Ökosysteme und Artenvielfalt im Thüringer Wald
Das Naturschutzgroßprojekt im Thüringer Wald schützt und entwickelt Moore, Bäche und Bergwiesen auf 6.500 Hektar – für stabile Ökosysteme, artenreiche Lebensräume und mehr Klimaresilienz.
Das Naturschutzgroßprojekt im Thüringer Wald schützt und entwickelt Moore, Bäche und Bergwiesen auf 6.500 Hektar – für stabile Ökosysteme, artenreiche Lebensräume und mehr Klimaresilienz.
Übergeordnetes Ziel des Naturschutzgroßprojekts Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald ist der Erhalt und die Entwicklung der vielfältigen Gewässer-, Moor- und Grünland-Ökosysteme des Thüringer Waldes mit ihren artenreichen Lebensgemeinschaften.
In dem Projekt der Naturstiftung David sollen bis 2035 naturferne Gewässerabschnitte renaturiert und geschädigte Moore revitalisiert werden. Verbuschte Bergwiesen werden mit geeigneten Pflegemaßnahmen wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Darüberhinaus dient das Projekt als Anreiz, naturnahe Lebensräume dauerhaft zu erhalten und ein Netzwerk engagierter Mitstreiter:innen dafür aufzubauen. Das Projektgebiet umfasst eine Fläche von 6.500 Hektar im gesamten UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald. Es besteht aus einem 535 Kilometer langen Netz aus Quellbächen und Bachoberläufen und den daran angrenzenden Auen, Mooren, Uferwäldern und Bergwiesen.
Um die ökologisch durchgängige Gestaltung des gesamten Gewässernetzes (mit Ausnahme der Talsperren) zu erzielen, sollen bis zu 1.000 Querbauwerke um- bzw. rückgebaut werden. Auf bis zu 150 Kilometern Bächen soll Totholz den Strukturreichtum der Landschaft erhöhen. Daneben wird für bachnahe Überflutungsbereiche gesorgt und der Waldumbau hin zu naturnahen Laubwäldern entlang von bis zu 100 Kilometer Gewässerufer gefördert. Die etwa 75 kleineren Moor-Standorte im Projektgebiet sollen erhalten und wiederhergestellt werden. Dazu werden Entwässerungen in Abwägung der Schutz- und Nutzungsinteressen für die angrenzenden Flächen zurückgebaut und Fichten entnommen, um stattdessen standortgerechte Moorwälder zu fördern.
Ein weiteres Ziel ist es, circa 1.500 Hektar ökologisch wertvolle Bergwiesen-Komplexe dauerhaft zu erhalten. Dazu werden langfristig wirksame Nutzungskonzepte entwickelt und bereits verbuschte Wiesenbereiche gepflegt. In Abstimmung mit den Waldbesitzenden wird für gestufte Waldränder gesorgt. Die Haupttätigkeiten im Zeitraum von September bis Dezember 2021 bestanden darin, die organisatorische Basis des Projektes (Stellenausschreibung Projektleitung, Einrichtung des Projektbüros) zu schaffen und die europaweite Ausschreibung des Pflege- und Entwicklungsplans inklusive einer sozioökonomischen Studie vorzubereiten und umzusetzen.
Des Weiteren wurde für die projektbegleitende Informationsarbeit ein detailliertes Kommunikationskonzept erarbeitet und für die Internetpräsentation des Naturschutzgroßprojektes Texte und Abbildungen zusammengestellt. Die konkreten standortspezifischen Maßnahmen wurden in den ersten drei Projektjahren in Form eines ausführlichen Pflege- und Entwicklungsplans erstellt.
Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützt dieses Projekt mit einer Förderung von 110.000 Euro im Zeitraum von September 2021 bis Dezember 2028.
Projektbüro Ilmenau
Marktstraße 14
98693 Ilmenau
+49 361 / 710 129-81
E-Mail: thueringerwald@naturstiftung-david.de
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