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Umweltbildungsprojekt „Natur zum Anfassen“: 275 Kinder packen für die Natur mit an

Umweltbildungspersonal und Kinder bauen eine Benjeshecke© Katja Benke / Heinz Sielmann Stiftung

15 Schulklassen, 274 Kinder und jede Menge Naturerlebnisse: Beim Umweltbildungsprojekt „Natur zum Anfassen“ erforschten Grundschulkinder in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen, wer in Hecken, Laub- und Steinhaufen lebt. Dabei blieb es nicht beim Beobachten: Die Kinder packten selbst mit an und schufen neue Lebensräume für Tiere.

Unter dem Motto „Wildes Leben – wer wohnt in Hecke, Laub- und Steinhaufen?“ waren in den vergangenen Wochen 15 Grundschulklassen aus der Region zu Gast im Heinz Sielmann Natur-Erlebniszentrum in Wanninchen. Insgesamt 275 Mädchen und Jungen erkundeten das Außengelände und den nahe gelegenen Görlsdorfer Wald.

Ausgerüstet mit Ferngläsern und Becherlupen gingen die Nachwuchsforscherinnen und -forscher auf Entdeckungstour. Sie untersuchten den Waldboden, nahmen Hecken, Laub und Steinhaufen genauer unter die Lupe und erfuhren, welche Tiere hier Nahrung, Schutz oder einen Platz für ihren Nachwuchs finden.

Von Eidechsen und weit reisenden Steinschmätzern

Anhand ausgewählter Tierarten lernten die Kinder die Besonderheiten der verschiedenen Lebensräume kennen. So erfuhren sie beispielsweise, dass Eidechsen ihre Eier in sandigen Boden legen und auf der Flucht bis zu 25 km/h schnell werden können. Auch der Steinschmätzer sorgte für Überraschungen: Der kleine Zugvogel legt auf seinem jährlichen Weg von den Brut- in die Überwinterungsgebiete rund 15.000 Kilometer zurück. Eltern und Jungvögel können sich außerdem anhand bestimmter Rufe erkennen und wiederfinden.

Das neu erworbene Wissen konnten die Kinder gleich praktisch anwenden. Mit Arbeitshandschuhen ausgestattet, bauten sie gemeinsam Steinhaufen und eine Benjeshecke. Damit entstanden zusätzliche Verstecke, Nistmöglichkeiten und Nahrungsquellen für verschiedene Tierarten. Gleichzeitig bietet eine Benjeshecke Schutz vor Wind und schafft ein besonderes Kleinklima.

Anpacken für den Naturschutz

Im Mittelpunkt der Projekttage stand das unmittelbare Naturerlebnis. Die Kinder konnten beobachten, fühlen, entdecken und vor allem selbst aktiv

werden. Statt Naturschutz nur theoretisch kennenzulernen, gestalteten sie Lebensräume mit den eigenen Händen.

Ob beim Erforschen des Waldbodens, beim Beobachten kleiner Tiere oder beim gemeinsamen Bau neuer Strukturen: Die Projekttage vermittelten spielerisch, welche Bedeutung vermeintlich unscheinbare Lebensräume wie Laub-, Totholz- oder Steinhaufen für die biologische Vielfalt haben.

Und weil der Herbst in Wanninchen noch ein ganz anderes Naturschauspiel bereithielt, richteten die Kinder zwischendurch auch den Blick in den Himmel: Am Schlabendorfer See ließen sich zahlreiche Zugvögel auf ihrer herbstlichen Reise beobachten.

 

Schlüsselprojekt für die regionale Umweltbildungsarbeit

Am diesjährigen Projekt beteiligten sich Grundschulklassen unter anderem aus Senftenberg, Finsterwalde, Crinitz, Golßen, Herzberg, Schönwalde und Dahme. „Die Projekttage bieten nicht nur den Kindern die Möglichkeit, mitten in der Natur zu lernen. Für uns und die engagierten Lehrerinnen und Lehrer bietet sich die Chance, ein Netzwerk aufzubauen, Bedarfe der regionalen Schulen zu erfassen und Ideen auszutauschen“, sagt Anna Polls von der Heinz Sielmann Stiftung in Wanninchen.

Die kostenlosen Exkursionstage wurden durch die Unterstützung von enviaM und MITGAS ermöglicht. Ein Dank gilt außerdem den Lehrkräften und Begleitpersonen, die mit ihren Klassen den Unterricht nach draußen verlegten – und natürlich den 274 Nachwuchsforscherinnen und -forschern für ihre Neugier, ihre Fragen und ihren tatkräftigen Einsatz.

Nach den Exkursionstagen geht „Natur zum Anfassen“ für die teilnehmenden Schulklassen kreativ weiter. Bis zum 13. Oktober 2026 können die Kinder ihre Erlebnisse und Eindrücke zu Papier bringen und beim Kalenderwettbewerb von „Natur zum Anfassen“ einreichen.

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