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Heide kehrt zurück: Brandschutzmaßnahme mit überraschendem Erfolg

Blühendes Heidekraut im Spätsommer.© Sebastian Hennigs

Eine Maßnahme, die ursprünglich allein dem Brandschutz dienen sollte, hat in Sielmanns Naturlandschaft Tangersdorfer Heide ungeahnte ökologische Impulse ausgelöst. Auf den freigestellten Flächen eines Brandschutzstreifens hat sich aus eigener Kraft eine wertvolle Heidevegetation entwickelt – mit ersten Blüherfolgen pünktlich zur Heideblüte im Spätsommer.

Die verheerenden Waldbrände der vergangenen Jahre haben verstärkte Schutzmaßnahmen nötig gemacht. Bereits im Sommer 2023 wurde deshalb in Sielmanns Naturlandschaft Tangersdorfer Heide ein vorhandener Brandschutzstreifen in einem monotonen Kiefernforst von 20 auf 50 Meter Breite erweitert. Dafür wurde die brandgefährdete Kiefermonokultur auf dieser Fläche vollständig entfernt, die Pflanzendecke abgetragen und der offene Sandboden geglättet. Der Streifen soll als zusätzliche Barriere gegen Brände dienen und die nahegelegene Ortslage Tangersdorf besser schützen.

Junges Heidekraut besiedelt Brandschutzstreifen

Was zunächst als rein technische Brandschutzmaßnahme geplant war, zeigt mittlerweile auch einen überraschend positiven ökologischen Effekt. Seit dem Sommer 2024 besiedeln zahlreiche Jungpflanzen des Heidekrauts (Calluna vulgaris) die freigestellten Flächen – und viele davon blühen jetzt im Spätsommer.

„Diese schnelle und vitale Rückkehr der Heide haben wir so nicht erwartet. Die natürliche Samenbank im Boden enthielt also auch nach vielen Jahren noch viele keimfähige Samen des Heidekrauts,“ erklärt Rebecca Oechslein, Leiterin der Sielmanns Naturlandschaft Tangersdorfer Heide: „Diese Entwicklung der Heide allein aus Samen im Boden zeigt das erstaunliche Regenerationspotenzial, das selbst noch in stark veränderten Landschaften steckt – und wie wichtig es ist, diese Potenziale künftig gezielter zu stärken.“

Eine neue trockenresistente Generation wächst heran

Im Mai 2025 dokumentierte Oechslein mit einem weiteren Experten der Heinz Sielmann Stiftung den Zustand des neuen Heidekrauts. Zur Freude der Fachleute hatten sich die jungen Pflanzen trotz des extrem trockenen Frühjahrs gut entwickelt. „Gerade junge Pflanzen reagieren oft widerstandsfähiger auf Trockenperioden und können sich flexibler an wechselnde Umweltbedingungen anpassen“, stellt Oechslein fest.

In Zeiten des Klimawandels ist es daher umso wichtiger, dass immer wieder neue Generationen an Pflanzen heranwachsen, die an die standortspezifischen, klimatischen Bedingungen angepasst sind und so das langfristige Überleben ihrer Art sichern. Neben dem Heidekraut stellten die Experten auch noch weitere für karge Sandflächen typische Pflanzenarten wie Silbergras (Corynephorus canescens), Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) und Nacktstängeliger Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis) fest, die sich den Brandschutzstreifen als Lebensraum zurückerobern. 

Wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Die Maßnahme in der Tangersdorfer Heide zeigt, dass effektiver Brandschutz und der Erhalt gefährdeter Lebensräume keineswegs im Widerspruch zueinander stehen müssen. „Im Gegenteil: Wenn solche Maßnahmen mit der nötigen naturschutzfachlichen Expertise und Weitsicht geplant und umgesetzt werden, können sie sowohl zur Gefahrenabwehr als auch zur Förderung geschützter Lebensraumtypen beitragen“, sagt Oechslein.

Heidelandschaften stehen wegen ihrer hohen Bedeutung für die Artenvielfalt europaweit unter Naturschutz. Über die vergangenen Jahrzehnte sind sie zunehmend intensiv genutzten Forst- und Agrarlandschaften gewichen und immer seltener geworden. Wo das Heidekraut verschwindet, verlieren auch viele hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten ihre Heimat. Deshalb engagiert sich die Heinz Sielmann Stiftung in Brandenburg gezielt für den Erhalt und die Pflege dieser wertvollen Landschaften.

Mehr über Sielmanns Naturlandschaft Tangersdorfer Heide erfahren Sie hier.

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