In Gedenken an Inge Sielmann

Hochwasserschutz, Naturschutz und Regionalentwicklung in Sachsen-Anhalt Projekt Mittelelbe-Schwarze Elster

Seit über 100 Jahren ist an der Mittelelbe, zwischen Mühlberg und der Saalemündung, eine verstärkte Erosion des Flussbetts zu beobachten: Im Zuge der Schiffbarmachung wurde der natürliche Flusslauf immer weiter begradigt und zum Schutz vor Hochwasser mit hohen Deichen gesäumt. Als Folge fließt die Elbe heute mit erhöhter Geschwindigkeit durch ein enges geradliniges Flussbett. Dabei reißt das Wasser mit seiner Kraft die Sedimente am Grund des Flusses mit und „gräbt“ sich immer tiefer in die Landschaft ein. Die gesamte Auenlandschaft, welche vom Hochwasser des Flusses natürlicherweise überflutet wird, wird dadurch immer trockener. Diese Entwicklung hat drastische Auswirkungen auf die typischen Lebensräume und Arten.

Zurzeit begleiten noch Nebenarme wie die Alte Elbe Bösewig, der Bleddiner Riss und der Klödener Riss die Elbe an beiden Ufern. Diese Ausläufer werden jedoch immer seltener vom Hochwasser der Elbe überflutet und verlanden. Das Ökosystem Elbaue, zu dem auch bedeutende deutsche und internationale Schutzgebiete gehören, gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, startete die Heinz Sielmann Stiftung 2017 in Zusammenarbeit mit örtlichen Behörden, Naturschutzpartnern und Landnutzern ein Projekt zur Renaturierung von Teilbereichen an der mittleren Elbe. Darin wird unter anderem geprüft, ob und wie sich Altarme wieder an die Elbe anbinden lassen. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, wie der Wasserrückhalt in der Aue und die Vernetzung der Aue mit dem Fluss wieder nachhaltig verbessert werden kann.

Die momentan nur noch rudimentär vorhandenen Auenstrukturen sollen langfristig wiederhergestellt werden, um die vielfältigen ökologischen Funktionen der Gewässer und Auen zu erhalten.

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