Vögel im Winter

richtig füttern

Tipps vom Experten

von Prof. Dr. Peter Berthold

Vögel füttern, aber richtig

Standvögel wie die Blaumeise (Cyanistes caeruleus), der Zilpzalp (Phylloscopus collybita) und der Grünfink (Chloris chloris) sind im Winter gern gesehene Gäste in unseren Gärten und immer auf der Suche nach energiereicher Nahrung.

Je nach Art, Größe und Schnabelform brauchen sie sehr unterschiedliche Nahrungsquellen. Mit dem Wissen, welches Futter Ihre gefiederten Besucher benötigen, können Sie die Winterfütterung gezielt anpassen.

Grünfinken haben kräftige Schnäbel, mit denen sie selbst Kirschkerne knacken können.

Fett-Futter

Meisenknödel liefern Kohlmeisen (Parus major) und Blaumeisen (Cyanistes caeruleus) reichlich Energie. Spechte picken gern an Schweineschwarte. Kleineren Vögeln kann man dünn zwischen Baumrinde gestrichenes Fett anbieten.

Nüsse und Kerne

Einige Vögel sind Spezialisten für die besonders harten Fälle. Eichelhäher (Garrulus glandarius) knacken robuste Haselnüsse, der verwandte Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) sogar die dicken Samen der Zirbelkiefer.

Will man dem Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) etwas Gutes tun, bietet man Kirschkerne an. Nur er kann die harten Kerne mit seinem kräftigen Schnabel aufbrechen.

Grobes Mischfutter

Mischungen mit Hirse, Raps, Rübensamen, Hafer, Hanf und Sonnenblumenkerne sind bei vielen Vögeln beliebt. Man kann die fertigen Mischungen mit Wildsamen von Leinsamen, Distel oder Mohn ergänzen. Grünfinken (Chloris chloris) etwa nehmen bevorzugt Hanfkörner auf.

Feines Futter

Zu den „Zärtlingen“ gehören Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) und Zilpzalp (Phylloscopus collybita). Die kleinen, feinen Schnäbel können nur weiche Nahrung aufpicken. Grob gequetschter Hafer ist für die Schwanzmeise fast schon zu fest. Daher sollten besser Schmelzflocken auf dem Futtertisch liegen.

Mit ihrem winzigen Schnabel kann die Schwanzmeise nur besonders weiche Nahrung aufnehmen.

Weitere Tipps

Es ist nicht nötig, aus hygienischen Gründen auf das Futterhaus zu verzichten. Studien haben ergeben, dass die Infektionsgefahr durch den Kot der Vögel äußerst gering ist.

Ein Grund dafür ist die hohe Köpertemperatur der Kleinvögel, die als natürlicher Infektionsschutz wirkt: Die winzigen Körper sind im Durchschnitt etwa 43° warm.

Das Winterfutter-Angebot kann mit Trockenobst, Apfelstücken und Wildfrüchten von Hagebutte oder Vogelbeere ergänzt werden.

Gestalten Sie Ihren Garten naturnah!

Vögel brauchen Versteckmöglichkeiten und Aussichtspunkte. Schneiden Sie Samenstände von Blumen und Stauden erst im Frühjahr. Lassen Sie totes Holz stehen, hier verstecken sich proteinreiche Insekten.

Über den Autor

Prof. Dr. Peter Berthold
Prof. Dr. Peter Berthold ist renommierter Ornithologe und seit über 60 Jahren engagierter Naturschützer.

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