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Schutz bodenbrütender Vögel

An der Nase herumgeführt

Mit falschen Geruchsspuren Bodenbrüter vor Fressfeinden schützen

Rebhuhn-Familie mit Küken auf einer Wiese © Christian Gelpke

 

 

Rebhuhn mit Küken am Boden © Luisa Höppner

Vier Jahre lang wird bei Zerbst in Sachsen-Anhalt eine innovative Methode zum Schutz bodenbrütender Vögel erprobt. Diese Methode wird vom Förderverein Großtrappenschutz e.V. in einem Gebiet getestet, in dem neben der Großtrappe noch andere gefährdete bodenbrütende Vögel wie das Rebhuhn und die Wiesenweihe vorkommen, die von ihr profitieren könnten. Ihr Ziel ist es, Fressfeinde wie Füchse und Waschbären, die sich bei der Suche nach bodenbrütenden Vögeln und ihren Nestern vor allem auf ihren Geruchssinn verlassen, mit falschen Geruchsspuren von einer erfolgreichen Beutesuche abzuhalten und die Bodenbrüter so zu schützen. 

 

 

Rebhuhn steht auf einer Wiese und schaut in die Sonne © drakuliren/stock.adobe.com

Die Methode wurde in wissenschaftlichen Studien in Neuseeland und Finnland bereits erfolgreich zum Bodenbrüterschutz angewandt – allerdings in anderen Lebensräumen mit teils anderen Fressfeinden und für andere Vogelarten. Im Zerbster Raum in Sachsen-Anhalt soll sie nun in der Agrarlandschaft über vier Jahre hinweg umgesetzt und ihre Wirksamkeit wissenschaftlich untersucht werden. Bodenbrüter wie das Rebhuhn, das stark unter der Intensivierung der Landwirtschaft in Kombination mit hohen Vorkommen von Fressfeinden leidet, könnten mit dieser Methode auf kostengünstige Weise und ohne irreversible Eingriffe in die Population der Fressfeinde effektiv geschützt werden. 

 

 

Rebhuhnfamilie auf einer Wiese © Luisa Höppner

Bereits im ersten Projektjahr konnten wichtige Grundlagen geschaffen werden. In drei Untersuchungsgebieten – zwei Testgebieten und einem Kontrollgebiet – wurden Bodenbrütergerüche ausgebracht. Parallel dazu lief ein umfassendes Monitoring: Mit Wildkameras wurde die Aktivität von Raubsäugern erfasst, gleichzeitig untersuchten Fachleute den Bruterfolg der Rebhühner. Die Umsetzung verlief insgesamt reibungslos; kleinere technische Ausfälle bei einzelnen Kameras hatten keinen nennenswerten Einfluss auf die Ergebnisse. 

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Raubsäuger auf die Geruchsausbringung reagieren. Dafür entwickelten die Forschenden ein spezielles Ethogramm – eine Art „Verhaltenskatalog“. Insgesamt wurden 203 Videoaufnahmen ausgewertet, die Begegnungen von Fuchs, Waschbär und Dachs mit den Geruchspunkten zeigten. Die ersten statistischen Analysen sind vielversprechend: 
Die Geruchspunkte zogen deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich als Vergleichsstellen ohne Geruch. Gleichzeitig zeigte sich, dass die allgemeine Präsenz und Aktivität der Raubsäuger in den Testgebieten nicht höher war als im Kontrollgebiet. Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Methode gezielt wirkt, ohne zusätzliche Risiken zu schaffen. 

Auch bei der Erfassung des Bruterfolgs wurden wertvolle Erfahrungen gesammelt. Klassische Herbstzählungen von Rebhuhnfamilien erwiesen sich als nur eingeschränkt aussagekräftig – unter anderem wegen unterschiedlicher Vegetationsstrukturen und der hohen Beweglichkeit der Küken. Deshalb wurde bereits 2025 ergänzend eine Wärmebilddrohne eingesetzt. Mit ihr konnten Gelege und Rebhuhnfamilien schon in den frühen Sommermonaten zuverlässig erfasst werden. Diese moderne Technik hat sich als deutlicher Gewinn für das Projekt erwiesen. 

Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützt dieses Projekt mit einer Förderung von 17.703 Euro im Zeitraum vom 01.01.2025 – 31.12.2028.  

Kontakt

Förderverein Großtrappenschutz e.V.

Buckower Dorfstraße 34 
14715 Nennhausen

Tel.: +49 33878 / 60194

info@grosstrappe.de

 

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