Ein Garten für Schmetterlinge

Wo sich die bunten Falter am wohlsten fühlen

von Dr. Hannes Petrischak

Bedrohte Schönheiten

Sie sind selten geworden in unseren Gärten und in der freien Landschaft: Schmetterlinge. Wissenschaftliche Studien belegen, was für viele schon lange trauriges Bauchgefühl ist - unsere Schmetterlinge verschwinden.

Die Roten Listen werden immer länger und immer mehr Arten sind sogar vom Aussterben bedroht. Die Gründe sind der Verlust von Lebensräumen und Futterpflanzen. Auch Überwinterungsmöglichkeiten für Arten, die nicht in den Süden fliegen, sind rar.

Farbenfrohe Feinschmecker

Schmetterlinge entwickeln sich in unterschiedlichen Lebensstadien – Raupe, Puppe und Falter – die verschiedenste Lebensbedingungen brauchen.

Die Raupen der meisten Schmetterlingsarten sind auf wenige manchmal sogar nur auf eine Futterpflanze spezialisiert. Als Falter saugen sie dann jedoch meist Nektar unterschiedlicher Blüten.

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Beeindruckend, aber mittlerweile selten ist der Schwalbenschwanz. Er zählt mit einer Flügelspannweite bis zu sieben Zentimetern zu den größten Tagfaltern Deutschlands.
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Die Weibchen legen ihre Eier nicht nur an Wilder Möhre ab, sondern beispielsweise auch sehr gern an Speisemöhren, Fenchel und Dill in Gemüsegärten.

Bleiberecht für Brennesseln

Die Raupen vieler Schmetterlingsarten fressen an Brennnesseln. Admiral, Tagpfauenauge, Landkärtchen und Kleiner Fuchs legen ihre Eier an Brennnesseln ab. Eine Ecke, in der Brenesseln gedeihen dürfen, ist leicht umzusetzen und ein guter erster Schritt für einen schmetterlingsfreundlichen Garten.

Schmetterlinge haben Lieblingsfarben

Viele Schmetterlinge fliegen - im wahrsten Sinne des Wortes - auf Violett. Dost, Blutweiderich, Flockenblume, Natternkopf, Disteln und Wilde Karde stehen daher hoch im Kurs.

Auch rote, orange und gelbe Blüten werden vor allem im Hochsommer auf Nektar untersucht. Alant, Fetthenne, Herbstastern, einige Malvenarten oder Sonnenhut überbrücken dann eine Durststrecke für die Falter.

Torkelnde Falter im Herbst

Im Herbst berauschen sich die ausgewachsenen Falter gern an Fallobst. Vor allem Admiral, C-Falter und Nierenfleck saugen an heruntergefallenen Pflaumen, Mirabellen oder Birnen. Ist das Obst leicht angegoren, wird die Flugbahn schonmal kurvenreicher!

Der Alkohol macht die Schmetterlinge langsam, behäbig und orientierungslos. Ist der Rausch verflogen, suchen sie nach einem passenden Winterquartier.

Zuflucht vor Kälte

Wenn es kalt wird, ziehen sich Raupen und Puppen in verblühten Stauden, Laubhaufen, zwischen Gras oder in Stein- und Asthaufen zurück. Schmetterlingsfreunde sollten daher Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden, wenn die jungen Falter geschlüpft sind.

Einige Arten überwintern als ausgewachsene Falter. Sie suchen Zuflucht in trockenen Garagen, Schuppen, Scheunen oder Dachböden. Im zeitigen Frühjahr sollten Sie unbedingt eine Ausflugmöglichkeit schaffen, sonst finden die Falter den Weg ins Freie nicht und verenden.

Glücklich und zufrieden

In naturnahen Gärten finden Schmetterlinge alles, was sie zum Leben brauchen: Futterpflanzen, Nektarangebote und Überwinterungsmöglichkeiten. Strukturvielfalt und heimische Pflanzen sowie der Verzicht auf chemische Insektenvernichtungsmittel bilden die Grundsätze des Naturgartens.

Clever geplante Gärten, die ein ganzjähriges Nektarangebot von heimischen Pflanzenarten bieten, sind also willkommene Quartiere für Schmetterlinge. Gestalten Sie Ihren Garten naturnah und erfreuen Sie sich an farbenfrohen Besuchern.

Lebensraum Garten

Naturnahe Gärten mit vielen heimischen Pflanzenarten und unaufgeräumten Ecken bieten Schmetterlingen und anderen Tieren optimale Lebensbedingungen.

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