Das Grüne Band Biotopverbund Eichsfeld-Werratal

Das Eichsfeld – Land des Rotmilans – liegt im Zentrum Deutschlands zwischen Harz, Werratal und Thüringer Wald. Brutal durchtrennte die deutsch-deutsche Grenze diese Region, die sich schon immer durch ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl ausgezeichnet hat. Mittlerweile ist aus der Todeszone am Eisernen Vorhang ein Paradies für die Natur geworden.

Es war für Heinz und Inge Sielmann wie die Erfüllung einer Vision, als die Stadt Duderstadt der Heinz Sielmann Stiftung als Sitz der Stiftungszentrale 1995 das Gut Herbigshagen im Eichsfeld anbot – nur einen Kilometer von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt. Professor Sielmann drehte in der Umgebung bereits 1988 einen Teil seiner Reportage „Tiere im Schatten der Grenze“.

Heute liegen rechts und links des Grünen Bandes wertvolle Perlen der Natur, um deren Sicherung sich die Stiftung seit langem bemüht. 

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Neben dem „Grenzstreifenprojekt“, sind es vor allem prägnante Kleinode der Region, wie die Rhumequelle, der Seeburger See und der Glockengraben, denen die Aufmerksamkeit gilt. Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ wird es gelingen, alle diese einzelnen Projekte im Sielmanns Biotopverbund Eichsfeld-Werratal zu bündeln.

Auf der Grundlage des kleineren und sehr erfolgreichen „Grenzstreifenprojektes“ initiiert die Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam mit der HAWK Göttingen (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst) 2003 das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“. Zwischen Harz und Thüringer Wald sollen 130 Kilometer des „Grünen Bandes“ als Biotopverbund dauerhaft gesichert und gepflegt werden. Die dafür beantragten Fördermittel wurden am 20. August 2009 von Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz bewilligt. 

Die Förderkulisse ist ca. 9.500 Hektar groß und liegt in den Regionen Eichsfeld und Werratal. Sie erstreckt sich in die drei Bundesländer Thüringen, Niedersachsen und Hessen hinein und verbindet über das „Grüne Band“ zahlreiche seltene Lebensräume. Das Gebiet ist von herausragendem Wert für den Naturschutz, da es von seltenen Lebensräumen geprägt wird, wie ausgedehnten Laubwäldern, typischen Kalk-Orchideen-Buchenwäldern, Trocken- und Halbtrockenrasen, Feucht- und Nasswiesen sowie naturnahen Flüssen und Bächen.


Die Förderkulisse ist Rückzugsgebiet für mehr als 260 bundesweit gefährdete oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Zu den herausragenden, hier vorkommenden Arten zählen z.B. Wildkatze, Schwarzstorch, Rotmilan, Fischotter, Eibe und zahlreiche Orchideenarten.

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Schlusswort zum Film "Tiere im Schatten der Grenze"

„Denkt man an die Geschichte dieser Grenze mitten durch Deutschland, dann kann man ihr wohl kaum etwas Positives abgewinnen. Vielleicht bietet sie aber uns Naturschützern noch eine Chance. Wie wir gesehen haben, gibt es im Schatten der Grenze noch intakte Lebensräume, Refugien der Natur mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt – ein verlockendes Ziel für ein gemeinsames Naturschutzprojekt von Ost und West. Ich jedenfalls, meine lieben Zuschauer, kann mir kein besseres Denkmal für eine überwundene deutsch-deutsche Grenze vorstellen, als einen großen Nationalpark von der Ostsee bis zum Thüringer Wald.“
Heinz Sielmann (1988) 

Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Förderer

Sielmanns Biotopverbund Eichsfeld-Werratal Leitbild Grünes Band