Technischer Naturschutz auf ehemaligen Militärgeländen Projekt NaTec – Naturschutz trifft Technik

Die Nachnutzung von ehemaligen Militärgeländen als Naturlandschaften bringt besondere Herausforderungen mit sich. Sensible Heidelandschaften erfordern eine regelmäßige Landschaftspflege. Diese soll Überalterung, Verbuschung, Bewaldung und dem Verschwinden typischer Tier- und Pflanzenarten der Heide entgegenwirken. Die Bodenbelastung mit Munitionsrückständen lässt eine konventionelle Pflege jedoch oft nur eingeschränkt zu.

Wie die Heidepflege ohne Betretung der munitionsbelasteten Flächen erfolgen kann, entwickelt ein innovatives Forschungsprojekt. In diesem werden Biodiversitäts­­forschung, Fernerkundung und Habitats­management der nächsten Generation verknüpft und in der Kyritz-Ruppiner Heide angewendet.

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Einsatz modernster Technik

NaTec widmet sich der Weiterentwicklung und der Anwendung technischer Hilfsmittel zur automatisierten Landschaftspflege mit modernen Methoden der Fernerkundung per Satellit, Flugzeug und Drohne (UAV). In Zukunft soll der Zustand der Heidelandschaft automatisiert beurteilt werden, um daraus ableitend Maßnahmen zum Erhalt, zur Pflege und zur Entwicklung dieser einzigartigen Naturlandschaft umzusetzen. Ein weiterer Baustein des Forschungsprojekts ist die Anfertigung einer Heidepflegemaschine, die auf munitionsbelasteten Gebieten ferngesteuert die Heidepflege ausführt. 

Das Projekt der Heinz Sielmann Stiftung wird in Kooperation mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) realisiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert dieses Vorhaben durch den Projektträger im Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) über einen Zeitraum von sechs Jahren.

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Phasen und Meilensteine 2017 Projektforschritte

Oktober 2017: Letzten Datenerfassungen für die gesamte Vegetationsphase 2017 wurden abgeschlossen. Damit sind die Feldarbeiten beendet. Sowohl Vegetationsproben als auch Fernerkundungsbilder wurden auf verschiedenen Skalen erfasst.

November 2017: Ein 3D-Modell der Heidepflegemaschine, die auch kleine Bäume entfernen kann, wurde realisiert. Die einzelnen Komponenten der Maschine konnten virtuell begutachtet und für die kommende Bauphase besprochen werden.

Dezember 2017: Während der Winterzeit beginnt die heiße Phase der Datenverarbeitung, Analyse und Hypothesentests. Erste beeindruckende Ergebnisse für die UAV-Kartierung einzelner Calluna-Pflanzenhöhen und phänologischer Eigenschaften konnten gewonnen werden.