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Gartenarbeit im Winter: Warum Sie im Februar die letzte Chance für einen Heckenschnitt nutzen sollten

Rotkehlchen sitzt in einer Hecke, auf dem Boden liegt Schnee.© Christoph Mischke
Amsel vor einer Hecke auf dem Schnee© Christoph Mischke

Hecken sind weit mehr als grüne Grundstücksgrenzen. Sie sind ganzjährige Lebensadern für die Natur – besonders auch im Winter. Ein fachgerechter Heckenschnitt schützt Tiere, stärkt Pflanzen und sorgt dafür, dass Hecken auch in Zukunft ihre vielfältigen Funktionen erfüllen können. Wer jetzt im Februar noch umsichtig handelt, unterstützt die Natur direkt vor der eigenen Haustür.

„Hecken gehören zu den artenreichsten Strukturen in unseren heimischen Gärten und Landschaften“, sagt Dr. Heiko Schumacher, Leiter des Geschäftsbereichs Biodiversität der Heinz Sielmann Stiftung: „Sie verbinden als sogenannte Trittsteinbiotope Wald und Offenland und bieten zahlreichen Tierarten ganzjährig Nahrung, Schutz und Rückzugsräume.“ Auch im Winter sind Hecken ein wichtiger Lebensraum: Ihr Geäst schafft ein milderes Mikroklima und schützt vor Wind und Fressfeinden. Vögel finden hier Schlafplätze, Kleinsäuger sichere Winterquartiere. Zudem liefern viele heimische Sträucher mit ihren Beeren bis weit in die kalten Monate hinein eine wichtige Nahrungsquelle, wenn anderes Futter knapp ist.

Letzte Gelegenheit: Heckenschnitt noch im Februar

„Aus biologischer Sicht ist ein Heckenschnitt in der Regel im Herbst sinnvoll, da viele Gehölze ihr Wachstum abgeschlossen haben und in die Winterruhe übergehen“, erklärt Schumacher. Dann verkraften die Pflanzen den Beschnitt meist besser. Gleichzeitig wird der Natur- und Vogelschutz berücksichtigt, weil die Hauptbrutzeit vorbei ist.

Wer das Zeitfenster im Spätherbst verpasst hat, sollte jetzt an frostfreien Tagen im Februar noch tätig werden, bevor ab dem 1. März die Brut- und Setzzeit beginnt. Viele Vögel und andere Tiere fangen ab März an, ihre Nester zu bauen und Nachwuchs zu produzieren. Dabei sollten sie nicht gestört werden. Umfassende Rückschnitte sind deshalb vom 1. März bis zum 30. September gesetzlich verboten. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben zwar erlaubt, sollten aber möglichst vermieden werden. Schumacher empfiehlt: „Wer Vögeln und anderen Wildtieren etwas Gutes tun möchte, sollte zwischen März und September vollständig auf Heckenschnitte verzichten.“

Pflege, die der Natur hilft

Ein regelmäßiger, maßvoller Schnitt erhält die Vitalität von Hecken. Er verhindert, dass Sträucher von innen verkahlen, fördert einen dichteren Wuchs und verlängert ihre Lebensdauer. Wichtig ist dabei, nicht radikal „auf Stock“ zu setzen, sondern angepasst vorzugehen und die natürliche Struktur zu erhalten. „Wer das Schnittgut teilweise als lockeren Reisig- oder Totholzhaufen im Garten belässt, schafft zusätzlich wertvolle Lebensräume für Insekten, Igel und andere Tiere“, lautet ein Tipp von Schumacher. So wird aus der Gartenpflege ein aktiver Beitrag zum Naturschutz.

Checkliste: Hecke noch im Februar richtig schneiden

  •  Vor dem Schnitt genau hinschauen Auch im Winter können Tiere in Hecken Unterschlupf finden. Vor dem Schneiden prüfen, ob sich Nester oder Schlafplätze im Gehölz befinden.
  • Maßvoll schneiden statt radikal kürzen Hecken nicht „auf Stock setzen“. Ein schonender Rückschnitt erhält die natürliche Form und fördert dichten, gesunden Neuaustrieb.
  • Struktur erhalten Nicht alles glatt und gleichmäßig schneiden. Unterschiedliche Höhen und Tiefen bieten mehr Lebensraum für Tiere.
  • Schnittwerkzeug sauber und scharf halten Scharfe Werkzeuge sorgen für glatte Schnittflächen und reduzieren Stress und Krankheitsrisiken für die Pflanzen.
  • Schnittgut sinnvoll nutzen Reisig- oder Totholzhaufen im Garten anlegen – sie dienen als Winterquartier für Insekten, Amphibien, Reptilien oder auch kleine Säugetiere wie Igel.
  • Ab März auf Heckenschnitte verzichten Vom 1. März bis 30. September sind starke Rückschnitte nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz verboten. Erlaubt sind in dieser Zeit nur schonende Form- und Pflegeschnitte – und nur dann, wenn keine Tiere beeinträchtigt werden. Die Heinz Sielmann Stiftung empfiehlt: In dieser Zeit möglichst vollständig auf Heckenschnitte verzichten.

Hier finden Sie mehr zum Thema „Hecke als Lebensraum“ sowie nützliche Tipps für das naturnahe Gärtnern.

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