Wir unterstützen gute Ideen
Aktuelle Förderprojekte
ArtenschutzForschung

Wiederansiedlungsprojekt mit Vorbildcharakter Waldrappe in der Bodenseeregion

Der Waldrapp ist ein Zugvogel, der bis ins 17. Jahrhundert auch in Mitteleuropa heimisch war. Heute zählt er zu den am stärksten bedrohten Vogelarten weltweit. Als Zugvogel ist der Waldrapp de facto ausgestorben. Unter der Leitung des österreichischen Fördervereins „Waldrappteam“ wird mit Unterstützung der Heinz Sielmann Stiftung und weiteren Partnern aus Deutschland, Italien und Österreich in den kommenden drei Jahren eine neue ziehende Population von mindestens 120 Waldrappen wieder angesiedelt, um so das Überleben des bedrohten Zugvogels in seiner von der Natur vorgesehenen Lebensform sichern.
  • Förderverein Waldrappteam
  • 12. 2017 - 12. 2020
  • Überlingen
    Baden-Württemberg
  • 120.000 Förderung
Waldrappe in der Bodenseeregion

Waldrapp, Foto: J. Fritz ©Waldrappteam

Seit dem Frühjahr 2013 hat sich der weltweite Bestand freilebender Waldrappe mit noch intaktem Zugverhalten auf ein einziges Individuum im Mittleren Osten reduziert. Die illegale Jagd war die häufigste Todesursache. Faktisch ist der Waldrapp als Zugvogel somit ausgestorben. Das Projekt des Waldrappteams ist der erste wissenschaftlich fundierte Versuch, eine ausgerottete Zugvogelart wiederanzusiedeln. Ein erfolgreicher Projektverlauf kann Vorbildcharakter für die Erhaltung und Ansiedlung anderer bedrohter Zugvogelarten haben.

Projektträger ist der österreichische Förderverein Waldrappteam. Gemeinsam mit Partnern aus Österreich, Deutschland und Italien sollen bis 2020 wieder mehr als 120 Waldrappe zwischen dem nördlichen Alpenvorland und der Toskana migrieren. Neben der Brutkolonie in Burghausen gibt es eine zweite Brutkolonie in Kuchl (Land Salzburg). Mit Unterstützung der Heinz Sielmann Stiftung soll eine dritte Kolonie in Überlingen am Bodensee gefördert werden. Das Zugverhalten wird den jungen Waldrappen mit der Hilfe von Ultraleicht-Flugzeugen wieder beigebracht.

 

Der Waldrapp (Geronticus eremita) zählt zu den Ibisvögeln und erreicht ein Körpergewicht von 1 – 1,5 kg und eine Flügelspannweite von bis zu 125 cm. Charakteristisch für Waldrappe ist ihr schwarzes, grün-violett glänzendes Gefieder. Während der Kopf adulter Waldrappe unbefiedert ist und von verlängerten Schopffedern umrahmt wird, ist er bei Jungvögeln noch grau befiedert und der Federschopf noch nicht vorhanden bzw. deutlich weniger ausgeprägt.

Zieheltern, Foto: J. Fritz ©Waldrappteam

Zieheltern, Foto: J. Fritz ©Waldrappteam

Jungvogel, Foto: AG Schmalstieg ©Waldrappteam

Jungvogel, Foto: AG Schmalstieg ©Waldrappteam

Migrierende Jungvögel, Foto: C. Esterer ©Waldrappteam

Migrierende Jungvögel, Foto: C. Esterer ©Waldrappteam

Die "Zieheltern" leiten die Junvögel über die Alpen, Foto: P. Przesang ©Waldrappteam

Die "Zieheltern" leiten die Junvögel über die Alpen, Foto: P. Przesang ©Waldrappteam

Klassische Flugformation in 2.500 m Höhe, Foto: P. Przesang ©Waldrappteam

Klassische Flugformation in 2.500 m Höhe, Foto: P. Przesang ©Waldrappteam

Mehr Infos im Video

Waldrappe in der Bodenseeregion