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Die stillen Helden Dungkäfergemeinschaften und Dungpilze

Es lässt sich nicht mehr wegdiskutieren: Die Vielfalt unserer Insektenfauna geht Tag für Tag ein Stück mehr verloren. Damit fallen elementare Netzwerke des Lebens weg, die unter natürlichen Bedingungen vorhanden wären. Dramatisch betroffen vom Verlust der Insektenfauna sind auch die über 100 Arten umfassenden Dungkäfergemeinschaften. Die Hälfte aller Dungkäferarten steht bereits auf der Roten Liste.
  • Nationalpark Schwarzwald
  • 04. 2017 - 09. 2018
  • Baden-Württemberg
  • 20.560 Förderung
Dungkäfergemeinschaften und Dungpilze

Dungkäferart Aphodius scrutator, Foto: J. Buse

Die derzeit in mitteleuropäischen Wäldern vorhandenen größeren Wildarten wie Rot-, Reh- und Schwarzwild liefern eine andere Dungstruktur und -menge im Vergleich zu Rindern und Pferden. An Rotwilddung fanden sich zwischen 12 und 18 Arten je nach untersuchtem Lebensraum. Der Dung von domestizierten Rindern und Pferden in Extensivhaltung sowie von Schafen wird hingegen von nahezu doppelt so vielen Dungkäferarten genutzt. Doch über die Zusammenhänge wissen wir noch viel zu wenig.

Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützt Dr. Jörn Buse vom Nationalpark Schwarzwald und Dr. Marco Heurich vom Nationalpark Bayerischer Wald bei dem innovativen und bisher einzigartigen Forschungsprojekt. Dabei gehen unsere wissenschaftlichen Forschungspartner der Frage nach, wie sich das Aussterben innerhalb der Dungkäfergemeinschaften auf das Ökosystem insgesamt auswirkt. Reduzieren sich also mit dem Verlust von großen Weidetieren auch die Bestände anderer Arten? Was bedeuten sich ändernde Wildtierdichten für die Dungkäfergemeinschaften und damit auch für die Ökosysteme? Außerdem soll herausgefunden werden, ob die Funktionen einer Insektenart nach deren Verschwinden in einem Ökosystem von einer anderen Art übernommen werden können. Darüber hinaus sollen Lösungen erarbeitet werden, wie Dungkäfergemeinschaften langfristig geschützt werden können, damit sie auch in Zukunft als „Landschaftspfleger” zum Erhalt ökologischer Kreisläufe beitragen.

Mit der Zusage von sechs Nationalparks wie dem Urwald-Nationalpark von Bialowieza in Polen, den Nationalparken Bayerischer Wald, Schwarzwald und Eifel in Deutschland und weiteren Naturschutzflächeneignern haben ist ein wichtiger Grundstein für das Forschungsprojekt gelegt. Dabei ist auch die Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide mit Rothirsch, Wisent und Przewalski-Pferd eines der Untersuchungsgebiete dieses Forschungsvorhabens.

Wisent: T. Machowina

Wisent: T. Machowina

Rotwild im Schwarzwald, Foto: J. Buse

Rotwild im Schwarzwald, Foto: J. Buse

Dungpilz Pilobolus, Foto: F. Popa

Dungpilz Pilobolus, Foto: F. Popa