist. Damit tragen Wildbienen innerhalb der gleichen Anzahl besuchter Blüten doppelt so stark zur Bestäubung bei wie Honigbienen.
Honigbienen (links im Bild) sind Nutztiere, die der Mensch vor einigen Tausend Jahren domestiziert hat. Honigbienen leben zusammen mit ihrer Königin in einem sozial organisierten Staat, dem Bienenstock. Hier übernimmt jeder seine ihm zugewiesene Aufgabe, um den Nachwuchs zu sichern.
Die meisten Wildbienenarten (rechts im Bild) hingegen leben als Einzelgänger. Sie kümmern sich ganz allein um das Nest, die Brutzellen, die Eier und die Versorgung der Nachkommen.
Ob Mauerbiene, Hummel oder Sandbiene – jede Wildbienenart hat ihre eigenen Ansprüche und spielt eine wichtige Rolle für unsere Natur.
Das Bienensterben ist inzwischen in aller Munde. Von den bei uns heimischen über 600 Wildbienenarten, gilt inzwischen die Hälfte als gefährdet. Doch was sind die Gründe für ihr massives Sterben?