Weiher und Waldflächen aus der Vogelperspektive

Biotopverbund: Vernetzte Lebensräume

Biotopverbünde verbinden isolierte Lebensräume miteinander und schaffen Wege, über die sich Tiere und Pflanzen ausbreiten, austauschen und neue Lebensräume erreichen können.

Straßen, Siedlungen und intensive Landnutzung zerschneiden viele Landschaften in Deutschland. Dadurch werden Lebensräume voneinander getrennt und Tier- und Pflanzenarten zunehmend isoliert. Biotopverbünde helfen dabei, Lebensräume wieder zu vernetzen und Wanderungen, Austausch und natürliche Entwicklungsprozesse zu ermöglichen.

Alle Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind an bestimmte Lebensbedingungen angepasst und deshalb auf entsprechende Lebensräume (sog. Biotope) angewiesen. Doch viele dieser Lebensräume sind heute voneinander getrennt: Straßen, Siedlungen oder intensiv genutzte Flächen erschweren es Tieren und Pflanzen, sich auszubreiten oder neue Lebensräume zu erreichen.

Biotopverbünde verbinden Lebensräume miteinander. Sie bestehen aus größeren Lebensräumen, Trittsteinen und Korridoren, über die sich Arten ausbreiten und austauschen können. Ein funktionierender Biotopverbund trägt dazu bei, die biologische Vielfalt langfristig zu erhalten.

Erklärfilm
Skizze eines Biotopverbunds

Viele Lebensräume in Deutschland sind heute voneinander getrennt. Dadurch werden Tier- und Pflanzenpopulationen isoliert und Arten verlieren die Möglichkeit, sich auszubreiten oder neue Lebensräume zu erreichen. Biotopverbünde sind wichtig, weil sie:

  • Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten,
  • Wanderbewegungen und saisonale Ausbreitung ermöglichen,
  • den Austausch von Individuen und Genen zwischen Populationen ermöglichen,
  • Arten dabei unterstützen, auf den Klimawandel zu reagieren,
  • und das Risiko lokalen Aussterbens verringern.
Erdkröte im Lebensraum Wald auf der Frühjahrswanderung

Damit sich Tiere und Pflanzen zwischen Lebensräumen bewegen und ausbreiten können, braucht es verbindende Strukturen in der Landschaft. Die Heinz Sielmann Stiftung entwickelt und unterstützt Maßnahmen, die isolierte Lebensräume wieder miteinander vernetzen. Aus intensiv genutzten Äckern machen wir Weiherlandschaften. Überalterte Streuobstwiesen werden gepflegt und verjüngt und damit zum Paradies für viele Insekten- und Vogelarten.

Extensive Beweidung feuchter Standorte durch Wasserbüffel bringen Amphibien zurück in die Landschaft. Hecken und Feldgehölze in einer intensiv genutzten Landschaft bieten Nahrung und Schutz. So entstehen nicht nur Rettungsanker in der Landschaft, sondern auch neue Erlebnis- und Erholungsorte für uns Menschen.

Der Heinz-Sielmann-Weiher bei Billafingen in Baden-Württemberg war das erste Biotop, das durch die Heinz Sielmann Stiftung im Biotopverbund Bodensee erschaffen wurde. Der Standort des heutigen Weihers wurde zwischen 2004 und 2018 intensiv beobachtet.

35 Libellenarten

konnten am Weiher beobachtet werden.

340 Blühpflanzen

konnten nachgewiesen werden.

5.000 Erdkröten

wurden gezählt.

40 %

mehr Vogelarten leben seit Einrichtung des Weihers dort.

25.000 Vögel

halten sich innerhalb eines Jahresverlaufs am Heinz-Sielmann-Weiher auf.

Prof. Dr. Peter Berthold im Interview

Initiator der Biotopverbund-Idee ist der passionierte Naturschützer und Ornithologe Prof. Dr. Peter Berthold, der gemeinsam mit Heinz Sielmann den Grundstein für den ersten Biotopverbund der Heinz Sielmann Stiftung legte.

Am Beispiel des Biotopverbundes Bodensee zeigt Prof. Dr. Peter Berthold, wie durch die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Flächenbesitzer:innen und engagierten Unterstützer:innen wertvolle Lebensräume entstehen und langfristig geschützt werden können. Im Interview spricht er außerdem über die Ursachen des Artenrückgangs und darüber, warum Biotopverbünde eine wichtige Chance für den Naturschutz in Deutschland bieten.

Zum Interview mit Peter Berthold
Peter Berthold sitzt mit Interviewpartnerin auf Gartenstühlen vor einem See
Biodiversität

Um Sielmanns Biotopverbünde umzusetzen und zu erweitern geht die Stiftung wichtige Partnerschaften mit Landkreisen, Städten, Gemeinden, Flächenbesitzenden und vielen weiteren lokal Beteiligten ein. Haben auch Sie Interesse an einer Zusammenarbeit? Dann melden Sie sich gerne bei uns!

Dr. Heiko Schumacher - Leitung Geschäftsbereich Biodiversität

Zur Döberitzer Heide 9
14641 Wustermark / Elstal

+49 5527 914-417 +49 151 17156602 E-Mail schreiben

Sielmanns Naturlandschaften und Biotopverbunde unterstützen: Das gelingt am besten, wenn die Naturlandschaften in unserem eigenen Besitz sind. So können wir bedrohte Tier- und Pflanzenarten dauerhaft schützen. Helfen Sie uns dabei mit Ihrer Spende!

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