Nationale & Internationale
Förderprojekte

Auch kleinere Beiträge entfalten oft große Wirkung.

Rund 20 Projektpartner, die sich in Deutschland und international für den Natur- und Artenschutz sowie in der Wissenschaft und Umweltbildung engagieren, erhalten von der Heinz Sielmann Stiftung Förderbeträge in überschaubaren Summen. Luchs, Sumpfschildkröte, Waldrapp und Auerhuhn profitieren davon. Mehrere Wildvogelpflegestationen können jedes Jahr viele verletzte Tiere für den Arterhalt retten.

Eine mehrjährige Laufzeit der Förderung sichert die Nachhaltigkeit der Arbeit.

Wölfe
Herdenschutz in Sachsen

Heinz Sielmann war fasziniert von Wölfen und setzte sich für ihren Schutz ein. Seit 1992 darf der durch Mythen dämonisierte Canis lupus, wie er in der Fachsprache heißt, EU-weit nicht mehr gejagt oder gefangen werden. Seitdem gehört Deutschland wieder zum potenziellen Wander- und Lebensraum der Wölfe. Vorher galt der Wolf seit 1900 in Deutschland als ausgerottet.

In Sachsen wurden im Jahr 2000 erstmalig wieder Wölfe geboren. Hier beklagen Tierhalter von Zeit zu Zeit den Verlust von gerissenen Haustieren. Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützt gemeinsam mit dem Projektpartner Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz – Osterzgebirge e. V. Schäfer und andere Tierhalter im Freistaat Sachsen bei Maßnahmen des Herdenschutzes. Elektrozäune, Flatterband, Herdenschutzhunde oder Untergrabschutz helfen, das Raubtier von den Haustieren fernzuhalten.30.000 Euro hat die Stiftung in 2015 für den Herdenschutz bereitgestellt.

Wiederansiedlungsprojekt des VLAB
Habichtskäuze in der Oberpfalz

Im Naturpark Steinwald in der Oberpfalz sollen Habichtskäuze wiederangesiedelt werden! Ein solches Vorhaben zur „Wiedereinbürgerung” einer bereits ausgestorbenen Art außerhalb eines Nationalparks ist in der Bundesrepublik Deutschland bisher einmalig.

Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützt den Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V., eine staatlich anerkannte Umwelt und Naturschutzvereinigung, bei diesem Vorhaben. 

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Naturstiftung David
Lebensraum für Feuersalamander

Der Feuersalamander, gerade zum Lurch des Jahres 2016 gewählt, ist bedroht. Im Thüringer Wald gehen die Bestände des Feuersalamanders auch im Bereich des Kohlenbaches stark zurück, weil die Lurche dort nicht genügend Nahrung finden. Die Wälder sind außerdem zu "aufgeräumt". In den Bächen findet sich kaum noch starkes Totholz, das zur Entstehung von Stillwasserbereichen beiträgt. 

Mit der Naturstiftung David wollen wir den Lebensraum des Feuersalamanders retten. Dafür werden zu enge Rohre, die den Kohlenbach unter Waldwegen hinwegführt, durch größere ersetzt, damit "Stufen"aus dem Bach verschwinden. Dadurch können sich die Beutetiere des Lurchs wieder ungehindert in beide Richtungen bewegen. Desweiteren werden vielen Fichten an den Bachläufen durch Laubbäume ersetzt und die Gewässer mit Stark-Totholz anreichert. So enstehen die ruhigen Zonen, in denen die Larven des Feuersalamanders in Sicherheit heranwachsen können. Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützt dieses Projekt mit 60.000 €.

Wildvogel-Pflegestation
Vogelretter in Kirchwald

Stacheldraht, Kunststoffnetze, Fensterscheiben – die Ursachen für Verletzungen bei Wildvögeln sind vielfältig und meist von Menschen verursacht. Mit großem Einsatz kümmert sich die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald e.V. westlich von Koblenz um verletzte Vögel. Amsel, Sperling, Stockente, Waldkauz, Mauersegler und viele andere Vogelarten gehören zu den Patienten. Sie werden gefüttert und mit Medikamenten versorgt, bis sie wieder gesund in die Freiheit entlassen werden können.

2015 war das bisher arbeitsintensivste Jahr für die Vogelretter. 2.338 Vögel wurden eingeliefert, 1.721 von ihnen konnten gesund gepflegt werden. 89 Vögel wurden zum Jahreswechsel noch in der Station betreut. Mit artgerechtem Spezialfutter, Medikamenten, Operationen und Physiotherapie werden die Vögel wieder für die Freiheit fit gemacht. Schon seit 2012 unterstützt die Heinz Sielmann Stiftung die Tierschutzarbeit des gemeinnützigen Vereins. Im Jahr 2015 erhielten die Vogelschützer 15.000 Euro für ihre wichtige Arbeit.

Pflegen für den Arterhalt
Wildpark Eekholt

Bereits seit 1999 ist der Wildpark Eekholt nördlich von Hamburg Projektpartner der Heinz Sielmann Stiftung. Kranke und verletzte Vögel, aber auch Reptilien und Säugetiere werden hier medizinisch versorgt und behutsam aufgepäppelt. Wenn bleibende Schäden ein Leben in freier Wildbahn unmöglich machen, bleiben die Vögel als Dauerpflegefälle in der Station oder werden an andere geeignete Einrichtungen abgegeben.

Manche Dauergäste brüten auch im Wildpark. Von 21 Weißstorchpfleglingen haben 6 Brutpaare 16 Jungvögel aufgezogen, die alle ausgewildert werden konnten.

Ziel aller Pflegemaßnahmen ist der Arterhalt in freier Wildbahn. Deshalb werden die tierischen Patienten, wenn sie ausreichend genesen sind, wieder in die Freiheit entlassen. Bis dahin ist es oft ein langer Weg, der mit hohen Kosten verbunden ist. Deshalb hat die Heinz Sielmann Stiftung die Pflegestation auch im Jahr 2015 wieder finanziell unterstützt. 25.000 Euro flossen in die umsichtige Pflegearbeit des Wildparks.

Wissenschaftliches Projekt
Den Luchsen auf der Spur

In Sielmanns Biotopverbund Harz-Eichsfeld-Werratal lebt ein in Deutschland nur noch sehr selten vorkommender Beutegreifer, der Luchs. Gemeinsam mit der Georg-August-Universität Göttingen unterstützt die Heinz Sielmann Stiftung von 2015-2018 ein Projekt zur wissenschaftlichen Erfassung der Luchsbestände im Grenzgebiet zwischen Niedersachsen und Hessen. Unter anderem werden dafür sogenannte Fotofallen installiert. 48 Wildkameras werden dafür angeschafft und ausgewertet. Auch ehrenamtliche Helfer und regionale Schulen werden in das wissenschaftliche Projekt mit einbezogen.

Leitfaden
Naturnahe Beweidung und ­NATURA 2000

Im Vordergrund des Buches stehen die Auswirkungen naturnaher Weidelandschaften auf die Lebensraumtypen sowie die Tier-und Pflanzenarten der FFH-Richtlinie und die Vogelarten der Vogelschutzrichtlinie. Mittlerweile mehren sich wissenschaftliche Untersuchungen von Ganzjahresweiden; einige Arbeiten sind bereits veröffentlicht, andere laufen noch.

„Naturnahe Beweidung und Natura 2000“ gibt eine Zusammenschau der vielfältigen Erfahrungen und leistet damit Hilfestellung bei Beurteilung, Betreiben und Neueinrichtung von Weideprojekten. Für einige Arten und Lebensraumtypen ist naturnahe Beweidung das beste Management, andere Lebensraumtypen brauchen selbst keine Beweidung, können aber ohne Nachteile in Weideflächen liegen; nur für wenige wird empfohlen, sie nicht zu beweiden. 

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Andere Kapitel beschäftigen sich mit weiteren naturschutzfachlich wertgebenden Habitaten, Strukturen und Artengruppen und mit „Problempflanzen“ in Weidegebieten. Finanzierung von naturnahen Weiden, Beziehungen zur EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie die Klimawirksamkeit von Weidelandschaften werden zusätzlich thematisiert.

Bestellungen 

bei ABU Soest an: ww@abu-naturschutz.de oder 02921/969878-92. 
Bitte geben Sie Rechnungsadresse, Lieferadresse und Anzahl an. Der Rechnungsbetrag ergibt sich aus den Kosten für Bearbeitung, Versand und Verpackung.
 
Die Bezahlung erfolgt per Rechnung und Überweisung auf folgendes Konto: 
Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V. 
IBAN DE07 4165 1815 0000 6011 87 
Sparkasse Erwitte-Anröchte 
Stichwort „Naturnahe Beweidung“ und Rechnungsnummer 

 

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Bund Naturschutz in Bayern e. V.
Mertinger Höll ist Naturparadies

Moore und Feuchtwiesen sind ein Paradies für seltene Arten. Darüber hinaus speichern sie CO2, haben also eine hohe Bedeutung für den Klimaschutz. Die Heinz Sielmann Stiftung hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Bund Naturschutz in Bayern e.V. wichtige Niedermoorgebiete und Feuchtwiesen im streng geschützten FFH- und SPA-Gebiet Mertinger Höll für den Naturschutz gesichert.

Bis Ende 2015 sind mit Hilfe der Stiftung 22 Einzelgrundstücke von insgesamt 122.913 m² vom Bund Naturschutz in Bayern e.V. im Landkreis Donau-Ries erworben worden. War der Grunderwerb im Jahr 2014 noch sehr schleppend verlaufen, gelang das in 2015 besser. Die über Jahre geführten Gespräche und der immer wieder intensive Kontakt der ehrenamtlichen Projektleiter zu den potentiellen Verkäufern trugen endlich Früchte.

Feuchtgebiete schaffen
Europäische Sumpfschildkröte

Die einst in Deutschland weit verbreitete Europäische Sumpfschildkröte ist vom Aussterben bedroht. Im Mittelalter waren die Schildkröten als Fastenspeise beliebt, später verlor das Reptil des Jahres 2015 seine Lebensräume durch Trockenlegung und Entwässerung der Landschaft. Insbesondere geeignete Eiablageplätze waren lange Zeit kaum vorhanden, so dass die Restbestände der Art heute stark überaltert sind.

Seit 2003 unterstützt die Heinz Sielmann Stiftung den Projektpartner Arbeitsgemeinschaft Natur- und Artenschutz e.V. (AGENA e.V) beim Schutz der letzten Exemplare und ihrer Wiederansiedlung im Nordosten Brandenburgs. Mit Mitteln der Stiftung wurden Flächen, in denen Sumpfschildkröten noch vorkommen, gekauft und gepflegt. 2015 erhielt der gemeinnützige Verein 8.000 Euro zur Wiederherstellung eines Fließgewässers und Wiedervernässung der anliegenden Kleingewässer und Moore. Dazu wurde ein Staubauwerk beseitigt und eine Sohlgleite am Gelandsee errichtet.

Wildwege e. V.
Das Auerhuhn schützen

Das Auerhuhn ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Die größte noch verbliebene Auerhuhnpopulation in Deutschland außerhalb der Alpen lebt im Schwarzwald und umfasst nur noch rund 500 Tiere. Gemeinsam mit dem Verein Wildwege e. V. aus Freiburg setzt sich die Heinz Sielmann Stiftung deshalb seit 2007 für den Erhalt dieser sympathischen Vogelart ein. Für Biotoppflege und Information der Öffentlichkeit hat die Heinz Sielmann Stiftung bisher mehr als 350.000 € investiert. Ziel ist es, für das Auerhuhn geeignete Lebensräume – vor allem lichte Waldbereiche – zu erhalten oder neu zu schaffen. Die Maßnahmen hatten Erfolg, auf mehreren Flächen hat sich der fasanenartige Hühnervogel wieder angesiedelt. Von den biotopverbessernden Maßnahmen profitieren außerdem Gebirgsvogelarten wie z. B. Rauhfußkauz oder Dreizehenspecht. 

Zypern
Aufklärung über Vogelmord

Zur Zeit des Vogelzugs, wenn große Vogelscharen aus den afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück in ihre Brutgebiete fliegen, verstecken Wilderer auf Zypern ihre tödlichen Leimruten und Fangnetze in Gebüschen und Bäumen. Jedes Jahr sterben dadurch fast drei Millionen unserer heimischen Singvögel. Sie gelten auf der Mittelmeerinsel als Delikatesse und werden illegal als Speise angeboten. Betroffen sindetwa 150 Vogelarten, überwiegend Zugvögel aus Europa. Etwa die Hälfte davon wird als im Bestand gefährdet eingestuft.

Zusammen mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) engagiert sich die Heinz Sielmann Stiftung für die Eindämmung der gesetzlich verbotenen Vogeljagd. Im 2015 haben die Projektpartner vorrangig eine Aufklärungskampagne an Schulen in den Verwaltungsbezirken Larnaca, Famagusta und Nicosia und die Überwachung von besonders stark betroffenen Gebieten unterstützt. Außerdem hat die Stiftung eine Filmdokumentation zur Öffentlichkeitsarbeit gegen den Vogelmord gefördert.