© Sebastian Fröhlich

Frösche

Lautstarke Hüpfer

Verstummende Rufe

Wenn an warmen Sommerabenden Frösche aus Teichen und Gräben rufen, gehört das für Viele noch immer zum typischen Klang der Landschaft. Doch dieses vertraute Geräusch ist vielerorts bereits selten geworden. Seit Jahren gehen die Bestände nahezu aller sieben heimischen Froscharten stark zurück. Frösche reagieren empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt: Gewässer sind verschwunden oder stark beeinträchtigt, Lebensräume wurden zerschnitten und die Wanderungen zwischen Laichgewässern sowie Sommer- und Winterquartieren sind zunehmend gefährlich. Viele Arten stehen dadurch unter erheblichem Druck, einige sind regional bereits stark dezimiert oder verschwunden.

Frosch-Fakten

Bis zu 15  Kilometer

maximal wandert der Kleine Wasserfrosch im Laufe seines Lebens.

Bis zu 90  Dezibel

laut ist das Quaken des Seefroschs – so laut wie ein Rasenmäher.

Bis zu 10.000  Eier

legt das Wasserfroschweibchen in einer einzigen Laichsaison.

Nicht jeder Frosch ist grün

Beim Gedanken an Frösche kommen einem schnell die typischen grünen Hüpfer in den Sinn. Tatsächlich unterscheiden sich unsere heimischen Frösche deutlich in Grün- und Braunfrösche – und dieser Unterschied ist alles andere als nebensächlich, denn er verrät viel über Lebensraum, Verhalten und Schutzbedarf. Grünfrösche (zum Beispiel See- und Wasserfrösche) sind meist grün gefärbt, stark an das Wasser gebunden und leben an dauerhaft wasserführenden, sonnigen Gewässern. Braunfrösche (Gras-, Moor- und Springfrösche) dagegen sind eher bräunlich, verbringen den Großteil ihres Lebens an Land und laichen oft schon früh im Jahr in temporären Tümpeln oder Waldgewässern. 

Der Laubfrosch gehört zur Familie der Laubfrösche. Er klettert geschickt auf Sträucher oder Hecken in Ufernähe. Seine lauten Rufe sind in den Sommermonaten weithin hörbar.

© Ralf Donat
© bundesfoto/Heinz Sielmann Stiftung

Überlebensorgan Haut

Die Haut von Fröschen – ebenso wie die von Kröten und Salamandern – ist dünn, feucht und lebenswichtig. Amphibien nehmen einen Teil ihres Sauerstoffs über die Haut auf, während Kaulquappen mit Kiemen und erwachsene Tiere zusätzlich mit einfachen Lungen atmen. Auch der Wasserhaushalt wird zu einem großen Teil über die Haut reguliert: Frösche müssen kein Wasser aktiv aufnehmen wie Säugetiere, sind aber auf feuchte Lebensräume angewiesen. Drüsen halten die Haut feucht und können sie vor Krankheitserregern oder Fressfeinden schützen. Amphibien häuten sich regelmäßig, um ihre Haut zu erneuern. 

Doch gerade diese durchlässige Haut macht sie besonders verletzlich: Schadstoffe aus Dünger, Gülle oder Pestiziden können direkt in den Körper gelangen und schwerwiegende Folgen haben, besonders in sensiblen Phasen während des Laichens, wenn sie im Wasser sind.

Quaken für die Liebe

Mit den ersten warmen Frühlingstagen füllen Frösche die Teiche und Auen mit ihren charakteristischen Rufen: von April bis Juni je nach Art zu unterschiedlichen Tageszeiten. Fast immer sind es die Männchen, die mit ihren Rufen paarungsbereite Weibchen anlocken. Doch wie entsteht dieses Quaken eigentlich? Frösche rufen nicht einfach, sondern pumpen Luft zwischen Lunge und Mundraum hin und her. Dabei strömt die Luft durch den Kehlkopf, die Stimmbänder beginnen zu vibrieren. Unterstützt wird das Geräusch durch ein bis zwei Schallblasen am Mundboden oder in den Backen, die wie ein Verstärker wirken und den Laut weit tragen. Diese Rufe sind angeboren und artspezifisch. Jede Art klingt also anders. Für uns wirkt das Froschkonzert etwas chaotisch, für Frösche ist es ein klar verständlicher Code.

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© Ralf Donat

Wenn Männchen blau werden – Moorfrösche werben mit Farbe

Während der Paarungszeit zeigen Moorfrosch-Männchen ein spektakuläres Farbspiel: Sie färben sich für wenige Tage leuchtend blau, um Weibchen zu signalisieren, dass sie bereit zur Fortpflanzung sind. Dieses Farbenspiel ergänzt ihr Quaken und erhöht die Chancen, von den Weibchen ausgewählt zu werden. So wird aus dem unscheinbaren Teichbewohner für kurze Zeit ein strahlender Star des Frühlings.

Frosch, Kröte oder Unke?

Frösche, Unken und Kröten gehören alle zu den Amphibien, unterscheiden sich aber in Aussehen und Lebensweise. Frösche haben meist glatte, feuchte Haut, lange Beine und sind gute Springer – sie halten sich vor allem in der Nähe von Wasser auf. Kröten besitzen raue, warzige Haut, eher kurze Beine und bewegen sich meist hüpfend oder laufend; sie leben länger an Land und kommen nur zur Fortpflanzung ins Wasser. Unken sind klein und haben auffällige Warnfarben an Bauch und Kehle. Anders als Frösche quaken sie nicht, sondern äußern sich durch markante Rufe. Sie bevorzugen temporäre Gewässer und feuchte Habitate.

Unsere heimischen Frösche

Gefahren für Frösche

Im Frühling begeben sich Frösche auf lange Wanderungen zu ihren Laichgewässern – eine Reise voller Gefahren. Eingriffe des Menschen, wie begradigte Flüsse oder Drainagen in Talauen, verringern die natürlichen Rückzugsorte. Sinkende Grundwasserstände und klimawandelbedingte Temperatursteigerungen trocknen Teiche aus und geeignete Sommer- und Winterquartiere werden knapp.

Auf ihren Wanderwegen durch besiedelte Gebiete müssen die Tiere vielbefahrene Straßen überwinden. Verschmutzte Gewässer, chemische Stoffeinträge aus der Landwirtschaft, Krankheiten, eingeschleppte Arten und der Rückgang von Insekten als Nahrungsquelle erhöhen den Überlebensdruck zusätzlich. Vor diesem Hintergrund wird jede intakte Pfütze, jeder ungestörte Teich zu einem kleinen Refugium, an dem Frösche überleben , Laich absetzen und neue Generationen großziehen können.

Das tun wir zum Schutz von Fröschen

Deutschlandweit sichern wir durch den Kauf und die Pflege großer Flächen und Biotopstandorte langfristig Feuchtgebiete, Teich‑ und Moorlandschaften als Refugien für Frösche und andere Arten. Nur dank ungestörter Gewässer, feuchter Wiesen und naturnahen Ufern können heimische Amphibien langfristig bestehen.

Die Heinz Sielmann Stiftung legt gezielt neue Laichgewässer und Kleingewässer an oder restauriert vorhandene Tümpel. Mit dem Projekt „50 Tümpel für den Laubfrosch“ stärken wir im Raum Ravensburg (Baden-Württemberg) isolierte Populationen und schaffen vernetzte Lebensräume für erfolgreiche Wanderungen. 

Zusätzlich entstehen im Rahmen des Amphibien‑Biotopverbunds in Südbayern mehr als 80 neue Kleingewässer, die besonders gefährdeten Amphibien langfristig neue Lebensräume in der Region sichern und diese miteinander vernetzen. Die ersten Ergebnisse des projektbegleitenden Monitorings sind vielversprechend: Neben Arten wie Spring- und Grasfrosch konnten auch andere seltene Amphibien wie Kammmolch und Laubfrosch an den Gewässerstandorten des Projekts nachgewiesen werden.

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