Technischer Naturschutz auf ehemaligen Militärgeländen Projekt NaTec – Naturschutz trifft Technik

Die Nachnutzung von ehemaligen Militärgeländen als Naturlandschaften bringt besondere Herausforderungen mit sich. Sensible Heidelandschaften erfordern eine regelmäßige Landschaftspflege. Diese soll Überalterung, Verbuschung, Bewaldung und dem Verschwinden typischer Tier- und Pflanzenarten der Heide entgegenwirken. Die Bodenbelastung mit Munitionsrückständen lässt eine konventionelle Pflege jedoch oft nur eingeschränkt zu.

Wie die Heidepflege ohne Betretung der munitionsbelasteten Flächen erfolgen kann, entwickelt ein innovatives Forschungsprojekt. In diesem werden Biodiversitäts­­forschung, Fernerkundung und Habitats­management der nächsten Generation verknüpft und in der Kyritz-Ruppiner Heide angewendet.

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Einsatz modernster Technik

NaTec widmet sich der Weiterentwicklung und der Anwendung technischer Hilfsmittel zur automatisierten Landschaftspflege mit modernen Methoden der Fernerkundung per Satellit, Flugzeug und Drohne (UAV). In Zukunft soll der Zustand der Heidelandschaft automatisiert beurteilt werden, um daraus ableitend Maßnahmen zum Erhalt, zur Pflege und zur Entwicklung dieser einzigartigen Naturlandschaft umzusetzen. Ein weiterer Baustein des Forschungsprojekts ist die Anfertigung einer Heidepflegemaschine, die auf munitionsbelasteten Gebieten ferngesteuert die Heidepflege ausführt. 

Das Projekt der Heinz Sielmann Stiftung wird in Kooperation mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) realisiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert dieses Vorhaben durch den Projektträger im Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) über einen Zeitraum von sechs Jahren.

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Phasen und Meilensteine 2018 Projektforschritte

Vorstellung der Konzeption Heidepflegemaschine (HPM)

Als Abschluss Phase I der Entwicklung der HPM wurde die Konzeption externen Experten vorgelegt, intern vorgestellt und diskutiert. Änderungsvorschläge wurden in die Konzeption integriert und das Pflichtenheft angepasst.

Phase II mit Konstruktion der HPM startete im April. Inzwischen wurde ein erfahrener Partner für die praktische Umsetzung und den Prototypenbau gefunden. Im Zuge der Prototypenplanung ergaben sich evolutiv weitere Anpassungen der Maschine.

Arthropoden Monitoring Workshops

Dank fachkundiger Unterstützung durch Entomologen sind von April bis November 276 Insekten und Spinnen in der Kyritz-Ruppiner Heide nachgewiesen worden. Außerdem wurden verschiedene Nachweismethoden für Indikatorarten getestet.

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Nachtfalterfang

Im Spätsommer wurde am Rand der Heide eine Lichtfalle aufgebaut, um mit der Methode gezielt Nachtfalter anzulocken. Auf diese Weise wurden 25 heidetypische Eulen- und Spannerarten nachgewiesen.

Fernerkundliche Erfassung von einzelnen Besenheide-Individuen

Verschiedene Parametern von mehr als 400 Calluna vulgaris Individuen wurden kartiert. So kann das Wiederaustriebsverhalten nach Mahd oder Brand, Blühaspekt, Lebenszyklus, Trockenstress und Alter untersucht werden.

 

Einrichtung einer Testfläche mit militärischem Schrott

In einer Altheide-Fläche wurde qualifizierter Schrott wie entschärfte Panzergranaten und ein Sortiment üblicher Störkörper eingebracht. Auf dieser Fläche soll Störkörpersondierung durch Fernerkundung (z.B. Thermal-Drohnen) getestet werden.

Einrichtung der Testfläche für die Heidepflegemaschine

In der Tangersdorfer Heide wurde im November 2018 eine zwei Hektar große Fläche mit Altheide-Beständen abgesteckt. Diese ist von militärischem Schrott und Munition beräumt und ermöglicht den Praxistest von Einzelkomponenten ohne gesicherte Technik.

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Phasen und Meilensteine 2017 Projektforschritte

Oktober 2017: Letzten Datenerfassungen für die gesamte Vegetationsphase 2017 wurden abgeschlossen. Damit sind die Feldarbeiten beendet. Sowohl Vegetationsproben als auch Fernerkundungsbilder wurden auf verschiedenen Skalen erfasst.

November 2017: Ein 3D-Modell der Heidepflegemaschine, die auch kleine Bäume entfernen kann, wurde realisiert. Die einzelnen Komponenten der Maschine konnten virtuell begutachtet und für die kommende Bauphase besprochen werden.

Dezember 2017: Während der Winterzeit beginnt die heiße Phase der Datenverarbeitung, Analyse und Hypothesentests. Erste beeindruckende Ergebnisse für die UAV-Kartierung einzelner Calluna-Pflanzenhöhen und phänologischer Eigenschaften konnten gewonnen werden.