Luftaufnahme einer Feuchtwiese mit dunklen Teichen, am Horizont Windkraftanlagen

Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen

Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen zeigt, wie sich Natur ehemalige Bergbauflächen zurückerobern kann. Auf den einst vom Braunkohleabbau geprägten Flächen entstehen heute wertvolle Lebensräume für seltene Arten, während Moore, Seen und Wälder zur biologischen Vielfalt und zum Klimaschutz beitragen.

Das ehemalige Bergbaugebiet um Wanninchen ist geprägt von wassergefüllten Tagebaurestseen, Wäldern und vegetationsarmen Dünen. Nach und nach erobern Pflanzen und Tiere die Flächen zurück.

Sie bieten spezialisierten Insekten neue Lebensräume, seltenen Vogelarten Brutplätze sowie Kranichen, nordischen Gänsen und Singschwänen wichtige Rastplätze auf ihren Zugrouten.

Zudem können geschädigte Moore im Umfeld wieder regenerieren und tragen zur Verbesserung des Wasserhaushalts und zum Klimaschutz bei.

Lage
Größe
Lebensräume
Besonderheiten
Global Goals

Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen liegt in der Niederlausitz im Naturpark Niederlausitzer Landrücken und umfasst rund 3.300 ha ehemaliger Tagebau- und angrenzender Moorflächen.

Seen, Dünen, Wälder und Heideflächen bieten Lebensraum für Zugvögel, seltene Brutvögel und bedrohte Insektenarten. Gleichzeitig dient das Gebiet als Modellregion für die Entwicklung naturnaher Bergbaufolgelandschaften.

Wo einst Kohle gefördert wurde, entstanden seit 1991 Wälder, Dünen, Moorflächen und Seen mit Flachwasserzonen. Nährstoffarme Sandböden bieten Lebensraum für Wildbienen, Heuschrecken, Schwarzkehlchen und Wiedehopf.

Wiedervernässte Moore und Feuchtflächen dienen als Rückzugs- und Brutgebiete. Seen sind im Frühjahr und Herbst wichtige Rastplätze für Kraniche, Singschwäne und Gänse und stärken die überregionale Biodiversität.

Seefläche mit einer Gruppe Kranichvögel vor bewaldetem Ufer

Tausende Kraniche und hunderte Singschwäne nutzen Wanninchen als wichtigen Rastplatz auf ihrer Zugroute. Zudem bieten die Seen mit ihren Schilfgürteln, Dünen und Heiden sowie Wälder Rückzugsraum für viele seltene Brutvögel wie den Wiedehopf und das Schwarzkehlchen, Amphibien und zahlreiche bedrohte Arten. Auch Wolf und Fischotter finden hier sicheren Lebensraum.

Sandohrwurm läuft über Sandboden
Labidura riparia
Sehr hohes Risiko des Aussterbens
Wiener Sandlaufkäfer läuft über Sand
Cylindera arenaria viennensis
Sehr hohes Risiko des Aussterbens
Wiedehopf im Anflug auf sein Nest
Upupa epops
Hohes Risiko des Aussterbens
Wolf steht auf einem Feld
Canis lupus
Hohes Risiko des Aussterbens
Singschwan schwimmt über einen See
Cygnus cygnus
Extrem seltene Art bzw. sehr lokal vorkommende Art
Grauammer sitzt auf einem Zweig
Emberiza calandra
Bestände merklich rückläufig, aber aktuell noch nicht gefährdet
Uferschwalbe sitzt auf einem Ast
Riparia riparia
Bestände merklich rückläufig, aber aktuell noch nicht gefährdet
Zauneidechse sitzt auf einem Stamm
Lacerta agilis
Bestände merklich rückläufig, aber aktuell noch nicht gefährdet
Blauflueglige Sandschrecke sitzt auf Sandboden
Sphingonotus caerulans
Die Bestände der Art sind stabil
Feuerlibelle krabbelt ueber einen Ast
Crocothemis erythraea
Die Bestände der Art sind stabil
Kranich steht auf einer Wiese
Grus grus
Die Bestände der Art sind stabil
Neuntöter sitzt auf einem Ast
Lanius collurio
Die Bestände der Art sind stabil
Ameisenloewe verbuddelt sich im Sand
Myrmeleon formicarius
gem. Roter Liste
Kreiselwespe läuft über Sand
Bembix rostrata
gem. Roter Liste
Angaben gemäß der Roten Liste Deutschlands

Die Niederlausitz ist durch jahrzehntlangen Kohleabbau stark geprägt; viele Lebensräume wurden zerstört oder stark beeinträchtigt und boten kaum noch Platz für seltene Arten.

Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen war die erste Fläche, die die Stiftung in Brandenburg für den Naturschutz erwarb. Seit 2000 werden rund 3.300 ha ehemaliger Tagebau- und Moorflächen geschützt und entwickelt.

Ziel ist ein großflächiges Prozessschutzgebiet im Sinne des Nationalen Naturerbes, die Reaktivierung von Mooren sowie die Strukturierung ausgewählter Flächen durch große Weidetiere.

Luftaufnahme eines blau-violett gefärbten Sees, darin eine grün bewachsene Insel

Die Stiftung verfolgt in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen einen integrierten Ansatz: Sie schützt und entwickelt Moore, Seen, Dünen und Wälder, fördert heimische Arten und dokumentiert die Entwicklung wissenschaftlich.

Blaue Seefläche, im Hintergrund bewaldete Uferböschung mit Kranichvögeln
Wiedehopf fliegt Baum mit Bruthöhle an
Bienenburg mit Sandarium und trockenresistenten heimischen Wildpflanzen in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen
Sumpfiges Moor zwischen Bäumen
Seit 2000 wurden rund 3.300 ha Fläche erworben, um Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten langfristig zu sichern und bergrechtliche Planungen naturschutzfachlich mitzugestalten.
Blaue Seefläche, im Hintergrund bewaldete Uferböschung mit Kranichvögeln
Im März 2023 startete die Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam mit der Wiedehopfen GbR ein Projekt zur Verbesserung des Nistplatzangebots für den Wiedehopf. Im Naturpark Niederlausitzer Landrücken wurden dafür insgesamt 60 Brutkästen ausgebracht.
Wiedehopf fliegt Baum mit Bruthöhle an
2024 entstand mit Unterstützung regionaler Partner eine sogenannte Bienenburg. Sie ist Teil eines Netzwerks aus Lebensinseln für Wildbienen in der Bergbaufolgelandschaft mit insgesamt zehn Rettungsinseln in den Naturparks Niederlausitzer Landrücken und Niederlausitzer Heidelandschaft zwischen Luckau und Elsterwerda.
Bienenburg mit Sandarium und trockenresistenten heimischen Wildpflanzen in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen
Durch Wasserrückhaltemaßnahmen wie das Verfüllen von Abflussgräben, den Einbau von Sohlschwellen, die Entnahme von Gehölzen aus Moorflächen sowie Waldumbaumaßnahmen wird der Landschaftswasserhaushalt verbessert. So entstehen in enger Zusammenarbeit mit dem Naturpark Niederlausitzer Landrücken neue Lebensräume und es wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet.
Sumpfiges Moor zwischen Bäumen
Die Anlage von Kleingewässern sowie die Wiederherstellung ehemaliger Fischteiche dient der Förderung seltener Amphibienarten wie Moorfrosch, Kammmolch, Laubfrosch und Knoblauchkröte. 2026 wurde mit Unterstützung des Naturschutzfonds Brandenburg und dem Naturpark Niederlausitzer Landrücken ein neues Kleingewässer geschaffen, zudem soll ein ehemaliger Fischteich wieder neue Wasserflächen erhalten.
Erfolg

Insgesamt 210 Arten, davon 113 Wildbienen und 97 Wespen: Das ist die bemerkenswerte Bilanz einer wissenschaftlichen Erfassung von Stechimmen in den Mooren von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen. „Schon während der Auswertung deutete sich an, dass die Ergebnisse wirklich außergewöhnlich sein werden“, sagt Dr. Christoph Saure vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut. Er hat die Untersuchung im Auftrag der Heinz Sielmann Stiftung federführend durchgeführt.

Womit selbst Saure und sein Expertenteam nicht gerechnet haben: Von den vorgefundenen Arten ist fast jede fünfte in Brandenburg gefährdet (19 Prozent). Gut jede zehnte Art (13 Prozent) steht auf der deutschlandweiten Roten Liste. Drei der gefundenen Arten galten bislang in Brandenburg als verschollen oder ausgestorben. Ihre Ergebnisse publizierten die Experten nun im Fachblatt Märkische Entomologische Nachrichten. Laut der Studie sind die Moore „offensichtlich für Stechimmen von großer Bedeutung, für einige Arten sogar von gesamtstaatlicher Bedeutung.“

Wertvoller Lebensraum mit bewegter Geschichte

Herausragend ist etwa der Fund von Vechts Bartwegwespe (Dipogon vechti). Diese Art braucht zum Überleben Wälder mit hohem Totholzbestand und erbeutet Spinnen. In Deutschland ist sie sehr selten, in Brandenburg galt sie bislang als verschollen. Auch der Dunkle Fliegenjäger (Ectemnius rugifer) ist eine echte Rarität: In Brandenburg wurde er zuletzt 1987 gefunden, deutschlandweit gilt er als vom Aussterben bedroht.

Beide Arten brauchen zum Überleben alte und ursprüngliche Wälder und Moore, wie sie in der Region über Jahrtausende existierten. Doch mit der Senkung des Grundwassers für den Bergbau ab den 1970er Jahren wurden die Moore von Wanninchen über Jahrzehnte hinweg stark geschädigt. Erst seit dem Erwerb durch die Heinz Sielmann Stiftung im Jahr 2000 können sich die insgesamt 270 Hektar großen Flächen, namentlich das Bergen-Weißacker Moor, Brandteichmoor und Grünswalder Moor, wieder erholen.

Weitere seltene Funde zu erwarten

Dass ausgerechnet hier für ausgestorben gehaltene Reliktarten wiedergefunden wurden, war eigentlich nicht zu erwarten und hat auch den Experten Christoph Saure überrascht. „Diese Arten müssen jahrzehntelang unbemerkt und zurückgezogen überlebt haben“, sagt Saure: „Dass wir sie nun finden konnten, zeigt, dass ihre Zahlen zugenommen haben müssen. Das ist vor allem dem Erhalt der Moore durch die Heinz Sielmann Stiftung zu verdanken.“

Für die Zukunft erwartet er noch weitere interessante Funde: „Wir haben für diese Studie nur reduzierte Methoden angewendet. Die Befunde zeigen jetzt schon, dass man bei mehr Aufwand mit weiteren bemerkenswerten Arten rechnen kann.“

Vielfältiges Mosaik von Lebensräumen

„Studien wie diese zeigen den hohen ökologischen Wert der hier vorhandenen Lebensräume“, sagt Ralf Donat, Leiter von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen: „Der Artenreichtum in den Mooren entsteht auch, weil hier viele unterschiedliche Lebensräume direkt angrenzen.“ Einige bedrohte Arten, die in der Studie festgestellt wurden, profitieren demnach von den offenen Flächen, die die Moore bieten. Zu ihnen zählen auch Arten, die gar nicht direkt auf Feuchtgebiete angewiesen sind.

Ein Beispiel ist die in Brandenburg stark gefährdete Heidehummel (Bombus jonellus) oder die auf der Vorwarnliste für bedrohte Arten geführte Heidekraut-Seidenbiene (Colletes succinctus). Auch die Schwärzliche Wespenbiene (Nomada furva) ist so ein besonderer Fall. Sie parasitiert Bienen, die offene, blütenreiche Landschaften bevorzugen. Zuletzt wurde die Art 1986 in Brandenburg registriert. Zwar kommt sie in manchen anderen Bundesländern vor, gilt dort jedoch stets mindestens als stark gefährdet.

Verblüffende Funde auch in anderen Tiergruppen

„Eine solche Artenvielfalt und vor allem die Funde hochangepasster Spezialisten zeigen, dass es vor 25 Jahren richtig und wichtig war, die Flächen der Moore von Wanninchen zu erwerben“, sagt Donat. „Wir können hier die Landschaft dabei beobachten, wie sie sich von den gravierenden Einwirkungen der vergangenen Jahrzehnte erholt und immer mehr Wert für die Natur erhält.“

Auch in anderen Tiergruppen zeigte sich bereits, dass die Moore von Wanninchen ökologische Schätze bergen. Im gleichen Untersuchungszeitraum wurde auch eine besondere Artengemeinschaft von Schwebfliegen festgestellt. Im vergangenen Jahr wurde ein außergewöhnlicher Spinnenfund gemacht: Das Feder-Zwergstachelbein galt bis dato in Brandenburg als verschollen.

 

Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen und lädt aus diesem Anlass am 14. und 15. Juni zum großen Jubiläums-Wochenende nach Wanninchen ein. Interessierte erwartet ein reichhaltiges Informationsprogramm und Ausstellungen.

Mehr über Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen erfahren Sie hier.

Erfolg

Experten der Heinz Sielmann Stiftung konnten Maso gallicus, so ihr wissenschaftlicher Name, nun wiederfinden – nahezu exakt an der gleichen Stelle, wo sie vor fast 50 Jahren zuletzt gesichtet worden war. „Der Fund dieser Art macht wirklich Hoffnung“, sagt Dr. Jörg Müller, Verantwortlicher für ökologisches Monitoring bei der Heinz Sielmann Stiftung. Denn das Feder-Zwergstachelbein hat besondere Ansprüche an seinen Lebensraum, zu dem neben Mooren und Feuchtwiesen auch Küstendünen und Heidelandschaften zählen.

In den Hangquellmooren von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen hat die Spinnenart ihr einziges Vorkommen in Brandenburg. Dazu gehören das Grünswalder Moor, das Brandteichmoor und das Bergen-Weißacker Moor. „Hier existiert eine Pflanzengemeinschaft, die man sonst eher im Nordwesten Mitteleuropas findet“, sagt Müller: „Diese Moore sind ein echtes ökologisches Highlight.“

Artenfunde geben Aufschluss über Zustand der Moore

Die Wiederentdeckung des Feder-Zwergstachelbeins ist nur ein überraschendes Ergebnis einer faunistischen Bestandsaufnahme von Laufkäfern, Spinnen und Weberknechten, die im Früh- und Spätsommer 2023 in den drei Moorgebieten durchgeführt worden ist. Insgesamt wurden 43 Laufkäferarten, 144 Spinnenarten und acht Arten von Weberknechten erfasst.

Doch nur 17 bis 22 Prozent der gefundenen Laufkäfer sind Spezies, die für Moore typisch sind. Auch bei den Spinnen ist der Anteil solcher Arten mit 20 bis 29 Prozent gering. Stattdessen wurden verhältnismäßig viele Arten gefunden, die eher trockenere und offenere Lebensräume benötigen. Knapp die Hälfte der registrierten Laufkäferarten zählen dazu, bei den Spinnen sind es sogar fast 60 Prozent. Zu letzteren zählt etwa die Streu-Waldkräuselspinne Lathys heterophthalma. Sie gilt deutschlandweit als stark gefährdet. Auch der Östliche Panzerkanker Astrobunus laevipes ist eine solche Art.

Zwei Neufunde für Brandenburg

Immerhin handelt es sich bei diesen beiden Arten um Neufunde für Brandenburg. „Aber darüber kann man sich nicht so richtig freuen“, erklärt Dr. Jörg Müller: „Moore sind eigentlich Kühlschränke für die Landschaft. Wenn dort wärmeliebende Arten auftauchen, spricht das dafür, dass die Moore in einem allgemein schlechten Zustand sind. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass diese Flächen wiedervernässt werden.“

23 Prozent der bei der Erfassung gefundenen Spinnenspezies sind Arten auf der Brandenburger Roten Liste, die auch deutschlandweit mindestens als gefährdet gelten. In Brandenburg wurden sie bisher ausschließlich in den drei Mooren der Heinz Sielmann Stiftung gefunden. Obwohl der Zustand der Gebiete also zunächst ungünstig scheint, handelt es sich um einen Lebensraum für deutschlandweit äußerst seltene Spinnenarten.

Erholungslandschaft für Mensch und Natur

Die Moore haben in den letzten Jahrzehnten viel mitgemacht: Durch den Kohleabbau in der Region fehlte ihnen lange Zeit Wasser und die Moorböden degradierten. Arten, die auf Moore und feuchte Landschaften angewiesen sind, zogen sich zurück oder starben aus – so auch das Feder-Zwergstachelbein. Mit dem Ende der Tagebau-Arbeiten in den 1990er-Jahren stieg das Grundwasser wieder an. Ab 2000 erwarb die Heinz Sielmann Stiftung die ehemaligen Bergbauflächen samt der geschädigten Moore im Umfeld, um sie langfristig für den Naturschutz zu sichern. Seitdem werden die Moore durch gezielte Maßnahmen revitalisiert.

„Unsere hiesigen Moore befinden sich in einer Übergangssituation“, sagt Ralf Donat, Projektleiter von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen. Denn erst seit kurzer Zeit können die Moore hier wieder Torf bilden. „Die Landschaft wurde nachhaltig geschädigt und hat jetzt erst Gelegenheit, zu gesunden. Aber das geht nur sehr langsam“, sagt Donat. „Ein Moor benötigt Jahrzehnte, um seine einstigen Strukturen wieder zu entwickeln.“

Erlebnisführungen ins Moor am 11. Mai und 27. Juli

Wie lohnenswert das ist, zeigt nun unter anderem das neuerliche Auftauchen des ausgestorben geglaubten Feder-Zwergstachelbeins. „Das deutet darauf hin, dass trotz des Bergbaus irgendwo Rückzugsorte in der Landschaft für die Art geblieben sind“, sagt Donat. „Es handelt sich um eine Erholungslandschaft – nicht nur für Menschen, sondern auch für die Natur.“

Wer die faszinierenden Moore von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen einmal selbst erleben möchte, kann am 11. Mai und 27. Juli an der Themenführung „Geheimnisvolles Moor“ teilnehmen.

Mehr über Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen erfahren Sie unter www.wanninchen.de.

Erfolg

„Wir beobachten schon seit einigen Jahren, dass mehr und mehr wärmeliebende Arten nach Brandenburg einwandern. Das hängt auch mit der zunehmenden Klimaerwärmung zusammen“, sagt Dr. Jörg Müller, Biologe bei der Heinz Sielmann Stiftung. Ihm ist kürzlich die bislang erst vierte bestätigte Sichtung der Art in Brandenburg gelungen.

Für Menschen ungefährlich

Der Wipfelspringer (Carrhotus xanthogramma) ist mit sieben bis neun Millimetern recht klein. Für Menschen sind die kleinen Tiere völlig ungefährlich, nicht jedoch für ihre Beute. Wie andere Springspinnen auch schleichen sie sich an kleine Fliegen, Schmetterlinge, Wanzen oder ähnliche Insekten heran und stürzen sich aus kurzer Distanz auf ihre Beute, um sie mit einem Biss zu töten.

Acht Augen für den Rundumblick

Beim Identifizieren von Beutetieren helfen ihnen unterem anderen ihre acht Augen. Neben einem Hauptaugenpaar sorgen ihre Mittel- und Seitenaugen für einen Rundumblick, mit dem sie ihre Beute erspähen und räumlich einordnen können. Deshalb sind sie in ihrem Sprung sehr treffsicher. Für den seltenen Fall, dass der Sprung daneben geht, spinnen sie vor dem Sprung einen Rettungsfaden. So können sie sich an dem Faden zurück an ihren Ausgangspunkt hangeln.

Warme Plätze für Wipfelspringer

Die Spinnenart bevorzugt warme Plätze an Bäumen, in Sträuchern oder auch im Geröll, wo sie ihrer Beute auflauern können. In Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen findet der Wipfelspringer Verhältnisse, wie er sie mag. Eine lockere Vegetation mit Sträuchern und niedrigen Laubbäumen bietet ihm warme Plätze auf Blättern und Zweigen, wo er seiner Beute auflauert.

Mehr über Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen erfahren Sie hier.

Neben zahlreichen kleineren Pflege- und Artenschutzmaßnahmen stehen in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen drei zentrale Ziele im Fokus: Zum einen sollen großflächige Wildnisgebiete in der Bergbaufolgelandschaft dauerhaft gesichert werden, damit sich Natur dort weitgehend unbeeinflusst entwickeln kann und gleichzeitig Naturerlebnisse ermöglicht werden. Darüber hinaus werden ausgewählte Flächen durch ein gezieltes Management mit großen Weidetieren gepflegt, um wertvolle Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und weiterzuentwickeln; ohne zusätzliche klimaschädigende Eingriffe. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Optimierung ehemals geschädigter Moore: Durch Maßnahmen zum Wasserrückhalt in der Landschaft sollen moortypische Lebensräume stabilisiert und langfristig erhalten werden.

Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen

Wanninchen 1

15926 Luckau OT Görlsdorf

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