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Naturschutz

Erhalt einer der letzten naturnahen Flusslandschaften Europas Ökologischer Hochwasserschutz an der Oder

Die Oder und ihre Auen als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten und zu entwickeln, bildet das übergeordnete Ziel einer Koalition führender polnischer und deutscher Verbände.
  • Deutscher Naturschutzring
  • 08. 2017 - 10. 2018
  • Berlin
  • 5.000 Förderung
Ökologischer Hochwasserschutz an der Oder

Untere Oder mit Altarm bei Piasek und Blick auf Nationalpark Unteres Odertal, Foto: Marcel Creemers

Die Oder ist einer der letzten frei fließenden und naturnahen Flüsse in Europa und als einziger mitteleuropäischer großer Fluss bis zur Mündung auf 600 km ohne Querbauwerk verbaut. An der unteren und mittleren Oder befinden sich der Internationalpark Unteres Odertal mit dem einzigen deutschen Auen-Nationalpark und dem seit 70 Jahren einer natürlichen Sukzession überlassenen polnischen Zwischenoderland, die Nationalparks Warthemündung und Wollin, Landschaftsschutzparks und Natura-2000-Gebiete, die das Grüne Band entlang der Oder und Neiße bilden.

Doch einige bereits verabschiedete internationale Abkommen drohen diesen aktuell noch weitestgehend intakten Naturraum zu zerstören. Mit der Unterzeichnung des bilateralen „Abkommens über die gemeinsame Verbesserung der Situation an den Wasserstraßen im deutsch-polnischen Grenzgebiet“ vom 27. April 2015 und der damit verbundenen „Aktualisierung der Stromregelungskonzeption für die Grenzoder“ sollen künftig die Hochwasserabflussverhältnisse an der Grenzoder optimiert und stabile Fahrwasserverhältnisse insbesondere für den Einsatz der deutsch-polnischen Eisbrecherflotte an 90 % des Jahres unterhalb und an 80 % oberhalb der Warthemündung bei einer mittleren Wassertiefe von 1,80 m sichergestellt werden. Eng verbunden mit dem Abkommen und der Stromregelungskonzeption ist das polnische „Odra-Vistula Flood Management Project“ bei der Weltbank, das neben dem Hochwasserschutz auch Modernisierungsarbeiten zur Wiederherstellung der Fahrrinne an der Grenzoder, Maßnahmen an der mittleren Oder zur Modernisierung des frei fließenden Flusses auf Wasserstraßen-Klasse III und die Wiedernutzung des seit über 70 Jahren weitgehend ungenutzten Zwischenoderlandes und Kernzone des Internationalparks Unteres Odertal vorsieht. Eine Resolution des polnischen Ministerrats fordert sogar den Ausbau der Oder auf mindestens Wasserstraßen-Klasse IV und den Bau der fehlenden Verbindung zu dem potentiellen Donau-Oder-Elbe-Kanal im Rahmen des TEN-T-Netzes.

 

Die Idee des Projekts "Ökologischer Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Oder mit Schwerpunkt auf die Modellregion Unteres Odertal" ist es, gemeinsam mit Entscheidungsträgern und Bürgern einen Lösungsweg für den Hochwasserschutz an der Oder als großem mitteleuropäischem Strom und ggf. Teilen ihres Einzugsgebietes zu finden, der eine gegenseitige Blockade ökologischer und ökonomischer Notwendigkeiten überwindet und zu gegenseitigen Synergieeffekten für die Regionalentwicklung führen soll.

Eine zentrale Maßnahme ist dabei die fachliche Auseinandersetzung mit den aktuellen Planungen an der Oder im Sinne eines ökologischen Hochwasserschutzes. Wo immer es möglich ist, soll eine Kooperation mit den Behörden realisiert werden, mit dem gemeinsamen Ziel, ökologische Planungsalternativen zu verwirklichen, die im Einklang mit EU-Umweltrecht stehen und damit den Behörden die von der EU benötigte Kofinanzierung ermöglichen.

Mit der Erstellung eines deutsch-polnischen Konzepts wollen die Umweltverbände einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und nachhaltigen Entwicklung der Oderregion leisten. Mit dem Mehrwert an Wissen durch diesen integrierten Ansatz soll eine öffentliche Diskussion für eine ökologisch verträgliche Entwicklung auf beiden Seiten des Flusses angestoßen werden. Damit sollen Voraussetzungen geschaffen werden, um möglichst gemeinsam mit den zuständigen Entscheidungsträgern für die Entwicklung der Oder und, soweit möglich, auch ihres Einzugsgebiets, ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Leitbild zu erarbeiten.

Das Projekt wird inhaltlich von der Deutschen Umwelthilfe koordiniert und den weiteren Partnern BUND, WWF Deutschland, NABU und Heinz-Sielmann-Stiftung unterstützt. Die Hauptförderung des Projekts erfolgt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.

Altarm Mittlere Oder bei Frankfurt (Oder), Foto: Sascha Maier

Altarm Mittlere Oder bei Frankfurt (Oder), Foto: Sascha Maier

Nationalpark Unteres Odertal bei Bielinek, Foto: Daniel Krämer

Nationalpark Unteres Odertal bei Bielinek, Foto: Daniel Krämer

Auwald bei Bielinek im Nationalpark Unteres Odertal, Foto: Thomas Berg

Auwald bei Bielinek im Nationalpark Unteres Odertal, Foto: Thomas Berg

Blick nach Bielinek im unteren Odertal, Foto: Thomas Berg

Blick nach Bielinek im unteren Odertal, Foto: Thomas Berg

Mittlere Oder zwischen Reitwein und Küstrin, Foto: Sascha Maier

Mittlere Oder zwischen Reitwein und Küstrin, Foto: Sascha Maier

Mittlere Oder: Instandsetzungsmaßnahme bei Reitwein, Foto: Sascha Maier

Mittlere Oder: Instandsetzungsmaßnahme bei Reitwein, Foto: Sascha Maier

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Ökologischer Hochwasserschutz an der Oder