Luftbild der Weiherlandschaft im goldenen Sonnenlicht

Seit inzwischen über 20 Jahren gestaltet die Heinz Sielmann Stiftung in der Bodenseeregion eines der größten Biotopverbund-Projekte Deutschlands. Aus einem Telefonat zwischen Heinz Sielmann und Prof. Dr. Peter Berthold entstand ein Modellprojekt, das heute mit über 250 Maßnahmen als ein Vorzeigeprojekt für den Biotopverbund in Deutschland gilt.

Die Bodenseeregion ist ein Hotspot der Artenvielfalt und zugleich stark von Zersiedelung und Landwirtschaft geprägt. Die Heinz Sielmann Stiftung vernetzt hier Lebensräume – von Feuchtgebieten bis zu artenreichen Wiesen – und schafft so auch Wanderkorridore, die bedrohten Tier- und Pflanzenarten langfristig ein Überleben sichern.

Lage
Größe
Lebensräume
Besonderheiten
Global Goals

Die Flächen erstrecken sich über mehrere Landkreise direkt am Bodensee und nördlich davon, einem Gebiet mit hohem Druck auf Natur und Landschaft. Einzelne, isolierte Schutzgebiete reichen hier nicht aus, um gefährdete Arten dauerhaft zu erhalten. Durch die gezielte Verbindung von Wäldern, Feucht- und Offenland entsteht ein funktionierendes Netzwerk, das Tiere und Pflanzen miteinander verknüpft und die regionale Artenvielfalt nachhaltig stärkt.

Seit 2004 hat die Stiftung in der Bodenseeregion über 200 naturnahe Lebensräume geschaffen oder renaturiert: Still- und Fließgewässer, Streuobstwiesen, extensiv genutzte Weiden und Wälder sowie artenreiche Wiesen. Die Vernetzung dieser Biotopbausteine schafft Wanderkorridore für Vögel, Insekten und Amphibien, ermöglicht genetischen Austausch und stabilisiert Populationen. Kooperation mit Kommunen, Landnutzer:innen und Behörden stellt den langfristigen Erfolg sicher.

Weiherlandschaft mit Bäumen im goldenen Sonnenlicht

Von Amphibien und Libellen bis hin zu seltenen Vogelarten und Orchideen: Die Bodenseeregion bietet zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten wichtige Rückzugsorte und Wanderkorridore für ihr langfristiges Überleben.

Heller Wiesenknopf-Ameisenblaeuling sitzt auf einer Pflanze
Maculinea teleius
Sehr hohes Risiko des Aussterbens
Eisvogel fliegt mit Beute aus Wasser raus
Alcedo atthis
Hohes Risiko des Aussterbens
wachsender Fliegenragwurz
Ophrys insectifera
Hohes Risiko des Aussterbens
Orchis militaris
Hohes Risiko des Aussterbens
Laubfrosch klammert sich an einen Ast
Hyla arborea
Hohes Risiko des Aussterbens
Kleine Pechlibelle sitzt an einem Stiel
Ischnura pumilio
Bestände merklich rückläufig, aber aktuell noch nicht gefährdet
Bergmolch schwimmt an Wasserpflanze
Ichthyosaura alpestris
Die Bestände der Art sind stabil
Blaufluegel Prachtlibelle sitzt auf einem Blatt
Calopteryx virgo
Die Bestände der Art sind stabil
Erdkroete sitzt zwischen Gras
Bufo bufo
Die Bestände der Art sind stabil
Granatauge sitzt an einem Stiel
Erythromma najas
Die Bestände der Art sind stabil
Laubschrecke sitzt auf einem Blatt
Mecostethus parapleurus
Die Bestände der Art sind stabil
Schwarzkehlchen steht auf dem Ende eines Stammes
Saxicola rubicola
Die Bestände der Art sind stabil
Sumpfrohrsänger sitzt auf einem Ast
Acrocephalus palustris
Die Bestände der Art sind stabil
Sumpfschrecke sitzt auf einem Blatt
Stethophyma grossum
Die Bestände der Art sind stabil
Zwergtaucher steht im Wasser
Tachybaptus ruficollis
Die Bestände der Art sind stabil
Angaben gemäß der Roten Liste Deutschlands

Die Heinz Sielmann Stiftung unternahm 2004 den ersten Spatenstich in der Bodenseeregion auf Initiative des renommierten Ornithologen Prof. Dr. Peter Berthold, der hier die Vision einer vernetzten Naturlandschaft entwickelte. Gemeinsam mit Heinz Sielmann erkannte er früh, dass einzelne Schutzgebiete nicht ausreichen, um bedrohte Arten langfristig zu erhalten. Es müssen auch  Lebensräume außerhalb von Schutzgebieten erhalten und miteinander verbunden werden, um Wanderbewegungen und genetischen Austausch zu ermöglichen. Der Bodensee war für dieses Vorhaben ideal: Er ist nicht nur ein Hotspot der Artenvielfalt, sondern auch ein Gebiet, in dem der Druck durch Landwirtschaft und Siedlungsentwicklung besonders hoch ist. Hier konnte die Stiftung zeigen, wie Naturschutz durch gezielte Vernetzung und unter Einbindung zahlreicher Partner funktioniert – ein Erfolgsmodell, das inzwischen bundesweit Nachahmung findet.

Prof. Dr. Peter Berthold und Heinz Sielmann

Gemeinsam mit regionalen Partnern hat die Heinz Sielmann Stiftung bereits über 200 naturnahe Lebensräume geschaffen oder renaturiert. Auf eigens erworbenen Flächen, öffentlichen und privaten Grundstücken finden sich heute Dutzende Still- und Fließgewässer, Streuobstwiesen und extensive Weideflächen. Die Maßnahmen erstrecken sich über vier Landkreise und ein Projektgebiet von insgesamt 400.000 Hektar. Innerhalb dieses Gebiets liegen die von uns betreuten Projektflächen, die wertvolle Rückzugsorte für bedrohte Tier- und Pflanzenarten bieten.

Indem sie Lebensräume vernetzt, schafft die Stiftung Wanderkorridore, die das langfristige Überleben gefährdeter Arten sichern. Dabei setzt die Heinz Sielmann Stiftung auf Kooperation: Behörden, Kommunen und Landnutzende werden aktiv in die Projekte eingebunden, um gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Wasserbüffel im Wasser mit Ufervegetation
Blühende Weiherlandschaft bei Lippertsreute
Verkannter Wasserschlauch mit gelben Blüten in Gewässer
Großaufnahme von Apfelblüten am Baum
Streuobstwiese mit Schafen
Durch die schonende Beweidung des feuchten Offenlandes mit Wasserbüffeln schafft die Stiftung Lebensraum zum Beispiel an der Moosmühle bei Leutkirch im Allgäu für den Kiebitz, einen früher häufigen und heute stark gefährdeten Wiesenvogel. Der Einsatz der vierbeinigen Landschaftspfleger ist ökonomisch und ökologisch günstiger und effektiver als die Mahd der Flächen mit angepasster Spezialtechnik.
Wasserbüffel im Wasser mit Ufervegetation
Um gefährdeten Amphibien in Zeiten des Klimawandels langfristig Lebensraum zur Verfügung stellen zu können, legte die Heinz Sielmann Stiftung bislang bereits über 80 Weiher und Tümpel rund in den vier genannten Landkreisen an bzw. renaturierte bestehende Stillgewässer.
Blühende Weiherlandschaft bei Lippertsreute
Naturnahe Fließgewässer sind selten geworden. Ein Großteil der Bäche und Flüsse ist durch Verrohrungen, Begradigungen und Betongerinne stark ausgebaut. Das macht Fließgewässer zu monotonen Lebensräumen. Durch Renaturierungen werden aus eingezwängten Kanälen wieder lebendige Gewässer mit vielfältigen ökologischen Funktionen und somit Lebensraum für eine Vielzahl von Arten.
Verkannter Wasserschlauch mit gelben Blüten in Gewässer
Durch aktives Engagement erhält die Stiftung ökologisch wertvolle Streuobstwiesen, um die natürliche Vielfalt mit der regionalen kulturellen Identität zu verbinden. Der Anbau von Obstsorten ist ein Kulturgut, das durch menschliche Erfahrung und Überlieferung über Generationen hinweg weitergeben wird. Zudem können bis zu 4.000 verschiedene Arten in dem Lebensraum Streuobstwiese vorkommen.
Großaufnahme von Apfelblüten am Baum
In der ehemaligen Kiesgrube Oberankenreute bei Schlier hat die Heinz Sielmann Stiftung auf rund sechs Hektar eine extensive Ziegen- bzw. Schafbeweidung etabliert. Offen gehaltene Flächen und neu angelegte Tümpel bilden ein vielfältiges Landschaftsmosaik und bieten Lebensraum für Orchideen, Zauneidechse sowie zahlreiche Amphibien, Vögel, Libellen, Schmetterlinge und Heuschrecken.
Streuobstwiese mit Schafen
Erfolg

Der Laubfrosch war bis zuletzt im Landkreis Ravensburg bedenklich zurückgegangen und gilt in Baden-Württemberg als stark gefährdet. Das von der Heinz Sielmann Stiftung, dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Ravensburg e.V. (LEV) und dem Landkreis Ravensburg gemeinsam getragene Projekt zielt deshalb darauf ab, dem Laubfrosch wieder bessere Überlebenschancen im Landkreis zu bieten. Finanziert wird das Projekt zu 80 Prozent von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg.

Mit der aktuellen Umsetzungsphase ist nun ein wichtiger Schritt angelaufen, um die 50 geplanten Tümpel bis 2027 zu realisieren. „Die ersten 11 Tümpel haben wir bereits im vergangenen Winter angelegt und im Sommer hat der LEV mit der Ansiedlung von nachgezüchteten Jungfröschen begonnen. Mit der Umsetzung der nächsten 20 Kleingewässer liegen wir gut in der Zeit. Wir sind aktuell sehr optimistisch, dass wir unser Projektziel bis 2027 erreichen werden“, berichtet Matthias Roth, Projektmitarbeiter der Heinz Sielmann Stiftung.

Projekt erhält viel Unterstützung aus der Bevölkerung

Der bisherige Erfolg des Projekts ist maßgeblich auch den vielen öffentlichen und privaten Grundbesitzern zu verdanken, die seit dem ersten Aufruf im Herbst 2024 geeignete Flächen für die neuen Tümpel zur Verfügung gestellt haben. „Die Hilfsbereitschaft der Menschen in der Region ist großartig. Zeitweise bekamen wir mehr Angebote für Flächen, als wir zeitnah bearbeiten konnten. Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung und freuen uns, dass das Projekt auf so viel Rückhalt in der Bevölkerung stößt“, sagt Roth.

Baggern für den Naturschutz

Die aktuell entstehenden 20 Gewässer werden bis Februar 2026 in den Gemarkungen Kißlegg, Bergatreute, Bad-Waldsee, Baienfurt, Baindt, Berg und Waldburg ausgebaggert. Für die Laichablage brauchen die Frösche viele Flachwasserzonen, maximal erreichen die Tümpel eine Tiefe von einem Meter. Die Laubfrösche überwintern zudem an Land, hierzu eignen sich frostfreie Stellen in Hecken und Wurzelgängen. Die Tümpel müssen sonnig gelegen sein und genügend Platz für eine natürliche Uferzone bieten.

Damit sie nicht wieder verlanden, ist die Freihaltung des unmittelbaren Uferbereichs notwendig. Außerdem dürfen keine Fische in die Tümpel gelangen, da diese den Laich der Frösche fressen. „Viele Grundbesitzer übernehmen die langfristige Pflege der Gewässer, damit die Lebensräume dauerhaft erhalten bleiben, auch dafür sind wir ihnen sehr dankbar“, betont Matthias Roth.

Neuansiedlung in der Gemarkung Kißlegg

In der Gemeinde Kißlegg wurden bereits im Sommer nachgezüchtete Laubfrösche ausgesetzt. Der LEV hatte den im Frühjahr gesammelten Laich erfolgreich in seiner Aufzuchtstation herangezogen. Kißleggs Bürgermeister Dieter Krattenmacher zeigt sich hocherfreut über die neuen Bewohner: „Ich möchte mich bei der Heinz Sielmann Stiftung und dem LEV für die Laubfrösche bedanken, die seit einigen Monaten wieder auf unserem Gemeindegebiet unterwegs sind. Ich hoffe inständig, dass es uns hier gelingt, wieder stabile Populationen zu entwickeln.“

Mehr Information zum Projekt unter www.laubfrosch.info.

Erfolg

Dungkäfer spielen eine unverzichtbare Rolle im Ökosystem. Sie gelten als Zeigerarten für die Qualität von Weideflächen, denn sie fühlen sich nur in naturbelassenem Dung wohl. Ein besonders seltener Vertreter unter den Dungkäfern ist nun kürzlich in der Lippertsreuter Weiherlandschaft entdeckt worden: der Euoniticellus fulvus. Er besitzt keinen deutschen Namen. Die Stadt Überlingen hat im vergangenen Jahr ein extensives Beweidungsprojekt auf der Fläche der Heinz Sielmann Stiftung gestartet.

„Der Fund dieser seltenen Art nach der kurzen Beweidungszeit zeigt uns, dass die Fläche bereits die hohen Ansprüche dieser sensiblen Art erfüllt“, sagt Dr. Jörg Müller, Monitoring-Experte der Heinz Sielmann Stiftung: „Der Euoniticellus fulvus reagiert sehr empfindlich auf Antibiotika. Sein Vorkommen verstehe ich als große Auszeichnung für die Naturschutzmaßnahmen der vergangenen Jahre im Zusammenspiel mit der Beweidung.“

Vom Maisacker zum Naturrefugium

Im Oktober 2020 hat die Heinz Sielmann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Stadt Überlingen einen ehemaligen Maisacker umgestaltet. Fünf Weiher wurden neu angelegt. Die Landschaft ist ein großer Zugewinn für die Artenvielfalt, wie der Fund nun zeigt. Seit Juni vergangenen Jahres beweiden Galloway-Rinder die Fläche. Sie erleichtern erheblich die Pflege der Landschaft, die zuvor durch maschinelles Mähen erfolgte. Die kleinen, zotteligen Rinder leisten sogar mit ihren Ausscheidungen Großartiges für die Natur. Dung bringt Nährstoffe zurück in den Boden und schafft Lebensraum für zahlreiche Insekten.

Kleine Käfer – große Bedeutung

Besonders Dungkäfer sind wichtige Akteure. Sie zersetzen und vergraben den Kot von Säugetieren, lockern den Boden und verbessern die Wasseraufnahme. Sie reduzieren Parasiten und Treibhausgasemissionen. Zudem sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Vogel-, Säugetier- und andere Insektenarten und fördern die Samenverbreitung von Pflanzen. Damit leisten die zwischen 5 und 20 Millimeter kleinen Käfer einen unverzichtbaren ökologischen Beitrag.

„Allerdings sind Dungkäfer zunehmend bedroht, vor allem durch den Einsatz von Entwurmungsmitteln bei Weidetieren und den Verlust naturnaher Beweidungsflächen. Umso wichtiger sind Flächen wie die Lippertsreuter Weiherlandschaft für ihren Erhalt“, betont Dr. Jörg Müller.

 

Kostenloses Webinar zum Thema Dung und Artenvielfalt

Am Donnerstag, 9. Oktober 2025, um 18.00 Uhr erläutert der Experte Dr. René Krawczynski die Bedeutung von Dungnahrungssystemen im kostenlosen Webinar der Heinz Sielmann Stiftung. Über eine redaktionelle Ankündigung würden wir uns sehr freuen. Hier geht es zur Anmeldung.

Erfolg

Die Vogelwelt ist wie vielerorts auch im Rotachtal in Gefahr. Ein wesentlicher Faktor ist der Rückgang von kleinstrukturierten Landschaftselementen. Sie sind wichtige Lebensräume und Rückzugsorte für Vögel und viele weitere Tiere. Die Heinz Sielmann Stiftung möchte dem Lebensraumverlust mit dem aktuellen Projekt gezielt entgegenwirken. Ermöglicht wird das Vorhaben durch eine Testamentsspende.

Das Projektgebiet erstreckt sich von Wilhelmsdorf bis Friedrichshafen. Es umfasst Flächen in den Landkreisen Ravensburg und Bodenseekreis. Beteiligt sind die Gemeinden Wilhelmsdorf, Horgenzell, Deggenhausertal, Oberteuringen, Markdorf sowie die Städte Ravensburg und Friedrichshafen.

In den kommenden Jahren soll diese Region um wertvolle Refugien wie Streuobstwiesen, Kleingewässer und Hecken bereichert werden. Diese werden entweder neu angelegt oder durch Pflegemaßnahmen ökologisch aufgewertet.

Pflegeschnitt von Streuobstbäumen in Horgenzell

Als erste Projektmaßnahme erfolgt ein Pflegeschnitt von rund 30 Streuobstbäumen in der Gemeinde Horgenzell. Die Fläche befindet sich in Privatbesitz. „Streuobstwiesen sind ein bedeutender Lebensraum für viele Vogelarten. Ein fachgerechter Pflegeschnitt trägt dazu bei, die Bäume langfristig zu erhalten und ihre ökologische Funktion zu stärken. Gartenrotschwanz, Wendehals oder auch Neuntöter haben so wieder die Chance, sich in unserer Region zu vermehren“, sagt Julia Baumeister, Projektverantwortliche der Heinz Sielmann Stiftung.

Mit dem eigenen Erbe Gutes tun und Bleibendes schaffen

Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, was eine gemeinnützige Testamentsspende im Natur- und Artenschutz bewirken kann. Ralf Weelink, Ansprechpartner für Engagement und Erbschaften bei der Heinz Sielmann Stiftung, betont: „Der Erblasser kam mit dem ausdrücklichen Wunsch auf uns zu, dass sein Nachlass dem Erhalt der Vogelwelt im Rotachtal und der Umgebung zugutekommen soll. Seinen Wunsch setzen wir mit dem Projekt gezielt und vertrauensvoll um.“

Dank der großzügigen Erbschaftsspende werden nun wichtige Lebensräume nicht nur für Vögel, sondern auch für viele weitere Tiere und Pflanzen im Rotachtal gesichert. „Für immer mehr unserer Spenderinnen und Spender ist es ein wichtiges Anliegen, ihre persönlichen Werte über das eigene Leben hinaus weiterzutragen. Ihre Testamentsspende gibt ihnen das hoffnungsvolle Gefühl, etwas Bleibendes und Bedeutungsvolles für die Zukunft unseres Planeten und die nachfolgenden Generationen zu bewirken“, sagt Weelink.

Sielmanns Biotopverbünde in der Bodenseeregion wachsen stetig mit neuen Trittsteinen weiter. So wird das Netz aus Lebensräumen immer enger vernetzt. Bis 2029 sollen verschiedene Lebensräume im Rotach- und Oberteuringertal, die sich über die Landkreise Bodenseekreis und Ravensburg erstrecken, geschaffen und renaturiert werden. Damit sollen die Lebensbedingungen für Singvögel langfristig erhalten und gefördert werden. Geplant sind unter anderem die Anlage von Kleingewässern und Weihern, die Pflege, Erhaltung und Verjüngung von Streuobstwiesen, der Aufbau von Heckenstrukturen, die Renaturierung von Fließgewässern sowie eine extensive Beweidung auf geeigneten Flächen.

Viele dieser Maßnahmen finden tatsächlich auf Privateigentum statt. Einer der Gründe, warum die Heinz Sielmann Stiftung stetig auf der Suche nach neuen Flächen und unterstützungsbereite Eigentümer ist.

Besonderes Augenmerk gilt dem Laubfrosch: Im Landkreis Ravensburg kommt er derzeit nur noch an 30 von ehemals über 300 Standorten vor. Um seinen Bestand zu sichern, werden durch eine Förderung der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg bis Ende 2027 insgesamt 50 neue Laichgewässer entstehen. Zusätzlich führt der Landschaftserhaltungsverband ein gezieltes Populationsmanagement durch. Dabei wird der Laubfroschlaich gesammelt, geschützt aufgezogen und an neu angelegten Tümpeln gezielt ausgesetzt, um die Art dort dauerhaft anzusiedeln und zerstreute Populationen wieder zu vernetzen.

Im Bodenseekreis und Landkreis Konstanz werden ebenfalls bis 2027 weitere Gewässer renaturiert, um für Amphibien, wie den Kammmolch, sowie für Reptilien wertvolle Habitate langfristig zu sichern. Angrenzend extensiv genutzte Feuchtwiesen sollen gefährdeten Bodenbrütern, wie dem Kiebitz, eine Heimat geben.

Laubfrosch sitzt am Boden und hält kleines Gras fest
Sielmanns Biotopverbünde Bodenseeregion
Julia Brantner - Teamleitung Biotopverbünde Bodenseeregion

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