Portrait Artenspürhund

Sumpfschildkrötenschutz mit Artenspürhund

Ein Artenspürhund wurde ausgebildet und eingesetzt, um dabei zu helfen, die Eiablageplätze der Europäischen Sumpfschildkröte in Mecklenburg-Vorpommern effizienter und präziser zu ermitteln und das Wiederansiedlungsprojekt zu verbessern.

Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) gehört zu den seltensten Reptilienarten Mecklenburg-Vorpommerns. Nachdem der ursprüngliche Bestand nahezu erloschen war, wurden zwischen 2008 und 2022 insgesamt 117 junge Sumpfschildkröten in einem renaturierten Lebensraum in der Feldberger Seenlandschaft ausgewildert. Um die Entwicklung dieser Population beurteilen und ihren Fortpflanzungserfolg sichern zu können, ist es besonders wichtig, die Eiablageplätze der Tiere zuverlässig zu finden.

Bisher wurden Eiablageplätze vor allem mithilfe besenderter Weibchen und aufwendiger Telemetrie ermittelt. Diese Methode ist jedoch sehr zeit- und personalintensiv und ermöglicht nur die Suche nach Gelegen bereits bekannter, besenderter Tiere. Ein speziell ausgebildeter Artenspürhund soll die bestehenden Methoden deshalb ergänzen und dabei helfen, bislang unbekannte Gelegestandorte aufzuspüren. Gefundene Gelege können anschließend dokumentiert und vor Fressfeinden geschützt werden. Gleichzeitig verbessert sich dadurch die Datengrundlage zur Beurteilung der Population und ihres Fortpflanzungserfolgs.

Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützte daher die Ausbildung des Artenspürhundes Bandi. In mehreren Ausbildungsblöcken lernte Bandi zunächst, unterschiedliche Zielgerüche zuverlässig von anderen Gerüchen zu unterscheiden. Schritt für Schritt wurde die Suche anspruchsvoller: von festgelegten Suchfeldern über die freie Suche in unterschiedlichen Landschaftsstrukturen bis hin zur Arbeit unter starken Ablenkungen.

Artenspürhund in Heidepflanzen

Im März 2026 schloss Bandi die Ausbildung erfolgreich ab und wurde als Arterkennungs- und Gehölzpathogenspürhund zertifiziert. Während des letzten Ausbildungsblocks arbeitete sie bereits mit Geruchsproben, die dem späteren Zielgeruch möglichst nahekommen. Frische Reptilieneier konnten dabei zuverlässig detektiert und angezeigt werden.

Auch die ersten Tests im eigentlichen Projektgebiet verliefen vielversprechend: Ende März 2026 zeigte Bandi sowohl eine ausgelegte frische Eierschale als auch einen bereits bekannten Gelegestandort der Europäischen Sumpfschildkröte exakt an. Aus bekannten Gelegen wurden zudem frische Geruchsproben gewonnen, die künftig für die weitere Sucharbeit eingesetzt werden können.

Damit wurde mit dem Förderprojekt eine wichtige Grundlage geschaffen, um den Artenspürhund künftig gezielt bei der Suche nach Gelegen einzusetzen. In der ersten Einsatzphase wird die Hundesuche zunächst weiterhin durch die Telemetrie ergänzt. So können weitere Erfahrungen gesammelt und die Methode unter realen Bedingungen weiter erprobt werden. Perspektivisch kann der Einsatz des Artenspürhundes dazu beitragen, mehr Gelege aufzuspüren, diese gezielt zu schützen und zugleich wichtige Daten über die Fortpflanzung und Entwicklung der Sumpfschildkrötenpopulation zu gewinnen.

Babysumpfschildkröte auf Grasboden

Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützte dieses Projekt mit einer Förderung von 6.730 Euro im Zeitraum von Juni 2025 - Mai 2026.

Kontakt

Dorfstraße 31
17237 Kratzeburg
Tel.: +49 39822 20 474

E-Mail: info@gnl-kratzeburg.de

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