Heinz Sielmann filmt zwei kämpfende Seebären

Der Tierfilmer Heinz Sielmann

Heinz Sielmann war Tierfilmer aus Leidenschaft. Mit innovativer Kameratechnik machte er das verborgene Leben der Tiere sichtbar. Als Kameramann, Regisseur, Autor und Produzent schuf er preisgekrönte Dokumentationen und begeisterte mit „Expeditionen ins Tierreich“ ein Millionenpublikum.

Ich habe schon als Kind mit dem Beobachten, Fotografieren und Filmen begonnen. Das Ziel jedes Tierfilmers sollte es sein, Regisseur und Kameramann in einer Person zu werden.
Heinz Sielmann (1917-2006)

Mit 21 Jahren drehte 1938 Heinz Sielmann seinen ersten Film über die schnepfenartigen Wiesenvögel an der Ostseeküste. Für die besonderen Aufnahmen nutzte er kleine Tarnverstecke, in denen er sich zwei Monate lang immer wieder auf die Lauer legte. Mit der technischen Unterstützung seines Freundes Georg Schimanski gelang ihm schließlich die Fertigstellung seines Debütfilms „Vögel über Haff und Wiesen“. Die beeindruckenden Bilder erregten in Forschungskreisen großes Aufsehen und verhalfen dem ambitionierten Nachwuchsfilmer zu zahlreichen wegweisenden Bekanntschaften.

Entdecken Sie, was hinter den Kulissen geschah!


1943

erstes Buch „Vögel über Haff und Wiesen“

 

1947

Anstellung bei der British Film Division, dann Wechsel an das Institut für den Unterrichtsfilm in Hamburg als Kameramann und Regisseur

 

1951

Hochzeit mit Inge Witt und Umzug nach München, Sitz des 1950 neu gegründeten Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU)

Heinz Sielmanns erstes Buch im Schaufenster einer Buchhandlung

Ab 1947 drehte Heinz Sielmann im Auftrag des Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) rund 30 Unterrichtsfilme für Schulen. Dafür arbeitete der Tierfilm-Pionier mit verschiedenen Forschungsinstituten zusammen. Seine tierischen Protagonisten filmte er vor allem in künstlich nachgebauten Biotopen. Hier wagte sich der wissbegierige Tierfilmer sogar bis in die baumhohen Kinderstuben von Eichhörnchen oder Spechten vor. Die einmaligen Aufnahmen vom bis dahin verborgenen Privatleben der Tiere zogen zahlreiche Zuschauer in ihren Bann und machten den Tierfilmer weltweit bekannt.


1952

Beginn der Dreharbeiten und der Zusammenarbeit mit Konrad Lorenz am

Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Buldern / Westfalen

 

1954

Geburt des Sohnes Stephan, Beginn der Zusammenarbeit mit dem Fernsehen

 

1956

erste Fernsehsendungen in Zusammenarbeit mit dem NDR, Wiederaufnahme

des Biologiestudiums in München

NDR Filmszene mit Ankündigung eines Heinz Sielmann-Films

Nach langen und anstrengenden Filmexpeditionen in die Wildnis freute sich Heinz Sielmann stets auf das heimatliche Zuhause. Doch auch hier war an Faulenzen nicht zu denken. Bereits nach einer kurzen Ruhepause stürzte sich der leidenschaftliche Tierfilmer wieder in die Arbeit. Als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent leitete er nicht nur die Expeditionen, sondern sichtete auch das Filmmaterial und betreute den Filmschnitt. Parallel dazu plante er akribisch die nächsten Projekte, die ihn bald zum Aufbruch in neue Abenteuer bewegten.

 

Entdecken Sie, was hinter den Kulissen geschah!

1960

Trennung vom FWU, selbstständiger Produzent, Autor, Kameramann und Regisseur, Naturfilm-Klassiker "Das Dorf der Weißen Störche" wird ausgestrahlt

 

1965

Die erste Sendung „Expeditionen ins Tierreich“ startet mit der Folge "Vogelwunder Australien", in der Heinz Sielmann über die Entdeckungen seiner Australienreise berichtet

 

1967

Beginn der Zusammenarbeit mit der National Geographic Society für Fernsehfilme (NGS Specials)

1938

Vögel über Haff und Wiesen

1949

Lied der Wildbahn

1951

Quick, das Eichhörnchen

1952

Im Hamsterrevier

1954

Zimmerleute des Waldes

1957

Herrscher des Urwalds

1960

Das Jahr der Störche

1960

Galapagos

 

1969

Lockende Wildnis

1988

Tiere im Schatten der Grenze

bis 1991

über 150 Folgen „Expeditionen ins Tierreich” (ARD/NDR)

1991/92

10 Folgen „Sielmann 2000“ (RTL)

1993

„Heinz Sielmann Report“ (SAT.1)

1996

„Abenteuer Natur“ (SAT.1)

2003

Galapagos (Überarbeitung)

Das Erfolgsformat von Heinz Sielmann und dem NDR

„In den siebziger Jahren hatte sich das Interesse für Tiersendungen bei den Zuschauern in Deutschland derart vermehrt, dass sich der NDR dafür einsetzte, meine Fernsehreihe Expeditionen ins Tierreich künftig sechsmal im Jahr in der besten Sendezeit von 20:15 Uhr zu zeigen. Durch meinen Zugang zu den Filmen des BBC, der National Geographic Society und anderen Produktionsfirmen fiel es uns nicht schwer, das erforderliche Pensum zu leisten. In der langen schönen Zusammenarbeit mit Günter Tovar und seiner NDR-Redaktion Feature entstanden an die 140 Sendungen Expeditionen ins Tierreich.

Die Dreharbeiten führten Tovar und mich rund um die Welt, von den Pelzrobben der Pribilof-Inseln in der Beringsee zu den Berggorillas in Ruanda bis ins Reich der Glanzfasane auf dem Anapurna-Massiv in Nepal, wo wir auf 3.000 Meter Höhe unser Filmlager aufgeschlagen hatten. Für den NDR drehte ich weitere Folgen meiner Reihe Expeditionen ins Tierreich über bedrohte heimische Tierarten und ihre Lebensräume. Es entstanden die Filme Umstrittene Europäer, eine Sendung über die Wiederein­bürgerung von Wildtieren, Tiere in der Großstadt, Bedrohte Idyllen und Letzte Wildnis am Strom.“

Heinz Sielman

1988 und 1989 drehte Heinz Sielmann zwei Filme für den NDR, die für seine weitere Arbeit mitbestimmend waren: Tiere im Schatten der Grenze zeigte die außergewöhnlich reiche Tier- und Pflanzenwelt, die auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen alten und neuen Bundesländern erhalten blieb.1988 und 1989 drehte Heinz Sielmann zwei Filme für den NDR, die für seine weitere Arbeit mitbestimmend waren: Tiere im Schatten der Grenze zeigte die außergewöhnlich reiche Tier- und Pflanzenwelt, die auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen alten und neuen Bundesländern erhalten blieb.

Heinz Sielmann bei Dreharbeiten an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, dem heutigen am Grünen Band