Spechte

Zimmerleute des Waldes

Hör mal, wer da hämmert

Man muss keine Fachperson für Vögel sein, um anhand des schallenden Klopfens in Wald, Park oder Garten zu erkennen: Hier ist ein Specht unterwegs. Doch was soll der Lärm überhaupt und bekommt man von so viel Hämmern keine Kopfschmerzen? Mit ihren Höhlen erweisen Spechte anderen Tieren einen wichtigen Nutzen. In unseren Sielmanns Naturlandschaften finden Spechte perfekte Lebensbedingungen. Unsere Teammitglieder vom Naturschutz prüfen dort regelmäßig ihren Bestand.

Specht-Fakten

240

verschiedene Spechtarten gibt es annähernd - weltweit.

10 Zentimeter

kann der Grünspecht seine Zunge herausstecken.

27 km/h

beträgt die Aufprallgeschwindigkeit des Schnabels beim sogenannten Trommeln.

17 Schläge

schafft der Schwarzspecht in einer Sekunde.

25 Gramm

bringt der Kleinspecht höchstens auf die Waage.

12 Tage

brüten Buntspechte durchschnittlich, bis ihre Nachkommen schlüpfen.

Was soll der Krach?

Spechte hämmern nur in geschwächte Baume. Sie wählen absichtlich wohlklingende, morsche Äste und probieren im Vorhinein verschiedene Plätze aus, bevor sie sich für den Ast mit dem besten Klang entscheiden.

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Imponieren und Markieren

Während der Paarungszeit machen Spechtmännchen durch extrem schnelles Trommeln Weibchen auf sich aufmerksam. Ein einzelner solcher als Wirbel bezeichneter Trommelablauf dauert bis zu zwei Sekunden und kann aus bis zu 40 Einzelschlägen bestehen. Besonders aktive Spechtmännchen schlagen mehrere Hundert solcher Wirbel pro Tag. Dieses Trommeln warnt zudem männliche Konkurrenten, dass dieses Revier schon besetzt ist.

Kinderzimmer & Futtersuche

Einige Spechte gehören zu den wenigen Vögeln, die durch fleißiges Hämmern eigene Höhlen zum Brüten anlegen können. Nach nur zwei bis drei Wochen ist das neue Zuhause fertig. So eine Höhle hoch oben im Baum ist sehr praktisch: Die Nachkommen sind nicht nur vor Kälte und Nässe, sondern auch vor Füchsen geschützt. Durch die vergleichsweise kleine Öffnung der Höhle können auch kletternde Feinde wie Baummarder dem Nachwuchs nichts anhaben. Dies hat zur Folge, dass 90 Prozent aller Spechtküken schlüpfen. Weiterhin hackt der Specht auf die Baumrinde ein, um an Insekten und Larven zu gelangen, die sich unter der Baumrinde verbergen. Entdeckt ein Specht in einem Loch oder Spalt leckere Beute, fährt er seine lange, klebrige Zunge aus und spießt das Futter mit Widerhaken auf.

 

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Kopfschmerz-Gefahr?

Das Gehirn des Spechts ist nur von sehr wenig Gehirnflüssigkeit umgeben und hat durch seine Neigung eine sehr große Kontaktfläche zur Schädelinnenseite. In Kombination mit seiner geringen Größe, ist die Schwelle zu einer Gehirnerschütterung deutlich höher als bei uns Menschen. Der Specht leidet also keine Schmerzen beim Hämmern.

Eine spezielle Nickhaut verschließt kurz vor Auftreffen seines Schlages die Augenlider des Spechts, sodass die Augen nicht hervortreten können und vor herumfliegenden Holzstückchen geschützt sind.

Sozialer Wohnungsbau im Tierreich

Im Eifer des Gefechts errichten die fleißigen Spechte deutlich mehr Höhlen als sie für ihre Brut bräuchten. Über die zu viel konstruierte Behausungen oder die bereits verlassenen geschützten Brutplätze freuen sich andere Lebewesen wie Fledermäuse, Käfer, Kleiber, Hohltauben, Pilze, Schellenten, Schnäpper, Waldkäuze oder Wespen, Wildbienen. Familie Specht platziert oft den Höhleneingang unter dem Fruchtkörper eines Zunderschwamms, so hat die Wohnung gleich ein Vordach.

Mr. Woodpecker

Heinz Sielmann war bekannt für seine Tricks, um den Tieren möglichst nahezukommen. Für die Sendung Zimmerleute des Waldes präparierte er eine Spechthöhle mit einer Scheibe. Durch diese gelangen ihm bis dahin einzigartige Aufnahmen eines Spechts, der seine Jungen fütterte. Seine Aufnahmen verschafften ihn bei den Briten den Namen Mr. Woodpecker, nachdem er dort seinen Spechtfilm bei der BBC präsentierte.

Heinz Sielmann füttert einen Specht bei Dreharbeiten seiner Dokumentation Zimmerleute des Waldes© Heinz Sielmann Stiftung
Die Trommler sind meistens die Männchen und sie wählen für ihre Musik möglichst hohe und trockene Äste, die ihnen die beste Resonanz und Reichweite bringen. Und der Sinn des Trommelns ist - wie immer, wenn ein Männchen sich besonders zur Geltung bringt - das Anlocken des Weibchens.

Heinz Sielmann

Tierfilmer und Naturschützer

 

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